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Keine außergewöhnliche Wertminderung bei VW-Autos
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Keine außergewöhnliche Wertminderung bei VW-Autos

Die vermeintliche Wertminderung eines Autos durch er­höhte Abgaswerte wie im Fall von Volkswagen kann nach Aussage der Bundesregierung nicht im Rahmen einer Ein­kunftsart als Betriebsausgabe oder Werbungskosten gel­tend gemacht werden, so die Antwort der Bundesregie­rung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke vom 18.12.2015 (BT-Drucks. 18/7126).

Hierzu führt die Bundesregierung aus: Für bilanzieren­de Steuerpflichtige sind gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG ab­nutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit den Anschaffungskosten vermindert um die Absetzungen für Abnutzungen (AfA) anzusetzen.

Ist der Teilwert aufgrund einer voraussichtlich dauern­den Wertminderung niedriger, so kann dieser angesetzt werden. Bei der Beurteilung im Rahmen des niedrigeren Teilwertansatzes kann für Wirtschaftsgüter des abnutzba­ren Anlagevermögens grundsätzlich von einer dauernden Wertminderung ausgegangen werden, wenn der Wert zum Bilanzstichtag mindestens auf die halbe Restnutzungs­dauer unter dem planmäßigen Restbuchwert liegt. Da der VW-Konzern jedoch angekündigt hat, dass alle von dem Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge nachgebessert wer­den und der Mangel damit behoben wird, handelt es sich – wenn überhaupt objektiv eine Wertminderung dargestellt werden kann – nur um einen vorübergehenden Sachver­halt.

Aus dem gleichen Grund kommt auch eine Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung nicht in Betracht (§ 7 Abs. 1 Satz 7 EStG). Eine solche Abschreibung setzt voraus, dass die wirtschaftliche Nutzbarkeit eines Wirtschaftsguts durch außergewöhnli­che Umstände gesunken ist oder das Wirtschaftsgut eine Substanzeinbuße im Sinne einer technischen Abnutzung erleidet. Bereits nach der Rechtsprechung des BFH führt ein erst nach der Anschaffung festgestellter Mangel nicht zu einer AfA für außergewöhnliche Abnutzung (BFH, Urteil vom 14.1.2004, Az. IX R 30/02).

Stand: 06.04.2016 14:19