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Von der Vorlesung in den Chefsessel: Was Uniabsolventen bei der Existenzgründung wissen müssen

Von der Vorlesung in den Chefsessel: Was Uniabsolventen bei der Existenzgründung wissen müssen

Viele Studierende möchten den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Doch die Unis bereiten in ihren Vorlesungen nicht auf das Unternehmertum vor. Damit der Sprung ins kalte Wasser nicht zu einer Bauchlandung gerät, müssen Absolventen einige Dinge im Hinterkopf behalten.

Einsatzbereitschaft ist gefragt

Das eigene Unternehmen zu gründen und zu führen ist kein Spaziergang, sondern gleicht eher einem Ritt über unwegsames Gelände. Die Gründung neben der Suche nach einer Festanstellung zu betreiben ist ein Plan, der zwangsläufig scheitert. Denn Jungunternehmer müssen nicht nur Herzblut, sondern auch jede Menge Zeit in ihre Idee investieren. Ständige Leistungsbereitschaft, arbeiten am Wochenende und mitunter eine 100-Stundenwoche sind in der Aufbauzeit eher die Regel als die Ausnahme. Eine Gründung verlangt nicht nur Disziplin, sondern umfangreiche Kenntnisse aus allen Bereichen. Denn aus Kostengründen wird am Anfang meist auf Angestellte verzichtet, weshalb der Jungunternehmer meist die Funktionen von EDV, Buchhaltung, Marketing, Management und Sekretariat übernimmt. Manche Gründer suchen auch nach einem Partner, um Kosten zu sparen, was langfristig nur funktioniert, wenn die Persönlichkeiten und Ziele beider kompatibel sind.

Unverzichtbar: Gründerseminare

Studierende bringen gewöhnlich nur wenig Erfahrung in der freien Marktwirtschaft mit sich. Daher ist ein professioneller Ratgeber unverzichtbar. Die entsprechende Fachliteratur in Bezug auf die Existenzgründung nach dem Studium bietet eine Fülle an Informationen, und helfen dem Existenzgründer, seine Idee zu entwickeln und die individuellen Stärken zu analysieren. Daneben ist der Besuch eines Gründerseminars empfehlenswert. Hier werden gemeinsam die ersten Schritte entwickelt, der Businessplan unter die Lupe genommen und vor allem die Finanzierungsmöglichkeiten abgeklopft.

Der Staat unterstützt zukünftige Selbständige mit einem Gründungszuschuss, doch in den Genuss dieser Maßnahme kommen nur Arbeitssuchende, die zuvor in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Studenten müssen sich nach anderen Geldquellen umsehen. Viele Jungunternehmer machen den Fehler, sich das Geld bei Freunden und Familie zusammenzuleihen. Der Großteil der so gegründeten Firmen überlebt nicht, zudem ist die Beziehung zu den Geldgebern danach meistens langfristig gestört. Wenig finanzielle Sorgen hat, wer ein Exist-Gründerstipendium an Land zieht. Das Bundeswirtschaftsministerium und der Europäische Sozialfonds greifen Gründern von der Uni mit 2000 Euro monatlich unter die Arme, hinzu kommen Zuschüsse für Sachausgaben und Coaching.

Am Corporate Design nicht sparen

Andere Fördermittel werden als Darlehen zur Verfügung gestellt. Typisch für Finanzierungsmöglichkeiten, die aus öffentlichen Geldern zur Verfügung gestellt werden, sind lange Laufzeiten und günstige Zinsen. Beispiele hierfür sind die KfW-Gründerkredite oder Programme von ERP. Manche Programme geben Zuschüsse für die Existenzgründerberatung. Doch auch ein Gespräch mit der Bank kann lohnen, denn hier gibt es ebenfalls günstige Kredite für Existenzgründer. In kreativen Berufen setzt sich Crowdfunding immer mehr durch, um an das für ein Unternehmen notwendige Startkapital zu kommen. Über Plattformen im Internet finden sich Start up-Unternehmer und Geldgeber. Alternativ bietet sich Crowdinvesting an. Bei diesem Konzept erhält der Investor für sein finanzielles Engagement eine Beteiligung am Unternehmen. Um das Unternehmen zu positionieren, reicht es nicht, ein wenig Werbung zu machen. Die Investition in ein professionelles Corporate Design ist zwar zeit- und kostenintensiv, zahlt sich jedoch aus. Denn der einheitliche Auftritt des Unternehmens sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und der wiederum bringt Kunden.

Stand: 27.02.2018 11:49