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Mitarbeiterbindung: High Potentials halten
Foto gmbhchef. High Potentiales halten

Mitarbeiterbindung: High Potentials halten

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. In vielen Branchen werden qualifizierte Arbeitnehmer händeringend gesucht – doch das ist nur die eine Seite. Für viele Mittelständler liegt die Herausforderung darin, die eigenen Topkräfte zu halten und langfristig an das Unternehmen zu binden.

Der demografische Wandel und mit ihm einhergehend der Fachkräftemangel entwickeln sich immer mehr zum Schreckgespenst deutscher Unternehmen. Längst ist das Fehlen gut ausgebildeter Mitarbeiter keine ferne Zukunftsmusik mehr.

Schon heute kann so mancher Ausbildungsplatz oder eine vakante Stelle nicht mehr besetzt werden und das mit spürbaren Auswirkungen für die Unternehmen. So haben beispielsweise einige Handwerksbetriebe solche Schwierigkeiten geeignetes Personal zu finden, dass sie Aufträge nicht annehmen können bzw. die Kunden auf eine überdurchschnittlich lange Wartezeit hinweisen müssen, bis ihr Auftrag erledigt werden kann. Konsequenz ist nicht selten, dass sich Kunden nach einem anderen Betrieb umschauen, in der Hoffnung, dass dieser den gewünschten Auftrag zeitnah erledigen kann.

Warnsignale ernst nehmen

Vor diesem Hintergrund ist es schwer zu verstehen, wie bereitwillig einige Unternehmen ihre besten Arbeitskräfte ziehen lassen. Der Weggang verdienter Mitarbeiter ist für die meisten Unternehmen mit messbaren Einbußen verbunden. Besonders kleine Betriebe trifft der Verlust einer Fachkraft hart: Angefangen von den Aufgaben über den Kundenkontakt bis hin zur Neuordnung innerhalb eines Teams. Die Suche nach geeignetem Ersatz ist kostspielig und nicht selten langwierig oder gar erfolglos. Die Folge: Die verbleibenden Mitarbeiter müssen die zusätzlich anfallenden Aufgaben untereinander aufteilen. Die dadurch gebundene Arbeitskraft fehlt wiederum an anderer Stelle. Dies führt zu Überlastung oder Reibereien innerhalb eines Teams. Wichtige Aufgaben bleiben liegen oder werden so weit geschoben, dass sie nur noch auf den letzten Drücker erledigt werden können.  Fehler sind vorprogrammiert und kosten das Unternehmen zusätzlich Zeit und Geld.

Wie gelingt es also die High Potentials im eigenen Unternehmen zu halten? Offensichtlich eine Frage, auf die viele Betriebe noch keine Antwort gefunden haben oder wie sonst lassen sich Zahlen erklären, die zeigen, dass nur jeder dritte Mitarbeiter das eigene Unternehmen weiterempfehlen würde? Ergebnisse einer im Juni veröffentlichten repräsentativen Studie der Manpower Group zeichnen ein noch schlechteres Bild. Jeder zweite Arbeitnehmer ist in seinem Job so unzufrieden, dass er sich nach Alternativen umsieht. Die Gründe sind vielfältig: schlechtes Betriebsklima, zu wenig Wertschätzung, unangemessene Bezahlung.

Unzufriedenheit entgegenwirken

Gute Mitarbeiter im Unternehmen halten, muss nicht immer teuer sein. Sicher, eine angemessene Bezahlung ist die grundsätzliche Basis, Wertschätzung hingegen ist mit keinem finanziellen Aufwand verbunden und wirkt sich direkt auf die Mitarbeitermotivation aus.

Unternehmer sollten sich also die Frage stellen, ob sie ihren Mitarbeitern das Arbeitsumfeld bieten, das ihnen einen Anreiz zum Verbleib im Unternehmen vermittelt. Um dies in Erfahrung zu bringen, eignen sich insbesondere Vieraugengespräche mit den Mitarbeitern. Die darin erwähnten Kritikpunkte sollten nicht abgetan, sondern ernst genommen werden. Finden diese Gespräche regelmäßig und nicht nur einmal im Jahr statt, besteht die Chance möglichen Frust direkt im Keim zu ersticken und diesem entgegenzuwirken. Wartet ein unzufriedener Mitarbeiter hingegen erst Monate auf ein Gespräch, kann er sich im schlimmsten Fall schon innerlich von dem Unternehmen verabschiedet haben.

Aktiv handeln

Ein einmaliges Gespräch reicht natürlich nicht aus, um die Zufriedenheit zu steigern und den Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Auch hier ist Kontinuität gefragt. Geschäftsführer oder leitende Angestellte sollten demnach immer Anschlussgespräche einplanen, in denen sich vergewissert wird, ob sich beispielsweise das Arbeitsklima dank stattgefundener Gespräche verbessert hat. Oder es sollte in diesen Besprechungen konkret erläutert werden, welche Veränderungen zu welchem Zeitpunkt umgesetzt werden, um der aufgeführten Kritik zu begegnen. Sieht der Mitarbeiter nicht, dass seine Kritikpunkte Gehör finden und beherzigt werden, wird er sich über kurz oder lang nach einem neuen Arbeitgeber umsehen.

Stand: 07.08.2018 13:09