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Schöne neue Welt: Die Planung neuer Arbeitswelten

Schöne neue Welt: Die Planung neuer Arbeitswelten

Die Investition in neue Arbeitswelten lohnt sich nicht nur für große Konzerne, sondern auch für kleinere mittelständische Unternehmen – das zeigen zahlreiche Statistiken zu Wohlgefühl und Motivation des Mitarbeiters. Räumliche Veränderungen bilden einen wertvollen Rahmen für moderne und zukunftsorientierte Arbeitsmethoden und steigern die Performance des Unternehmens. An dieser Stelle wird der Artikel aus der vorherigen Ausgabe des gmbhchef fortgesetzt.

Ganzheitliche und zukunftsgerichtete Konzeption
Viele Menschen gilt es zu koordinieren, wenn neue Arbeitswelten geplant werden. Im Idealfall wird auf Unternehmensseite ein Querschnitt der Abteilungen berücksichtigt, um eine ganzheitliche Planung gewährleisten zu können. In einem mittelständischen Unternehmen kann das konkret die Geschäftsleitung für strategische Überlegungen, das Facility Management für operative Themen, das Marketing für Fragen der Markenrepräsentanz sowie der Innen- und Außendarstellung und die HR-Abteilung für Personalthemen und Belegungsplan sein. Wenn der Zukunftsfähigkeit ein hoher Stellenwert eingeräumt wird, empfiehlt sich die Integration eines Innovations- und Technologieexperten, der das Business versteht, Potenziale herausarbeitet und übergreifende Möglichkeiten aufzeigen kann. DIA hat hierfür einen festen Partner an der Seite um diesen Bedarf aus einer Hand abzubilden und verfügt somit Inhouse über diese Expertise. Zwei Szenarien
verdeutlichen die unterschiedlichen Rollen des Architekten im Projektablauf.

Szenario 1: Der strategische Anstoß zur grundlegenden Umstrukturierung kommt von der Geschäftsführung und impliziert ein Change Management. Von besonderer Bedeutung ist die frühzeitige Einbindung der Mitarbeiter. Der Architekt ist Teil des Wandels und trägt mit der Planung der Raumkonzeption zum Veränderungsprozess bei.

Szenario 2:„Eine Neustrukturierung ergibt sich aus der Not des Flächenbedarfs“. Der Anstoß erfolgt aus einem operativen Bedarf wie beispielsweise dem Mangel an
Arbeitsplätzen heraus. Hier geht es zunächst um die Lösung einer konkreten Problemstellung. Daraus kann sich eine Neustrukturierung entwickeln, die je nach Umfang weitere Veränderungsprozesse ins Rollen bringt. Der Architekt kann hier zusammen mit dem Innovationsmanager als zukunftsgerichteter Impulsgeber und Berater beim Entwurf einer ganzheitlichen Konzeption fungieren.

Briefing und Rahmenbedingungen
Je präziser die wesentlichen Rahmenbedingungen zu Beginn geklärt sind, desto effizienter und ökonomischer kann das Projekt abgewickelt werden. Die Beeinflussbarkeit der Baukosten ist zu Beginn sehr hoch und sinkt im Laufe des Projektes. Mit der fundierten Abwägung und klaren Festlegung der drei Zielgrößen Zeit, Kosten und Qualität werden die erfolgsentscheidenden Weichen am Anfang gestellt. Das anfängliche Briefing bedeutet für den Architekten zudem, die Unternehmenskultur und -werte zu verstehen, um sie in den Raum zu übersetzen. Auch hier kann der Innovationsmanager zu Beginn eingreifen und den Kunden im Briefing-Prozess maßgeblich unterstützen.

Fundierte Analyse
Um die übergeordnete Frage „Was ist die richtige Lösung für dieses Unternehmen?“ beantworten zu können, bedarf es einer stichfesten Analyse. Sie bildet die Grundlage für ein erfolgreiches Raumkonzept. Im Folgenden finden sich einige wesentliche Fragen, die helfen, das Unternehmen zu definieren.

1. Wie arbeitet das Unternehmen aktuell, welches Geschäftsmodell wird verfolgt, worauf beruht die Kultur und wie möchte es zukünftig Umsatz generieren?
Auf dieser Grundlage entsteht ein strategisch ausgerichtetes Bürokonzept, das über die architektonische Planung weit hinausgeht.

2. Wie ist die Bürostruktur des Unternehmens aktuell und wie soll sie zukünftig sein?
Welche Büroform wird bisher genutzt, was sind die Problemstellungen und was für Funktionen soll die Fläche zukünftig erfüllen.

3. Wie ist die bauliche Substanz?
Um den Budgetrahmen über das gesamte Projekt halten zu können, bedarf es zu Beginn einer klaren Abgrenzung des zu entwickelnden Bereichs sowie einer genaueren Betrachtung der Gebäudesubstanz. So werden versteckte Kosten vermieden.

