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Nachhaltigkeit: In Unternehmen nachhaltig wirtschaften und arbeiten

Nachhaltigkeit: In Unternehmen nachhaltig wirtschaften und arbeiten

Was bedeutet für uns Nachhaltigkeit? Mit dieser Frage müssen sich die Unternehmen befassen – unter anderem weil die Folgen des Klimawandels weltweit immer spürbarer werden.

Die Folgen des Klimawandels werden weltweit immer spürbarer. Deshalb muss man kein Prophet sein, um zu prognostizieren: In den kommenden Jahren wird der Klimawandel von einem wachsenden Teil der Bevölkerung als eine massive Bedrohung des menschlichen Lebens erfahren werden. Und dies wird wiederum die Politik verstärkt zu einem regulierenden Eingreifen zwingen.

Der Klimawandel verändert das wirtschaftliche Umfeld

Deshalb ist absehbar: Die Wirtschaft wird mit immer schärferen Vorgaben im Bereich Umwelt- und Klimaschutz konfrontiert sein. Auch das Kaufverhalten der Kunden. wird sich verändern. Und mehr Leistungsträger werden ihren Arbeitgeber fragen, welchen Beitrag er zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft leistet.

Das Problem hierbei ist: Im gesellschaftlichen Diskurs ist umstritten, was unter einer „nachhaltigen Entwicklung“ zu verstehen ist und wie dieses Ziel erreicht werden kann. Deshalb sollten sich Unternehmen bezogen auf das Thema Nachhaltigkeit zunächst fragen, was diese Begriffe für sie überhaupt bedeuten.

Sich der eigenen Triebfedern bewusst werden

Dabei muss den Entscheidern bewusst sein, dass ihre Organisation in ein Umfeld eingebettet ist, das konkrete Erwartungen an sie hat; außerdem, dass die Erwartungen der verschiedenen Stakeholder wie Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Kapital- und Gesetzgeber sich wandeln und oft divergieren. Denn nur wenn ein Unternehmen die vielfältigen Erwartungen kennt, kann es entscheiden: Auf welche wollen, können und müssen wir reagieren?

Hierfür muss man wiederum wissen: Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit dem Thema? Tun wir dies aus einer intrinsischen Motivation – beispielsweise, weil wir selbst ein nachhaltiges Wirtschaften und Arbeiten als überlebensnotwendig erachten? Oder ist das Gegenteil der Fall? Beschäftigen wir uns mit ihm primär, weil wir hierzu genötigt werden – beispielsweise

  • durch die steigenden Energiepreise oder
  • durch die verschärften gesetzlichen Auflagen oder
  • weil das Kriterium „Nachhaltigkeit“ für die Kaufentscheidung unserer Kunden immer relevanter wird?
Die eindimensionale Betrachtungsweise überwinden

An die Stelle einer so eindimensionalen Betrachtung muss künftig die Erkenntnis treten: Eine auf Dauer stabile Entwicklung von Gesellschaften ist nur möglich, wenn die ökologischen, ökonomischen und sozialen (Entwicklungs-)Ziele gleichrangig behandelt werden.

Dieses Bewusstsein wächst in den Unternehmen. Deshalb findet in ihnen zunehmend Projekte statt, in denen die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen 2015 formulierte, als Basis für eine Reflektion dienen:

  • Was bedeutet für uns ein nachhaltiges Wirtschaften und Arbeiten?
  • Worin zeigt sich ein solches in unserer Alltagsarbeit?
  • Welche Entwicklungsziele sind unsererseits damit verbunden? Und:
  • Welche Veränderungen sind hierfür in unserer Organisation nötig?
Zurzeit sind wir alle noch Lernende

Aus den Erkenntnissen werden dann Nachhaltigkeitskonzepte abgeleitet und hieraus wiederum Changeprojekte. Diese haben aktuell oft noch den Charakter von Versuchsballons, denn bezogen auf das Thema nachhaltige Entwicklung sind wir zurzeit alle noch Lernende bzw. Suchende nach dem erfolgversprechenden Weg.

Zur Person

Dr. Georg Kraus ist geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal. Er ist unter anderem Lehrbeauftragter an der Universität Karlsruhe, der St. Gallener Business-School und der technischen Universität Clausthal.

Stand: 08.02.2022 10:00