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Wirtschaft neu denken: Nachhaltigkeit lohnt sich

Wirtschaft neu denken: Nachhaltigkeit lohnt sich

Einer aktuellen Marktstudie zufolge wird die Anzahl der Deutschen, die regelmäßig nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen kaufen, von aktuell 25% auf etwa 65% im Jahr 2025 steigen. Laut Umweltbundesamt geben Konsumenten allein in Deutschland jährlich bereits über 50 Mrd. Euro für „grüne“ Produkte aus.

Grüner Trend bei den Kunden wächst
Marketingexperten gaben dieser speziellen Zielgruppe bewusst einkaufender Menschen den Namen LOHAS. Dies steht für Lifestyle of Health and Sustainability und meint einen sowohl gesunden als auch nachhaltigen Lebensstil. Nach Einschätzung von Experten soll dies nunmehr zum einflussreichsten Megatrend der kommenden Jahre werden. Die Zielgruppe der LOHAS ist überdurchschnittlich gebildet, kaufstark, qualitätsorientiert, gesundheitsbewusst und achtet bei Produkten insbesondere auf die Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Studien beziffern ihren Anteil an der deutschen Gesamtbevölkerung auf 10 bis 30% und attestieren ihr eine jährliche Kaufkraft von etwa 200 Mrd. €.

CSR als Wettbewerbsvorteil
Die Loyalität und Zufriedenheit der Kunden ist eine der wichtigsten Zielgrößen für Unternehmen und maßgeblich für den Geschäftserfolg. Die vom Unternehmen übernommene gesellschaftliche Verantwortung (CSR) spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Sind die CSR-Maßnahmen des Unternehmens authentisch, ist dies beinahe schon ein Garant für die Steigerung der eigenen Reputation. Eine positive Reputation wirkt sich nicht nur positiv auf die Attraktivität als Arbeitgeber aus und so indirekt auf die Produktivität, sondern ist auch direkt absatzfördernd. Experten beziffern den Umsatzanteil, der sich allein aufgrund der Reputation eines Unternehmens ergibt, auf etwa 25%. Um wirklich erfolgreiche CSR-Arbeit zu leisten, sollte der Fokus jedoch nicht nur auf den internen Unternehmensprozessen oder der Lieferkette liegen. Unternehmen sollten die Reichweite ihrer Kommunikationsmaßnahmen ebenso zur Sensibilisierung ihrer Kunden für das Thema Nachhaltigkeit nutzen. Sofern dies nicht als Verantwortungsverlagerung, sondern im Rahmen einer geteilten gesellschaftlichen Verantwortung wahrgenommen wird, hat es ebenso positiven Einflss auf die Reputation eines Unternehmens. Besonders relevant ist dabei, dass die Themen und CSR-Maßnahmen des Unternehmens auch im Zusammenhang mit dessen unternehmerischen Aktivitäten stehen. Dies steigert die Glaubwürdigkeit. So setzt bspw. ein bekanntes schwedisches Einrichtungshaus seit geraumer Zeit auf die Kreislaufwirtschaft. Dabei wird der Produktlebenszyklus verlängert, in der Produktion auf Sekundärrohstoff gesetzt und ein kreislauffähiges Design geschaffen. Kreislauffähig bedeutet, dass bereits bei der Produktgestaltung auf die Wiederverwertbarkeit geachtet wird. Ein solches Engagement wirkt aus Kundensicht nicht nur innovativ, sondern auch sympathisch und wirkt sich neben steigenden Umsatzzahlen auch in einem positiven Effekt auf die Umwelt aus.

Potenziale gemeinsamer CSR-Kommunikation
Gemeinsame Kampagnen mit anderen Organisationen bergen großes Potenzial. Am bekanntesten sind sicher die bereits bestehenden Kooperationen zwischen Einzelhandelsunternehmen und Spendenorganisationen, die bspw. gemeinsam über Umweltthemen berichten. Dadurch erhalten Konsumenten Expertenwissen zu bestimmten Thmen, kombiniert mit einer direkten Handlungsempfehlung für den Erwerb ökologisch produzierter oder regionaler Produkte. Durch Kooperationen mit Organisationen, die eine ähnliche Zielgruppe ansprechen, kann die Reichweite der Kommunikationsmaßnahmen gesteigert und in einer erweiterten Zielgruppe geworben werden. Auf der einen Seite spart dies bares Geld, auf der anderen Seite können sich aus der Kooperation weitere Synergien für das eigene Unternehmen ergeben.

