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Messeausblick: Die Zukunft der Messe

Messeausblick: Die Zukunft der Messe

Die Besucherzahlen von Messen sind stetig rückläufig. Zuletzt wurde die CeBit, einst die weltweit größte Messe für Informationstechnik, eingestellt. Doch wie kann es gelingen, die eigene Messe attraktiv zu gestalten und Besuchern einen besonderen Anreiz zu bieten?

Messen werden immer weniger besucht. Das Phänomen zieht sich durch verschiedenste Messen in unterschiedlichen Branchen. Besonders spürbar wurde die Thematik Messesterben, als Ende letzten Jahres verkündet wurde, dass die international erfolgreiche IT-Messe CeBit nun eingestellt wird. Der Grund: Immer weniger Besucher meldeten sich an.
Die Problematik dahinter ist, dass neue Produkte viel schneller auf Blogs oder sogar auf den unternehmenseigenen Webseiten vorgestellt werden können. Einen Grund für die bloße Anwesenheit bei der großflächigen Messeveranstaltung auf der kaum Zeit für gezielte Gespräche bleibt, gibt es somit nur noch für wenige.

Neue Wege gehen

Aber wie kann es sein, dass in den Medien vom Messesterben berichtet wird, doch fast alle großen Messegesellschaften in Deutschland im letzten Jahr ein Umsatzplus verzeichnen konnten? Weiterhin gilt, dass fünf der Top-Ten-Messefirmen der Welt aus Deutschland kommen. Die Messe Frankfurt z.B. ist die globale Nummer drei und konnte ihren Spitzenplatz in Deutschland auch im Jahr 2018 weiter ausbauen. Mit weltweit 101 Ausstellungen erreichte sie einen Umsatz von 715 Mio. €, bei einem Gewinn von 59 Mio. €. Genau hier kommt der Clou: 42% ihres Geschäfts machte die Frankfurter Messe mit ihren Veranstaltungen im Ausland.  Ein Trend den viele Messeveranstalter nutzen, denn der neue Wachstumstreiber ist das Ausland. Auch der Messeexperte von der Beratung Exhibition Doctors, Udo Traeger, weist in einem Interview mit dem Handelsblatt darauf hin: „Deutsche Messen, die zu wenig in anderen Ländern aktiv sind, bekommen mittelfristig Probleme.“ Aufgrund der Verschiebung der Hauptmärkte vieler Branchen in andere Länder verlagern sich auch die Messen dorthin. Denn es gilt die Devise: Wer im Ausland nicht präsent ist, riskiert, dass sich in den anderen Ländern eigene starke Branchenmessen etablieren und somit Aussteller wie auch Besucher Deutschland fernbleiben. Das Umsatzplus der großen Messegesellschaften lässt sich somit also leicht erklären.
Doch was bleibt den kleineren Messeausrichtern, die momentan nicht die Kapazitäten für größere kostspielige Messen im Ausland besitzen? Außerdem gibt es viele kleinere Gesellschaften, die ihren Fokus mehr auf Regionalität legen und den Schritt ins Ausland erst gar nicht wagen wollen.

Trends erkennen

Wohin geht also der Messetrend innerhalb Deutschlands? Besonders zwei klare Trends kristallisieren sich momentan heraus: Entweder eine kleinere gezielte Fachmesse oder eben den Trend der Digitalisierung aufgreifen und eine Messe komplett online ausrichten. Beim Ausrichten der eigenen Veranstaltung gilt es dann das richtige Format zu wählen. Will man einen besonderen Fokus auf den Austausch und das Networking legen und so einen Unique Selling Point (USP) auf die Kommunikation von den einzelnen Ausstellern und Teilnehmern legen, dann bietet sich die Fachmesse an. Hier können die Teilnehmer gezielt und ohne die Problematik zu großer Streuung zu einem Dachthema zusammenkommen und so von Experte zu Experte produktives Networking im Rahmen einer Veranstaltung betreiben.
Will man auf seiner Messe allerdings primär den Informationsaustausch und die eigene Produktpalette vorstellen sowie einen Blick auf die Konkurrenz werfen, bietet sich eine digitale Messe an. Online und ohne teuren Stand kann man gerade als Messeteilnehmer unkompliziert und flexibel die Messe besuchen und ohne jeglichen Stress die neuesten Trends erkunden. Besonders für digitale Themen eignen sich Onlinemessen, da dort auch von einer internetaffinen Zielgruppe ausgegangen
werden kann.
Es bieten sich also auch für kleine und mittelständische Unternehmen durchaus Möglichkeiten Messen erfolgreich auszurichten. Je nach Ausrichtung und eigentlichem Ziel, das man mit seiner Messe verfolgt, empfiehlt es sich, über diese zwei Messerichtungen nachzudenken.

Stand: 12.04.2019 09:00