4. Was ist die Bauaufgabe?
Neubau und Bauen im Bestand stellen hinsichtlich der Rahmenbedingungen zwei völlig unterschiedliche Bauaufgaben dar. Im Bestandsgebäude kommt es darauf an, vorgegebene Strukturen wie
Fassadenrasterung, Haustechnik sowie Brandschutzeinteilung zu erfassen und mit dem modernen Raumkonzept zu vereinen. Ein Neubau ermöglicht die Erschaffung einer Gebäudestruktur, die
auf maximale Optimierung ausgelegt ist. Dazu zählt beispielsweise eine kluge Einteilung und Vorhaltung für eine spätere Nachrüstung von Trennwänden ohne große Umbauarbeiten oder die Integration der Haustechnik in die Betondecken.

5. Was sind die konkreten Nutzungsanforderungen?
Zur Erarbeitung der Nutzungsanforderungen bieten sich verschiedene Methoden an, die – je nach Bedarf – zusätzlich vom Architekt geleistet werden können. In Workshops können auf der einen
Seite Grundlagen zu Belegungsplanung, Prozessabläufen und Kommunikationswegen unter Beteiligung des Bauherren erarbeitet werden:„Wer arbeitet und kommuniziert wie mit wem auf welche
Weise?“ Auf der anderen Seite schaffen Innovations-Workshops die Möglichkeit frei und kreativ an den Raum der Zukunft heranzugehen. Ebenfalls möglich sind thematisch strukturierte und regelmäßig in der Planungsphase stattfindende Arbeitskreise zu Themen wie „Büro“, „Sicherheit“ und „IT“, die zielgerichtet Fragen beantworten. Der Architekt entwickelt aus diesen Erkenntnissen eine Planung, die die Funktionsabläufe optimal im Raum abbildet.

Involvement und interne Kommunikation
Um Akzeptanz und Freude bei den Mitarbeitern zu erreichen, sind Involvement und eine transparente Kommunikation von essenzieller Bedeutung für ein erfolgreiches Change Management. Es ist eine große Aufgabe, alle Mitarbeiter eines Unternehmens zufriedenzustellen. Die frühzeitige Sensibilisierung und Beteiligung der Mitarbeiter kann hier große Abhilfe schaffen. Diese sorgt nicht nur dafür, dass das Konzept alltagstauglich wird, sondern erzeugt zugleich ein positives Gefühl des Mitwirkens. Seien es oben angesprochene Arbeitskreise oder der Test von einzelnen Büromöbeln bis hin zu kompletten Arbeitswelten mit Open Space und Desk-SharingPrinzip. Gleichzeitig bedarf es insbesondere bei großen Projekten einer klugen Kommunikationsstrategie. Sie kann die zahlreichen Vorteile herausstellen, verleiht das bedeutsame Gefühl des „Informiert-Seins“. Bereits ein dauerhaft installierter Stand, der Fragen beantwortet und das neue Projekt visuell
oder grafisch ankündigt, kann Vorfreude erzeugen. Mit digitalen Technologien wie „Virtual Reality“ kann der Mitarbeiter sich sogar in die neue Arbeitswelt hineinversetzen. Das weckt Begeisterung.

Zusammengefasst: Erfolgsfaktoren für einen guten Arbeitsplatz
Ein guter Arbeitsplatz wird durch die richtige Balance zwischen Flächeneffizienz (m2/AP), Funktionalität und Qualität definiert.
Es gilt sechs Erfolgsfaktoren zu beachten:
Hohe Funktionalität und Flexibilität, angenehme Raumakustik, gesunde Materialien, durchdachtes Corporate Design, Innovation und vielseitige Aufenthaltsqualität.

 

Über den Autor

DIA – Dittel Architekten ist ein Architektur- und Designbüro mit Sitz in Stuttgart, das 2005 von Architekt Frank Dittel gegründet wurde. Das Büro zeichnet sich durch seinen zukunftsgerichteten Blick auf den gesellschaftlichen Wandel aus, der sich von Beginn an in der Konzeptionierung der Projekte niederschlägt. Mit einer Inhouse-Beratungsleistung im Bereich digitaler Technologien komplettiert DIA seinen architektonischen Leistungsumfang. Bürogebäude und -räume gehören zu einem Schwerpunkt der Architekten mit dem kürzlich fertig gestellten Open Space Konzept für das deutsche Headquarter der Husqvarna Group sowie aktuell laufenden Projekten wie die Neugestaltung der deutschen Auslandsvertretungen weltweit. In der Entwicklung multifunktionaler Bürokonzepte profiiert DIA von seiner Expertise im Bereich der Hospitality und Einzelhandel.
Stand: 14.11.2019 08:20