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Verhindern Gas- und Strompreisbremse die Pleitewelle 2023?

Die Energiepreise haben sich explosionsartig verdoppelt oder verdreifacht. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen kämpfen unter der Last der Energiekosten. Bäckereien und mittelständische Traditionsunternehmen gaben oder geben in 2022 auf. Eine Welle der Resignation in den inhaberbetriebenen Unternehmen zieht durch das Land. Das Vertrauen in die Regierung schwindet. Die Gas- und Strompreisbremse soll das Allheilmittel darstellen. Praktisch könnte es zu Beginn des kommenden Jahres anders aussehen. Die Energieversorger kündigen vor allem im Stromsektor deutliche Erhöhungen an. Das deutsche Handwerk spricht eindeutige Warnungen aus und sieht 2023 eine Pleitewelle auf das Land zurollen.

Die Bedrohung ist nicht mehr schönzureden

Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, EDV-Dienstleister das gesamte Handwerk und die Baubranche schlagen Alarm. Die permanent steigenden Gas- und Strompreise sind nicht mehr zu bewältigen. Die Produktionskosten klettern in noch nie dagewesene Höhen und zunehmend wird in den Unternehmen von Unrentabilität gesprochen. Landwirtschaftliche Betriebe sprechen gar von einer Versorgungsgefährdung der Bevölkerung.

Wenn es sich nicht mehr lohnt zu produzieren

Die offiziellen Zahlen stellen aktuell noch nicht die Brisanz der gesamten Lage dar. Vom EDV-Dienstleister bis zum Kosmetikstudio zieht sich eine Welle der Verzweiflung und der Angst durchs Land. Der tatsächliche Zeitpunkt eines Insolvenzantrags liegt aktuell in vielen Fällen drei Monate vor der Insolvenz. Es ist davon auszugehen, dass das kommende Jahr mit einer Insolvenzwelle beginnt, welche alarmierend ausfallen könnte. Im August 2022 sprachen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes eine eindeutige Sprache. Gegenüber dem Vormonat fand eine Steigerung der Insolvenzen um 6,6 % statt.

Die täglichen Notrufe der Betriebe

Der Zentralverband des deutschen Handwerks meldet tägliche Notrufe der Betreibe. Die enorm gestiegenen Kosten für Strom und Gas sind nicht mehr zu bewältigen. Eine Kompensierung durch Preiserhöhung kann an die Kunden nicht mehr weitergegeben werden. Die Traditionsunternehmen in der dritten oder vierten Generation werden förmlich in die Pleite getrieben. Brauereien, Molkereibetriebe, Kfz-Werkstätten und Fleischereibetriebe geben auf. Probleme bei der Produktion von Düngemitteln, welche für stabile Ernten benötigt werden, kommen noch hinzu.

Versorgungsengpässe und Insolvenzen an der Tagesordnung

Die Politik ist gefragt. Die Industrie steht vor fundamentalen und kaum lösbaren Problemen. Das geschnürte dritte Entlastungspaket reicht nicht aus. Gefordert wird ein Entlastungsprogramm für die Wirtschaft. Die Gefahr sozialer Verwerfungen ist gegeben. Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind akut in Gefahr. Viele Betriebe wie EDV-Dienstleister, Friseure, Kosmetikstudios und Bäckereien begleitet das Gefühl, dass die Bundesregierung das Ausmaß nicht sieht, welches auf das Land 2023 zukommt. Die Frühindikatoren im Oktober 2022 sind alarmierend. Insolvenzen steigen um ein Drittel im Vergleich zum Oktober 2021.

Stand: 06.12.2022 17:03