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Urlaubsanspruch des GmbH-Geschäftsführers

Urlaubsanspruch des GmbH-Geschäftsführers

Vertragliche Regelung unerlässlich

Bis auf wenige Ausnahmen gilt: Ein GmbH-Geschäftsführer ist kein Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinn. Der 24-werktägige Mindesturlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG) gilt nicht für ihn, genauso wenig wie Sonderurlaubsregelungen (Umzugsurlaub, Elternurlaub, Freistellung wegen Krankheit der Kinder usw.). Alle Regelungen, die ein Geschäftsführer in Bezug auf Urlaub haben will, sollte er in seinem Anstellungsvertrag festgeschrieben haben. Dies gilt vor allem für Fälle wie Krankheit (eigene Krankheit oder die Erkrankung von Kindern) im Urlaub, Rückholung aus dem Urlaub, Gewährung von Sonderurlaub, eine steigende Zahl von Urlaubstagen bei zunehmendem Alter und/oder bei Behinderungen, Übertragung von Urlaub und Abgeltung von nicht genommenem Urlaub.

Obwohl der Geschäftsführer nicht als arbeitsrechtlicher Arbeitnehmer zu qualifizieren ist, gilt für seinen Urlaubsanspruch – genau wie für den eines Arbeitnehmers –, dass der Anspruch auf die Gewährung von bezahlter Freizeit gerichtet ist. Das wiederum bedeutet, dass Urlaub als „Erholungsurlaub“ anzusehen ist, innerhalb dessen der Geschäftsführer keiner weiteren Arbeit nachgeht, sondern sich erholt, um danach der GmbH wieder den vertraglich geschuldeten Umfang an Leistung zu erbringen. Zur Erholung darf zwar gearbeitet werden, aber nur, wenn die Arbeit dem Erholungszweck dient. Es darf also keine dem Urlaubszweck (d.h. der Erholung) widersprechende Erwerbstätigkeit geleistet werden.

Unter „bezahlt“ wird im Fall des Urlaubs verstanden, dass der Geschäftsführer alle Entgeltbestandteile, gleichgültig, ob fixes oder variables Entgelt, ob geldwerte Vorteile oder Sachbezüge, auch während seines Urlaubs erhält. Ausnahme: Im seinem Anstellungsvertrag ist Gegenteiliges vereinbart. So gibt es in der Praxis die Möglichkeit, die erlaubte Privatnutzung des GmbH-Dienstwagens durch den Geschäftsführer einzuschränken und zum Beispiel Urlaubsfahrten, vor allem ins Ausland, von der Erlaubnis der Privatnutzung auszuschließen.

Stand: 03.12.2015 10:15