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Von Bankkredit bis Factoring: Klassische Produkte für mehr Liquidität

Von Bankkredit bis Factoring: Klassische Produkte für mehr Liquidität

(Advertorial) Ob sie gerade an den Start gehen, wachsen oder kriseln: Unternehmen benötigen ständig Kapital. Es ist ein unverzichtbarer Produktionsfaktor. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir klassische Finanzierungsformen für Unternehmen vor.

Abgesehen von einem kurzzeitigen Rückgang 2013 nimmt die Summe der Kredite an Unternehmen und Selbstständige seit 2006 kontinuierlich zu. Im zweiten Quartal 2021 betrug die Kreditsumme laut Deutscher Bundesbank 1.654 Milliarden Euro, also mehr als anderthalb Billionen Euro. 2013 lag sie noch bei 1.281,1 Milliarden Euro. Größter Kreditgeber an Unternehmen sind Sparkassen, sie kamen 2020 auf 30,2%. Von Kreditbanken stammten 27,2% der Unternehmenskredite, von Kreditgenossenschaften 19,9%. Knapp jeder zehnte Firmenkredit stammt von Landesbanken.

Klassiker I: Investitionskredit

Der Investitionskredit zählt zu den klassischen Finanzierungsinstrumenten der Wirtschaft. Er ist der Regelfall, wenn es um typische Investitionen geht, etwa in neue Maschinen oder einen Erweiterungsbau für die Produktion. Die Kredithöhe schwankt dabei enorm, sie kann von 10.000 oder 20.000 Euro bis zu mehreren Millionen Euro reichen. In der Regel wird eine feste Laufzeit vereinbart, die der Abschreibungszeit des finanzierten Investitionsgutes entspricht.

Im Grunde gibt es zwei Arten von Investitionskrediten: Darlehen der Hausbank sowie öffentliche Mittel. „Beides ist Standard und gehört in ein normales Portfolio“, sagt Philipp Brüse, Bereichsleiter Firmenkunden im HeilberufeCenter und GründerCenter der Sparkasse KölnBonn.

Der Hausbank-Kredit hat den Vorteil, dass er flexibel ist. „Er lässt sich gestalten, Nebenabreden sind möglich“, sagt Brüse und erläutert das an einem Beispiel: Eine typische Abschreibungsfrist für viele Investitionsgüter beträgt zehn Jahre. Es kann aber vorkommen, dass ein Unternehmen eine bestimmte Maschine zwar sofort benötigt und über einen Kredit finanzieren will, aber gleichzeitig von vornherein weiß, dass es sie nur vier oder fünf Jahre einsetzen und dann wieder veräußern will. „In einem solchen Fall würden wir die Zinsbindung auf vier oder fünf Jahre begrenzen. Danach könnte das Unternehmen die verbliebene Summe auf einen Schlag tilgen, ohne dass Vorfälligkeitszinsen anfallen“, erklärt Brüse. Das Unternehmen hat aber gleichzeitig eine feste Liquiditätszusage bis zum Ende der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer und erhält sich somit die Flexibilität, die Maschine weiter zu nutzen – ohne erneute Kreditprüfung.

Anders bei Förderkrediten. Diese zeichnen sich durch besonders günstige Zinskonditionen aus. Das ist der wesentliche Vorteil. Dem stehen aber auch Nachteile gegenüber: Nicht alle Investitionen sind förderfähig. „Vor allem aber sind die Laufzeiten starr, die Flexibilität ist gering“, weiß Brüse. Je nach Art der Investition seien sie dennoch das Mittel der Wahl. Ob ein Förderkredit in Frage kommt, dazu beraten Brüse und sein Team ihre Firmenkunden ausführlich. Denn: „Es kommt immer auf den Einzelfall an“, betont Brüse.

Klassiker II: Leasing

Produktionsmaschinen, Firmenfahrzeuge, IT-Anlagen, Büroausstattung – diese und viele weitere Güter haben zweierlei gemeinsam: Unternehmen sind auf sie angewiesen. Aber sie müssen sie nicht kaufen. „Ein übliches Finanzierungsinstrument für derartige Betriebsmittel ist Leasing“, sagt Sparkassenexperte Brüse. „Leasingfähig ist alles, was Sie anfassen und wegtragen können.“

Beispiel Firmenfahrzeuge: Laut einer Umfrage von statista vom Herbst 2021 nutzt fast die Hälfte der befragten Unternehmen die Methode Leasing mit Kilometervertrag als Hauptfinanzierungsmethode für die Anschaffung ihrer Fahrzeuge. Nur 32% dagegen setzen vor allem auf deren Kauf. Leasing gehört also zu den Standards im Finanzierungsmix von Unternehmen.

Der Vorteil von Leasing für Unternehmen: „Leasing verbessert die Eigenkapitalquote und schont damit auch die Bilanz, denn es wird wesentlich weniger Kapital gebunden“, stellt Brüse klar. Insofern sei Leasing nicht nur ein probates Finanzierungsinstrument, sondern auch strategisch interessant. „Heute herrscht eine viel höhere Transparenz, im Internet lassen sich sehr viele Unternehmensbilanzen mit wenigen Klicks finden“, sagt Brüse. Das heißt: Mehr denn je kommt es darauf an, sich vorhandenen und möglichen Geschäftspartnern und Geldgebern als finanzstarkes Unternehmen mit guter Bonität zu präsentieren, etwa um attraktive Kreditbedingungen zu erhalten. „Bestimmte Mobilien zu leasen statt sie zu kaufen ist also auch unter bilanzstrategischen Aspekten sinnvoll“, betont Brüse.

