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Kostenlose Finanzberatung kommt einem teuer zu stehen

Kostenlose Finanzberatung kommt einem teuer zu stehen

*Advertorial Während in Großbritannien und den Niederlanden Provisionen in der Beratung für Altersvorsorge, Geldanlage und Vermögensaufbau längst verboten sind, können deutsche Anleger und Sparer von Banken, Finanzvertrieben und Versicherungen nach wie vor auf Provisionsbasis „beraten“ werden. Auf den ersten Blick erscheint dies kostenlos. Wir haben zu diesem Thema mit Stefan Kemmler, Geschäftsführer und Honorarberater der Rheinplan Gesellschaft für strategische Vermögensplanung mbH aus Köln, gesprochen.

gmbhchef.: Herr Kemmler, wir Deutsche sind von Werbeslogans wie „Geiz ist geil“ geprägt. Warum dann nicht auch kostenlose Beratungen rund um das Thema Finanzen in Anspruch nehmen?

Stefan Kemmler: Nun, zuerst muss man eines klarstellen: kostenlose Beratungen gibt es nicht. Und solange ein Verbraucher nicht unmittelbar für eine Beratung bezahlt, kann keinesfalls von einer Beratung gesprochen werden. In Wirklichkeit ist es dann nämlich ein Verkaufsgespräch, weil eben nicht die Beratung, sondern die erfolgreiche Vermittlung eines Finanz- oder Versicherungsproduktes von dem jeweiligen Produktgeber vergütet wird. Und dadurch kommt es zu Interessenkonflikten – sprich es werden Produkte empfohlen, die nicht für den Verbraucher, sondern für den Vermittler profitabel sind. Nicht selten wurden Anleger wegen dieses Modells sogar um ihr ganzes Erspartes gebracht. Erinnern wir uns an Schrottimmobilien in Ostdeutschland, Schiffs- und Filmfonds sowie sonstigen Hokuspokus-Anlagen. Immer zugunsten unverhältnismäßig hoher Provisionen.

gmbhchef.: Ist es denn nicht, abgesehen von solchen Extrembeispielen, eine faire „win-win-Situation“, wenn die Beratung kostenlos ist und sich der Vermittler über Provisionen refinanziert?

Stefan Kemmler: Wie gesagt, es ist dann keine Beratung, sondern ein Verkaufsgespräch. „Eine Hand wäscht die andere“ greift hier leider nicht – im Gegenteil. Zum einen zahlt das Geld, das der Vermittler von dem Produktgeber bekommt, am Ende der Anleger und sonst niemand. Somit ist es per se für den Verbraucher schon mal nicht kostenlos. Zum anderen fließt das Geld, das zur Finanzierung der Provisionen verwendet wird, logischerweise nicht mehr in den Vermögensaufbau. Also kann es dann auch nicht mehr arbeiten und sich vermehren. Aber auch bei einfachen Produkten wie offenen Investmentfonds oder Versicherungen wird den Anlegern und Sparern weiteres Geld aus der Tasche gezogen – und das nicht zu knapp.

gmbhchef.: Wie wird den Anlegern und Sparern weiteres Geld aus der Tasche gezogen? Fonds und Versicherungen sind doch in Deutschland stark reguliert.

Stefan Kemmler: Mit den Kosten, die die Produkte enthalten. Die alte Kaufmannsregel „der Gewinn liegt im Einkauf“ ist allseits bekannt. Doch trotz gesetzlicher Vorschriften wird im Vermittlungsalltag das Thema Kosten meist elegant unter den Tisch fallen gelassen und gehofft, dass der Verbraucher bloß nicht nachfragt. Das erfolgt meist tatsächlich auch nicht und in der Folge rechnet er die Offerten auch nicht mal durch. Sollte man aber vor einer Anlageentscheidung! Denn wenn ein Produkt sehr kostenintensiv ist, kann es am Ende natürlich nur mickrige Renditen abwerfen.

gmbhchef.: Welche Kosten sind denn in den Fonds und Versicherungen enthalten?

Stefan Kemmler: Zum einen die bereits erwähnten Provisionen und zum anderen die Verwaltungskosten sowie Spekulationskosten. Das ist der Grund warum die durchschnittliche Anlegerrendite vor Steuer und Inflation bei nur ca. 3% pro Jahr liegt, obwohl Marktrenditen nachweislich jenseits der 6% pro Jahr existieren. Ergo: Kostenlose Finanzberatung kommt einem teuer zu stehen.

wissenschaftliches Investieren
herkömmliches Sparen

Parameter: 500€ Beitrag, 30 Jahre Laufzeit, Marktrendite 6% p.a., Kosten herkömmliches Sparen 3,1% p.a., Kosten wissenschaftliches Investieren 0,8% p.a., ohne Spekulationskosten, eigene Berechnung

gmbhchef.: Was genau sind Spekulationskosten?

Stefan Kemmler: Wissen Sie, der Antrieb eines Fondsmanagers ist es, besser als Markt zu sein, obwohl dies erwiesenermaßen weniger als 5% aller Manager weltweit dauerhaft und vor allem nach Kosten gelingt. Dazu versuchen sie die richtigen Wertpapiere sowie die richtigen Kauf- und Verkaufszeitpunkte zu finden. Nach den Erkenntnissen der Kapitalmarktforschung haben aber das sogenannte Stock Picking und Market Timing nur eine 5%ige Auswirkung auf den Erfolg einer Kapitalanlage. Nachvollziehbar, da auch Fondsmanager keine Glaskugel haben. Vielmehr werden aber dadurch Renditen verpasst und somit ein renditeschädlicher Effekt erzielt. Das sind die Spekulationskosten, sprich die Renditen, die man durch Spekulation nicht erwirtschaftet.

gmbhchef.: Welchen Rat können Sie Verbrauchern geben?

Stefan Kemmler: Zu aller erst nicht mehr auf den verkäuferischen Unsinn der Finanzindustrie und Medien reinzufallen. Wie in anderen Bereichen des Lebens sollte man auch bei dem Thema Geld nicht nur auf den gesunden Menschenverstand, sondern auch auf die Wissenschaft setzen. Das bedeutet einerseits ein besonderes Augenmerk auf die Kosten zu legen und andererseits keine spekulativen Kapitalanlagen zu zeichnen, sondern einfach nur die weltweiten Marktrenditen für sich abzuschöpfen. Weiterhin sollte man die nachgewiesenen Faktorenprämien wie Size, Value, Profit und Political Risk nutzen, weil diese langfristig eine Mehrrendite in Aussicht stellen. Als Instrumente bieten sich dafür kostengünstige ETFs bzw. Indexfonds an. Diese sollten im Rahmen einer sogenannten Buy-and-Hold-Strategie eingesetzt werden, um Handelskosten und Steuern niedrig zu halten. Da diese Fondsgattungen aber eben frei von jeglichen Provisionen sind sowie nur ganz geringe Verwaltungskosten aufweisen und die empfohlene Strategie den Lobbyisten kein Geld bringt, wird es von Banken, Finanzvertrieben & Co. natürlich nicht empfohlen. Daher sollte man sich vertrauensvoll an einen Honorarberater wenden.

gmbhchef.: Vielen Dank für das Interview!

Stefan Kemmler: Herzlich gerne!

Rheinplan
Gesellschaft für strategische Vermögensplanung mbH
Salierring 32
50677 Köln
0221-93282160
info@rheinplan.finance
www.rheinplan.finance

 

 

 

 

Stand: 19.03.2018 15:31