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Von Messen und Marken: Eine Frage der Sichtbarkeit?

Von Messen und Marken: Eine Frage der Sichtbarkeit?

» Interview
„Messen bieten Unternehmen – vor allem aus dem Mittelstand – die Möglichkeit, ihren eigenen Bekanntheitsgrad auf einfache Art und Weise zu steigern.“ So weit, so gut. Aber gilt diese Aussage auch noch in einer Zeit, in der Begriffe wie „Messesterben“ und „Onlinemarketing“ überall zu lesen sind? Im gmbhchef erläutert PR- und Kommunikationsprofi Christiane Herzhauser ihre Sicht der Dinge.

Provokant gefragt: Sind Messen überhaupt noch wichtig?
Für Unternehmen kann die Teilnahme an Messen ein sinnvolles Instrument in deren Marketing-Mix sein. Die Entscheidung für oder gegen eine Messe sollte immer von den Überlegungen geleitet sein, ob eine Teilnahme den strategischen Zielen des Unternehmens dient und welche Ergebnisse im Verhältnis zum Aufwand erwartet werden können (Kosten-Nutzen-Analyse).

Als Marktplätze sind Messen Networkingplattformen par excellence, die sowohl im unternehmerischen wie im persönlichen Kontext genutzt werden können. In Zeiten des Fachkräftemangels und harten Wettbewerbs um die besten Talente werden Messen zudem verstärkt als Recruitingtool genutzt. Indem sich Firmen als attraktive Arbeitgeber präsentieren, bietet sich die Chance, nicht nur mit potenziellen Kunden, sondern auch mit potenziellen Mitarbeitern in Kontakt zu kommen und diese für sich einzunehmen.

Eine kluge Verzahnung der Messeteilnahme mit den vielfältigen Möglichkeiten digitaler Vernetzung und Kommunikation bietet beste Voraussetzungen dafür, potenzielle Kunden, Mitarbeiter, Meinungsführer oder Journalisten gezielt anzusprechen und erfolgreich Leads zu generieren. So ist es ein Muss, sich im Anschluss an eine persönliche Begegnung, etwa über Social-Media-Kanäle, zu vernetzen. „Eins plus Eins gleich Drei-Effekte“ können Unternehmen erzielen, indem sie interessante Messekontakte durch maßgeschneiderte Marketingmaßnahmen konsequent weiterentwickeln. Was den persönlichen Kontakt als Keimzelle erfolgreicher Netzwerke angeht, ist die Messe also nach wie vor spitze, solange innovative Messekonzepte für ausreichend Besucher sorgen.

Lohnt sich ein Messeauftritt auch für Start-ups?
Gerade am Anfang ist es für Start-ups von entscheidender Bedeutung, die Bekanntheit ihres Produkts bzw. ihres Unternehmens schnell zu erhöhen, um potenzielle Kunden zu gewinnen. Gleichzeitig stehen sie vor der großen Herausforderung, sich als vertrauenswürdiges Unternehmen im Markt zu positionieren. Eine Messeteilnahme kann daher sehr wohl ein geeignetes Tool sein, um sich der gewünschten Zielgruppe als idealer Partner zu präsentieren. Start-ups stehen immer vor der Aufgabe, eine große Bandbreite von Aufgaben mit limitierten Budgets zu bewältigen, oft verbunden mit ausgeprägten Informationspflichten gegenüber den Investoren. Eine Messeteilnahme muss angesichts dieser limitierenden Faktoren also gut überlegt sein.

Was kennzeichnet einen guten Auftritt?
Einmal abgesehen von Basics wie adäquater Beleuchtung: Das A und O eines guten Messeauftritts ist seine Authentizität. Unabhängig davon, ob es sich um einen klassischen Messestand mit einer Ausstellung der neuesten Prototypen handelt oder um ein futuristisches „Lab“ – von den Farben und Materialien über die Präsentation der Produkte, die Logo-Positionierung bis hin zu Informationsmaterialien und der Art der Bewirtung muss der Stand die Marke „atmen“. Dies gilt in gleicher Weise für die Personen am Stand. Je kompetenter und souveräner das Standpersonal, desto höher die Chance, dass die Marke positiv wahrgenommen wird. Eine professionelle kommunikative Vorbereitung zahlt sich hier mehr als aus.

Welche Vorteile haben Messen für den Mittelstand?
Im Gegensatz zu Konzernen verfügen Mittelständler oft über geringere bzw. beschränkte Budgets und personelle Ressourcen. Die Teilnahme an der führenden Fachmesse kann also durchaus das Verwaisen der Marketing- oder Vertriebsabteilung mit sich bringen. Andererseits bieten Fachmessen mittelständischen Unternehmen mit tief greifender Spezialisierung potenziell vielversprechende Positionierungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu Konzernen, deren Messeteilnahmen durch Koordinierung der unterschiedlichen Unternehmensgruppen extrem kosten- und personalaufwendig sind, können Mittelständler als kleinere Einheiten mit meist kürzeren Entscheidungswegen schneller und flexibler agieren. Entscheidend ist es auch hier, die Messeteilnahme im Zusammenspiel mit weiteren maßgeschneiderten Kommunikationsmaßnahmen in die Gesamt-Unternehmensstrategie einzupassen.


Christiane Herzhauser
Geschäftsführerin Herzhauser PR GmbH
Kurfürstendamm 61
10707 Berlin
Tel. 030 37478 617
mail@herzhauser-pr.com
www.herzhauser-pr.com

Das Interview führte Julia K. Longhin.

Stand: 11.04.2020 10:09