Klassiker III: Kontokorrentkredit

Ebenfalls im Portfolio der allermeisten Unternehmen ist der dritte Finanzierungsklassiker: ein Kontokorrentkredit. Die sogenannte „Kreditlinie“, die die Hausbank ihren Firmenkunden einräumt. Sie entspricht dem „Dispo“-Kredit für private Sparkassen- und Bankkunden und dient der kurzfristigen Finanzierung.

„Eine Kreditlinie ist enorm wichtig, weil Unternehmen dadurch flexibel bleiben“, erklärt Brüse. „Mehr noch: Sie ermöglicht Firmen, jederzeit die richtigen strategischen und taktischen Entscheidungen zu treffen.“ Es könnte ja beispielsweise klug sein, das Lager kurzfristig deutlich aufzustocken, um bei drohender Materialknappheit lieferfähig bleiben zu können. Oder aber die Materialknappheit oder ein anderes Problem in der Lieferkette sorgen dafür, dass Firmen selbst bei bester Auftragslage nicht alle Teile erhalten, die sie für die Fertigung ihrer Produkte benötigen, sodass sie ihrerseits nicht oder erst später liefern und entsprechend später erst ihre Rechnungen ausstellen können. „Mit einer Kreditlinie lassen sich solche Engpässe problemlos überbrücken“, sagt Brüse, „sie sichert also schlicht und ergreifend die unternehmerische Freiheit.“

Drei Klassiker, ein Produkt: Rahmenkreditvereinbarung

Für die Sparkasse KölnBonn und vergleichbare Banken und Sparkassen gehört es zum Selbstverständnis, ihre Firmenkunden intensiv zu begleiten und für sie ein individuelles Finanzierungspaket zu schnüren, das ihnen jederzeit ermöglicht, flexibel und autark zu agieren. „Deshalb bieten wir unseren Firmenkunden eine sogenannte Rahmenkreditvereinbarung an“, sagt etwa Philipp Brüse von der Sparkasse KölnBonn, „die alle klassischen Finanzierungsbausteine enthält.“

Der Vorteil für die Unternehmen: Über den Betrag, auf den sich die Hausbank und ihr Firmenkunde auf Basis der Geschäftszahlen und des aus oft jahrelanger Zusammenarbeit gewachsenen gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens einigen, erhält der Firmenkunde eine feste Rahmenzusage.

Beispiel: Die Sparkasse KölnBonn stellt einem Unternehmen einen Kreditrahmen von 300.000 Euro zur Verfügung. „Die Firma kann dann gewissermaßen frei über das Geld verfügen und entscheiden, welche Summe es als langfristigen Kredit für die Anschaffung etwa einer großen Anlage benötigt und welche eher für kurzfristige Aktivitäten“, erläutert Brüse das Prinzip. Der Vorteil: Es sind dann nicht jeweils neue Kreditverhandlungen nötig, so lange der Rahmen nicht überschritten wird. „Das ist wichtig“, betont der Experte, „denn so hat das Unternehmen die Freiheit, autark und schnell zu handeln, der Kreditrahmen gibt ihm die nötige Sicherheit.“

Weitere klassische Finanzierungsbausteine: Lieferantenkredit und Factoring

Die meisten Unternehmen setzen nicht nur auf eine Finanzierungsform, sondern stets auf einen Mix, abgestimmt auf die individuellen Erfordernisse und Möglichkeiten. Zu einem solchen Mix können neben normalen Bank- und speziellen Förderdarlehen sowie Leasing auch Factoring und Lieferantenkredite gehören.

Factoring ist eine Finanzdienstleistung, die mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung in wachsendem Umfang nutzen. Gemeint ist der Verkauf von Geldforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen. „Factoring ist ein interessanter Baustein im Finanzierungsmix eines Unternehmens, und zwar zur kurzfristigen Finanzierung des Umsatzes“, erläutert Brüse, „man sichert sich sofortige Liquidität und lagert das Ausfallrisiko aus.“

Auch eine andere Kurzfrist-Finanzierungsform sollte man nicht außer Acht lassen: den „guten alten“ Lieferantenkredit. Dabei räumt ein Lieferant seinen Kunden durch Gewährung eines Zahlungsziels für die Begleichung seiner Rechnung praktisch einen Kredit ein, der zur Finanzierung des Warenumschlags dient. Laut Creditreform lag das Volumen beispielsweise im Jahr 2017 bei fast 340 Milliarden Euro – und damit deutlich über dem Volumen kurzfristiger Bankkredite (205 Milliarden Euro).

Ihr Ansprechpartner

Philipp Brüse
Bereichsleiter Firmenkunden
HeilberufeCenter und GründerCenter
Thomas-Mann-Straße 61
53111 Bonn
0221 226-92000
philipp.bruese@sparkasse-koelnbonn.de

Redaktioneller Hinweis

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe Teil 3 unserer Serie:
Von Mezzanine-Kapital bis Crowdfunding – Spezielle Formen der Unternehmensfinanzierung
Bereits erschienen: Unternehmensfinanzierung – Schneller ans Ziel

Stand: 25.02.2022 08:28