Klimawandel: Warum Deutschland Kosten in Höhe von mindestens 280 Milliarden Euro erwarten muss

Schmelzende Gletscher, sinkender Grundwasserspiegel, schwindende Artenvielfalt – jeder Mensch weiß, dass der Klimawandel heute viele negative Auswirkungen hat. Auch für die Zukunft der Wirtschaft stellt er eine Gefahr dar. Daher ist es umso wichtiger, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Ansonsten drohen Deutschland bis 2050 Kosten bis zu 900 Milliarden Euro. Welche Maßnahmen sollten getroffen werden? Und worauf sollte sich die Wirtschaft einstellen?

Neue Studie sagt großen Schadensersatz voraus

Vor Kurzem haben die Bundesministerien für Umwelt sowie Wirtschaft und Klimaschutz eine neue Studie vorgestellt. In der heißt es, dass Deutschland vor Kosten in Höhe von bis zu 900 Milliarden Euro steht. Grund dafür ist der Klimawandel. Dazu haben das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), die Prognos AG und die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) eine Untersuchung durchgeführt. Diese nennt sich „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“ und zeigt verschiedene Szenarien auf, die sich bis 2050 ereignen könnten. Festgemacht werden die Zahlen an dem Ausmaß der Erderwärmung, die in den nächsten Jahren möglich ist. Selbst im besten Fall muss Deutschland 280 Milliarden Euro aufbringen, um die Wirtschaft retten zu können. Und die Kosten sind wahrscheinlich sogar noch höher. Denn die Verluste, welche durch Artensterben, Todesfälle und Verringerung der Lebensqualität anfallen, sind in der Studie nicht miteinberechnet worden.

Die Auswirkungen des Klimawandels

Anhand der verschiedenen Szenarien, die in der Untersuchung durchgespielt wurden, lässt sich erkennen, was man unter bestimmten Voraussetzungen erwarten kann. Jährliche Kosten für extreme Hitze und Hochwasser könnten bis ins Fünffache steigen. Somit würde das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2050 um bis zu 1,8 Prozent fallen. Es ist also nicht zu leugnen, dass die Wirtschaft auch im besten Fall Schaden davontragen würde.

Potenzielle Gefahren sind z.B. der steigende Meeresspiegel und die daraus folgende Beeinträchtigung der Küstenstädte und Infrastrukturen. Zudem könnten die Zerstörung von Ökosystemen und die Verringerung der Biodiversität die Verbreitungsgebiete von Tieren und Pflanzen verändern. Jedoch lassen sich die Intensität und der Zeitpunkt des Eintretens der Folgen nicht genau vorhersagen.

Erforderliche Maßnahmen

Um die drastischen Auswirkungen des Klimawandels eindämmen zu können, stehen der Regierung viele Möglichkeiten offen. Zunächst sollten Städte mit mehr Grün versorgt werden. Grünflächen haben eine positive Auswirkung auf das Klima. Dadurch könnten die ökonomischen Kosten um 60 bis 100 Prozent reduziert werden. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Senkung von Treibhausgasemissionen. Dafür sind große Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie eine Verkehrswende erforderlich. Neue Technologien und Innovationen können helfen, den Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu beschleunigen. Es ist wichtig, dass die Forschung vom Staat gefördert wird, damit solche Entwicklungen vorankommen.

Darüber hinaus muss die Wirtschaft an der Widerstandsfähigkeit ihrer Infrastruktur gegenüber Extremwetterereignissen arbeiten. Lieferketten sollten verbessert und Produktionssysteme angepasst werden. Auch gilt es für Unternehmen, die eigenen Emissionen zu senken und auf saubere Energietechnologien umzustellen. Es wäre sinnvoll, wenn die Regierung Anreize und Maßnahmen zur Förderung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz anbieten würde.

Fazit

Schon jetzt sind die Folgen des Klimawandels klar erkennbar. Werden jedoch keine passenden Maßnahmen getroffen, muss
Deutschland mit Kosten in Höhe von mindestens 280 Milliarden Euro bis 2050 rechnen. Daher ist es nun umso wichtiger, dass Treibhausgasemissionen reduziert, mehr Grünflächen geschaffen und die Infrastruktur gestärkt werden. Auch für Unternehmen gilt es, sich anzupassen und zukünftig nachhaltiger zu agieren. Erst wenn alle an einem Strang ziehen, kann die Wirtschaft gerettet oder zumindest vor einem übermäßigen Schaden bewahrt werden.

Zur Person

Asim Qajani

Inhaber, Verwaltungsrat und CEO
von Green Capital und Beteiligungen AG

www.greencapital-b.ch/


Vorheriger Artikel

Strategisches Pooling gegen die Personalnot: Innovative Wege aus der Fachkräftekrise

Nächster Artikel

Neuerungen im Sozialversicherungs- und Lohnsteuerrecht 2023: Was sich seit Anfang 2023 für alle GmbHs geändert hat

Ähnliche Artikel

Unternehmenswerte: Die neun Spielregeln nachhaltiger Innovation

Scheininnovationen und überstürzte Veränderungen schaden meist mehr als sie nützen. Sie untergraben die Zukunftsfähigkeit des Unternehmertums, das Vertrauen in eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft und führen nicht selten zum Untergang von Unternehmen. Darüber hinaus führen uns der […]