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Netzwerken aktuell: Unternehmen ohne Social Media?
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Netzwerken aktuell: Unternehmen ohne Social Media?

Die immer wieder aufflammenden Nachrichten über die Weitergabe von Nutzerdaten von Social-Media-Anbietern verunsichern die Unternehmenswelt. Manch ein GmbH-Geschäftsführer fragt sich zu Recht, ob sein Unternehmen auch ohne die sozialen Medien auskommen könnte. Was würde passieren, wenn sich ein Unternehmen dem digitalen Trend versagt und nicht auf Facebook und Co. in Erscheinung tritt?

Es steht außer Frage, dass Online-Marketing zur Strategie eines jeden Unternehmens gehören sollte. Welche Instrumente und Kanäle sinnvollerweise genutzt werden sollten, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Monitoring und Listening

Fakt bleibt die Tatsache, dass potenzielle Käufer mittlerweile größtenteils online sind. „Anfang 2018 gibt es 75 Mio. Internet-Anwender in Deutschland, 75% davon gehen, neben anderen Geräten, über ihr Smartphone online. Für KMU relevant: Die Anwender nutzen besonders intensiv Soziale Netzwerke und suchen beziehungsweise kaufen Produkte und Dienstleistungen zunehmend über das Web”, so Oliver Kepka, Senior Segmentmarketing Manager im Bereich KMU bei der Telekom Deutschland.

Und wer online kauft, bewertet gerne auch online. Spätestens an diesem Punkt verbauen sich Unternehmen, die glauben ohne die gängigen Social Media Kanäle auszukommen, eine entscheidende Möglichkeit: Wer nämlich nicht mitbekommt, was Kunden über die eigene Dienstleistung oder das Produkt im Netz kommunizieren, kann darauf auch nicht adäquat reagieren. Lob und Kritik führen dann im digitalen Kosmos ein unkontrolliertes Dasein, das sich im schlimmsten Fall rufschädigend auf das Unternehmen auswirken kann.

Der Einsatz von Monitoring- und Listening-Werkzeugen erleichtert das Scannen des World Wide Web nach unternehmensrelevanten Kommentaren und Erwähnungen enorm. Während das Monitoring systematisch und kontinuierlich Daten aus sozialen Medien (z.B. Blogs, Diskussionsforen und Social Communities wie Facebook und LinkedIn) sammelt, werden beim Listening bereits Kategorisierungen der Beiträge vorgenommen. Aus weiteren Rechercheergebnissen und der Interpretation der gewonnen Daten erfolgt dann das entsprechende Reporting, das die Grundlage für strategische Entscheidungen bildet.

Unsichtbares Krisenpotenzial im Netz

Selbst wenn eine Präsenz im Internet von einem Unternehmen abgelehnt wird, heißt es der oben angeführten Betrachtung folgend noch lange nicht, dass dieses Unternehmen nicht im Netz existiert. Beispiele hierfür sind Bewertungen auf Plattformen oder einschlägigen Online-Portalen. Beobachtungen der eigenen Branche und wie dort über sie diskutiert wird, bergen mehr Chancen als Risiken. Ein gut durchdachtes Krisenmanagement hilft, negativen Bewertungen professionell zu begegnen. Krisen gehören zum unternehmerischen Alltag und aus diesem Grund auch in die strategische Kommunikationsplanung. Mitunter kann es das Unternehmen teuer zu stehen kommen, wenn der Ruf erst einmal medial ruiniert ist.

Netzwerkpflege

Neben der Imagepege eignen sich Social Media auch hervorragend zur Netzwerkpflege. Voraussetzung ist, dass die sozialen Medien dort zum Einsatz kommen, wo auch die Zielgruppe hauptsächlich aktiv ist. Xing und LinkedIn sind zwei der bekanntesten Business-Netzwerke in Deutschland. Ein Vorteil dieser Form von Netzwerk: Die Kontaktliste aktualisiert sich quasi von selbst, weil durch die Prole alle relevanten Kontaktdaten abgebildet werden, die die Kontaktpersonen von sich freigegeben haben.

Kosten und Nutzen abwägen

Letztlich bleibt es jedem Unternehmen selbst überlassen, inwieweit es Netzaktivitäten kontrollieren und beeinussen möchte. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Social Media in Bezug auf Kaufaktivitäten und den Meinungsaustausch über Produkte und Dienstleistungen ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Thematik für jedes Unternehmen ratsam und zukunftsorientiert. (krw) ■

Stand: 15.10.2018 11:18