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Konjunkturkrise: Zeit zu handeln

Konjunkturkrise: Zeit zu handeln

Immer mehr Unternehmen sind mit ihrer Geschäftslage weniger zufrieden als noch vor sechs oder zwölf Monaten – außerdem sinken die Erwartungen. Die Zeiten des konjunkturellen Aufschwungs scheinen erst einmal vorbei. Umso stärker steigt die Notwendigkeit, konsequent auf Innovation und Risikomanagement zu setzen. Wichtig ist mit Blick auf das Jahresende, wie immer um diese Zeit: Verjährungsfristen beachten!

„Schwarze Wolken am Himmel“, „Droht eine Rezession?“, lauten Überschriften in der Wirtschaftsberichterstattung der vergangenen Wochen. Keine Frage: Die Zeichen für einen Abschwung mehren sich.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beispielsweise sieht die „Konjunktur auf Talfahrt“. „Der außenwirtschaftliche Gegenwind triff nun die Breite der Industrie“, heißt es Ende Oktober vom DIHK. Zum dritten Mal in Folge melden die Unternehmen in der Herbst-Konjunkturumfrage des DIHK eine deutlich eingetrübte Geschäftslage. Entsprechend schraubt der DIHK seine Wachstumsprognose nochmals herunter. Vor allem in der Industrie verschlechtern sich die Lage und die Erwartungen der Betriebe erheblich. Zudem hinterlasse die Abkühlung mittlerweile auch sichtbare Spuren bei industrienahen Dienstleistern und Großhändlern. Auch die im Herbst saisonübliche Lageaufhellung im Bau falle in diesem Jahr auffllend schwach aus. Der DIHK bewertet die konjunkturelle Entwicklung insgesamt als „besorgniserregend“.

Creditreform Geschäftsklimaindex
Im Gefolge der schwachen Industriekonjunktur hat sich auch im deutschen Mittelstand die Stimmungslage spürbar verschlechtert. Der Creditreform Geschäftsklimaindex für die mittelständische
Wirtschaft erreichte auf Basis der aktuellen Herbstbefragung einen Wert von 17,1  Punkten. Das sind gut zehn Punkte weniger als zum Vorjahreszeitpunkt (27,6 Punkte). Insbesondere die Geschäftserwartungen als Teilkomponente des Geschäftsklimas hätten deutlich nachgegeben, teilte der Verband der Vereine Creditreform im Oktober mit. Deutliche Einschnitte in der Auftragslage würden bereits die Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe verzeichnen. Die Befragten würden häufiger von gesunkenen Auftragseingängen berichten als von gestiegenen.

Was Deutschlands Autoindustrie samt den vielen großen, mittleren und kleinen Zulieferern betrifft, so spricht etwa Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Vorstandssprecher des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen – laut der Tageszeitung „DIE WELT“ – von den „schwierigsten Jahren, die die Autoindustrie je erlebt hat“. Einige Konzerne geben bereits Gewinnwarnungen heraus, erste Zulieferer stellen bereits Insolvenzanträge.

Gerade jetzt: Die Zahlen im Blick behalten
Der konjunkturelle Abschwung, die Krise der Autoindustrie, der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Brexit stellen die Firmen in Deutschland derzeit vor besondere Herausforderungen. Hinzu kommen andere Entwicklungen zur gleichen Zeit, beispielsweise der zunehmende digitale Wandel, der zwingend Investitionen in Innovation und Weiterbildung erfordert. Gerade kleine und mittlere Betriebe sind verunsichert, geraten derzeit unter Druck und müssen erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Performanz zu erhalten. Das erfordert auf der einen Seite Mut zu Innovationen, um die Effizienz zu steigern. Und auf der anderen Seite ein konsequentes Risikomanagement.

„Wir empfehlen, gerade in diesen Zeiten die Kostenseite ganz genau in den Blick zu nehmen und über die üblichen Routinen hinaus Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen“, rät Jörg Rossen, Geschäftsführer der Creditreform Bonn Rossen KG. Spätestens jetzt sei die Zeit gekommen, ein konsequentes, alle Aspekte des Auftrags- und Zahlungswesens umfassendes Risikomanagement zu
implementieren.

Gerade jetzt müssen Unternehmen bei sämtlichen Geschäftsprozessen die Zahlen im Blick behalten. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es gerade in kleinen und mittleren Betrieben in vielen Fällen aber nicht. „Das beginnt übrigens bei der Kundenakquise“, betont Moritz von Padberg, Geschäftsführer der Creditreform Köln von Padberg KG: „Wer effizient und nachhaltig neue Kunden gewinnen möchte, sollte deren Bonität im Blick haben.“ Denn wenn Bonität und Zuverlässigkeit stimmen, sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen.

Firmen sollten sich deshalb detailliert über Neukunden informieren und alle relevanten Informationen zusammentragen – die von Auskunfteien wie der Creditreform ebenso wie die der eigenen Vertriebsabteilung, die mit den Kunden im Gespräch ist. Auch die Ausfallwahrscheinlichkeit lässt sich bestimmen – von der verzögerten Zahlung oder Lieferung über die Nichtzahlung oder -lieferung bis zur Insolvenz. Das alles sollte in ein Kunden- und Kreditmanagement als Teil des Risikomanagements einfließen – frühzeitig und systematisch.

