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Kapitalerhöhung bei der GmbH: Die Bildung von genehmigtem Kapital

Kapitalerhöhung bei der GmbH: Die Bildung von genehmigtem Kapital

Hauptmotiv für eine Kapitalerhöhung ist die Stärkung der Kapitalbasis der GmbH. Nicht selten stehen die Geschäftsführer vor der Frage, wie sie notwendige Investitionen finanzieren sollen. Befindet sich die GmbH zudem in einer finanziellen Schieflage, müssen der GmbH dringend neue Geldmittel zugeführt werden. In dieser Situation bietet sich eine Kapitalerhöhung an. Die Erhöhung des Stammkapitals bessert die Bilanz und damit das Banken-Rating auf.

Neben der regulären Kapitalerhöhung und der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Rücklagenumwandlung) kann eine GmbH seit 2008 auch – wie bislang schon eine AG – die Bildung von genehmigtem Kapital beschließen. Hauptzweck dieser Regelung ist, die Finanzierung der GmbH durch die Zuführung neuen Eigenkapitals im Vergleich zur regulären Stammkapitalerhöhung zu erleichtern, insbesondere zu beschleunigen. Dies kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn eine GmbH viele Gesellschafter hat oder wenn Gesellschafter im Ausland wohnen.

Unter genehmigtem Kapital versteht man eine im Gesellschaftsvertrag verankerte Ermächtigung der Geschäftsführer, das Stammkapital innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu einem bestimmten Nennbetrag durch Ausgabe neuer Geschäftsanteile gegen Einlagen zu erhöhen (§ 55a GmbHG). Der Nennbetrag des genehmigten Kapitals darf die Hälfte des Stammkapitals, das zur Zeit der Ermächtigung vorhanden ist, nicht übersteigen.

Die Entscheidung über die Kapitalerhöhung – wann also von der Ermächtigung Gebrauch gemacht wird – treffen die Geschäftsführer. Sind mehrere Geschäftsführer vorhanden, bedarf es eines Beschlusses der Geschäftsführer. Soweit der Gesellschaftsvertrag keine entsprechenden Vorgaben enthält, entscheiden die Geschäftsführer selbstständig über die Nennbeträge der neuen Geschäftsanteile, über die Stückelung des Erhöhungsbetrags usw.

Wie bei der regulären Kapitalerhöhung erfolgt die Übernahme der neuen Geschäftsanteile durch Vertrag zwischen Übernehmer und Gesellschaft. Vor Anmeldung der Stammkapitalerhöhung müssen im Fall einer Erhöhung durch Bareinlagen mindestens ¼ des Nennbetrags eingezahlt werden. GegenSacheinlagen dürfen die Geschäftsanteile nur ausgegeben werden, wenn die Satzungsermächtigung es vorsieht (§ 55a Abs. 3 GmbHG). Sacheinlagen sindvollständig zu erbringen. Dann kann die Anmeldung erfolgen.

Stand: 23.07.2015 11:56