Ein Konzept für den Wertewandel
An der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn entsteht seit einiger Zeit ein neuer Ansatz, der zum einen eine nachhaltige Entwicklung fördert und zum anderen Unternehmen ein innovatives Instrument zur CSR-Kommunikation bietet. Absolventen des Studiengangs der Betriebswirtschaftslehre entwickeln unter dem Namen „Wertewandel“ derzeit das erste ganzheitlich nachhaltige, branchenübergreifende Bonusprogramm. Ein Netzwerk für alle Unternehmen und Menschen, die gerne eine nahhaltige Entwicklung fördern möchten. Innerhalb dieses Systems werden Konsumenten für nachhaltige Handlungen mit Bonuspunkten belohnt – bspw. für den Einkauf fair produzierter und ökologischer Produkte, die Nutzung von Carsharing oder den Bezug von Ökostrom. Im Vergleich zu herkömmlichen Bonusprogrammen macht man sich bei Wertewandel den Belohnungsanreiz zunutze, ergänzt die Voraussetzung zur Generierung und Auszahlung von Bonuspunkten jedoch um eine weitere Komponente: Die Qualität der eingekauften Ware oder Dienstleistung. Der Bonus wird – wie von bereits bestehenden Programmen bekannt –, durch den Einkauf innerhalb des Netzwerkes vergeben. Teilnehmende Unternehmen und prämierte Produkte müssen jedoch definierten Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Die so gesammelten Bonuspunkte können innerhalb des Netzwerks wieder als Zahlungsmittel verwendet oder für nachhaltige Prämien ausgegeben werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit den gesammelten Punkten regionale und internationale Spendenprojekte zu unterstützen. Auf diese Weise soll bei den Nutzern des Bonusprogramms in einem spielerischen Kontext ein Bewusstsein für Themen der Nachhaltigkeit geschaffen und ihnen Wissen vermittelt werden. Als Partner konnte „Wertewandel“ bereits mehrere namhafte Unternehmen sowie Nichtregierungsorganisationen überzeugen. Kürzlich schloss sich auch ein großer Ökostromanbieter dem Partnerverbund an.

Innovative Lösung für Unternehmen
Unternehmen bietet Wertewandel ein innovatives Instrument zur CSR-Kommunikation in einer segmentierten Zielgruppe und zur Steigerung der Kundenloyalität. Durch Transparenz im Datenmanagement, dem innovativen Charakter sowie einem hohen ideellen Mehrwert können ebenso eher skeptische Kunden von einer Teilnahme überzeugt werden. Zusätzlich steigert der
Unternehmensverbund die Reichweite und Effizienz von Marketingaktivitäten und bietet ein starkes Diffrenzierungsmerkmal zum Wettbewerb. Umfangreiche Analysen ermöglichen einen branchenübergreifenden Benchmark. Durch aktive Kooperationen kann sowohl die Authentizität als auch die Bekanntheit der Partner in der Zielgruppe deutlich gesteigert werden. Anfang 2016 erhielt „Wertewandel“ die Auszeichnung als „Werkstatt-N Projekt 2016“. Dabei handelt es sich um ein Qualitätssiegel des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, das Ideen und Initiativen auszeichnet, die den Weg in eine nachhaltige Gesellschaft weisen. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ebnete dem innovativen Vorhaben kürzlich durch einen fianziellen Zuschuss den Weg. In den kommenden Monaten stehen bei dem jungen Unternehmen die weitere Partnerakquise sowie die technische Entwicklung von Bonussystem, App und Webplattform im Fokus. Der Marktstart ist für Ende des Jahres geplant. Unternehmen, die am Wertewandel teilnehmen möchten, erhalten weitere Informationen unter www.wertewandel.de.


Milan Wolfs / Sebastian Schulz
Gründer und Geschäftsführer Wertewandel GmbH

Stand: 27.04.2016 13:00