Prozesse digitalisieren, effizienter werden
Nächster Schritt: Firmen sollten sofort nach Leistungserbringung die jeweilige Rechnung stellen und dabei unbedingt auf die korrekte und vollständige Aufzählung ihrer erbrachten Leistungen und der vereinbarten Preise achten. Jeder Fehler, jede Ungenauigkeit in der Rechnung kann von den Kunden dazu genutzt werden, die Zahlung hinauszuschieben oder zu verweigern.

Zugleich sollte man über einen zusätzlichen Anreiz für die Auftraggeber nachdenken, zügig zu zahlen. Man kann zum Beispiel Skonto und Bankeinzug anbieten. Zudem sollten Firmen die Zahlungsbedingungen mit einem Tagesdatum – etwa „zahlbar rein netto bis zum 15.12.2019” – versehen.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Zahlungsverzögerungen und -ausfällen. Bestandteil eines umfassenden Risikomanagements sollte deshalb ein ordnungsgemäßes Mahnwesen sein. Schriftliche
Mahnungen dokumentieren den Zahlungsanspruch und verleihen einer Forderung Nachdruck. Zwei Mahnstufen genügen: „Erinnerung“ und „Letzte Mahnung“. Außerdem sollte eine Liefer- oder
Leistungssperre als mögliche Folge an den Schuldner kommuniziert werden. Wird nicht gezahlt, kann man Kontakt aufnehmen und versuchen, strittige Punkte telefonisch zu klären. Führt das zu keinem Ergebnis, sollte man anschließend unverzüglich einen Inkassodienstleister und bei strittigen Forderungen einen Rechtsanwalt mit dem Forderungseinzug beauftragen.

Wichtig: Prüfen Sie rechtzeitig vor Jahresende die Gültigkeit von offenen Rechnungen! Denn am 31.12. verjähren viele Forderungen und damit auch die Zahlungsansprüche. Wer bei seinem Risikomanagement auf entsprechende Dienstleister setzt, etwa die Creditreform, erhält dort meist auch die Information, ob man von möglicher Verjährung betroffen ist und was man dagegen tun kann. Die Creditreform beispielsweise bietet einen kostenfreien Online-Verjährungsrechner an und informiert, was zu tun ist, wenn ein entsprechender Stichtag unmittelbar bevorsteht.

„Online“ ist in Zeiten der Digitalisierung ohnehin ein wichtiges Stichwort. Anbieter wie die Creditreform digitalisieren immer mehr Dienstleistungen, wodurch vor allem kleine und mittlere Betriebe mit wenigen personellen und finanziellen Mitteln dennoch ein effizientes und umfassendes Risikomanagement aufsetzen können.

Ein Beispiel für eine solche Dienstleistung: KIEBA. Dieser Service der Creditreform unterstützt Unternehmen, etwa Einzelhändler, bei Problemen mit Rücklastschriften. Wird eine Lastschrift nicht
eingelöst, kann man die entsprechenden Daten auf einfachem Weg an die Creditreform übermitteln. Über eine Schnittstelle und die Direktansprache der kartenführenden Banken ermittelt die Creditreform die Inhaberdaten. Für die weitere Bearbeitung kann man zudem einen Mahnservice mit Inkassobearbeitung nutzen.

Interessant für Unternehmen ist auch die Creditreform-App „CrefoCollect Mobile“. Sie ermöglicht es, offene Rechnungen schnell und einfach – per Foto – zum Inkasso zu übergeben, bietet eine übersichtliche Informationsaufstellung zu laufenden Inkassofällen und kombiniert Auskunft und Inkasso.

„Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und bietet gerade auch kleinen und mittleren Unternehmen viele Chancen“, sagt Rossen. „Sie können die Effizienz ihrer Prozesse steigern und auf
diese Weise zum Beispiel auch Innovation mit besserem Risikomanagement verknüpfen.“

 

Zum Unternehmen
Seit der Gründung im Jahr 1879 ist es das Ziel von Creditreform, Unternehmen vor Forderungsausfällen zu schützen, die Liquidität vernichten und den Fortbestand von Unternehmen gefährden. Dieser Maxime sind alle Lösungen und Angebote von Creditreform verpflichtet. Heute sorgen 128 Geschäftsstellen in ganz Deutschland dafür, dass die Mitglieder ihre Geschäfte mit minimalem Risiko und maximaler Effizienz abwickeln können. Vom Rhein-Erft-Kreis über die Metropolregion Köln bis in den oberbergischen Kreis unterstützt Creditreform Köln mit 66 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 3.000 Unternehmen der Region in ihrem Tagesgeschäft. Mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Creditreform Bonn Partner für 2.000 Unternehmenskunden der mittelständischen Wirtschaft in Bonn/Rhein-Sieg, Euskirchen sowie im Rhein-Erft- und Ahrkreis.
www.creditreform.de/koeln
www.creditreform.de/bonn
Stand: 04.01.2020 08:17