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Wirtschaftsjunioren: Ein Rückblick

Wirtschaftsjunioren: Ein Rückblick

Klimaschutz, der (drohende) Brexit und die Europawahlen sind nur einige der herausstechenden Themen und Entscheidungsfelder im Jahr 2019. Aber wie wirken sich diese auf die (junge) Wirtschaft – vor allem im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen – aus? André Hintz, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Bonn/Rhein-Sieg e.V., zieht Bilanz.

Politisch war der Brexit sicherlich eines der prägendsten Themen im Jahr 2019 – und er wird sicherlich im kommenden Jahr genauso relevant sein. Die britische Politik wird bis zur angesetzten Neuwahl am 12.12.2019 jedoch bei ihrem Plan, den Brexit zu vollziehen, bleiben. Aber auch der Ausgang dieser Wahl und die daraus folgenden Konsequenzen sind derzeit nicht abzusehen.

Und jetzt?
Im Wesentlichen werden die neuen Handelsbarrieren zu einer Reduzierung des Waren- und Dienstleistungsverkehrs zwischen Großbritannien und Europa – auch nach Nordrhein-Westfalen (NRW) – führen. Bereits im Jahr 2018 sanken die Exporte aus NRW nach Großbritannien um 8%, der Trend dürfte sich leider auch 2019 fortsetzen. Unternehmer aus NRW werden sich langfristig auf zusätzliche Bürokratie, Zölle und neue Gesetze beim Import und Export von und zu den Britischen Inseln einstellen müssen.

Ein Beispiel dafür ist das bisher einheitliche europäische Umsatzsteuersystem. Wird der Brexit vollzogen, werden auf der Insel neue Regeln gelten. Die Unternehmer müssen sich vielleicht vor Ort registrieren und dort Umsatzsteuer zahlen. Ein Mehraufwand für beide Seiten.

An der Europawahl durften die Briten noch teilnehmen, auf ein Kommissionsmitglied wird allerdings verzichtet. Wichtiger war jedoch, ob pro-europäische Parteien die Mehrheit gewinnen werden. In den meisten europäischen Ländern gibt es ablehnende Haltungen zu Europa, das hat die Europawahl gezeigt. Nationalistische und anti-europäische Parteien gewannen deutlich an Zuspruch.

Eine Aufgabe von Ursula von der Leyen wird es sein, diesen Trend zu stoppen. Sie wird für ein starkes politisches und wirtschaftliches Europa kämpfen müssen. Dies wird nicht einfach werden, zumal die Prognosen für die kommenden Jahre von einer Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung ausgehen.

Klimawandel – quo vadis?
Das Klima ändert sich: Im Sommer 2019 verzeichnete Duisburg mit 41,2 Grad einen Hitzerekord. Es muss also gehandelt werden. Jeder ist dazu aufgefordert – ob Unternehmer oder Privatperson – seinen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Dabei wird es auch auf die Bereitschaft ankommen, die eigene Komfortzone zu verlassen.

NRW hat seine Klimaziele für 2020 bereits erreicht, aber darauf darf sich nicht ausgeruht werden. Zum einen werden die Mittel zur Wiederaufforstung auf 10 Mio. € verdoppelt und zum anderen bewirkt der beschlossene Kohleausstieg im rheinischen Braunkohlerevier sicherlich einen weiteren Schub in Richtung Klimaverbesserung. Der Ausstieg hat allerdings auch Konsequenzen für Arbeitsplätze und Wirtschaft in NRW, deshalb muss die Zeit bis zum endgültigen Ende des Tagebaus genutzt werden, um einen wirtschaftlich vernünftigen Strukturwandel zu vollbringen. Hier hilft nur, eine Existenzgründerkultur aufzubauen und fortzuentwickeln.

Zukunftsperspektiven
Alexander von Humboldt wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden. Er steht wie kein anderer für Entdeckungswillen und Forschergeist. In diesem Sinne gilt es in der Wirtschaft neues zu entdecken, zu erforschen und Innovationen zu fördern. In NRW werden wir zukünftig von unseren Köpfen – sprich unseren Ideen –, Dienstleistungen und innovativen Produkten leben müssen und nicht mehr von endlichen Ressourcen, wie der Kohle.

Junge Wirtschaft in NRW
Die Wirtschaftsjunioren, eine Gruppe von ca. 10.000 Unternehmern bis zum Alter von 40 Jahren, haben ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Nicht nur hat sich der Bonner Unternehmer und Mitglied der Bonner Wirtschaftsjunioren Florian Gloßner als Bundesvorsitzender verdient gemacht. Die Wirtschaftsjunioren aus Wuppertal, Remscheid und Solingen richteten eine gelungene Bundeskonferenz aus und zeigten unter dem Motto „BE BERGISCH“ wie viele innovative Unternehmen es im Bergischen Land gibt.

2020 wird ein spannendes Jahr für die Bonner Wirtschaftsjunioren. Als Ausrichter der Landesdeligiertenversammlung – den Juniorentag – werden wir Unternehmer aus ganz NRW in Bonn begrüßen dürfen. Wir freuen uns darauf und wenn Sie mit Ihrem Unternehmen dabei sein wollen, laden wir Sie hiermit herzlich ein, uns anzusprechen.

 

Über den Autor


André Hintz
Geschäftsführer und Gesellschafter der Global Steuerberatungsgesellschaft mbH Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren in Bonn
Hintz@WJ-Bonn.de
Stand: 18.12.2019 08:06