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Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachhaltig sein: Ein Experte erklärt, wie man der Police zumindest einen grünen Anstrich geben kann

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachhaltig sein: Ein Experte erklärt, wie man der Police zumindest einen grünen Anstrich geben kann

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigen Policen. Schließlich wird jeder Vierte im Laufe seines Berufslebens zumindest vorübergehend berufsunfähig. Stehen hier „grüne“ Tarife zur Verfügung? „Ja, es gibt sie“, weiß Philip Wenzel, Chefredakteur des Infoportals Worksurance.de. Allerdings weist der Experte darauf hin, dass man zunächst einen Tarif wählen sollte, der zum eigenen Beruf und Gesundheitszustand passt – und erst danach sollte man schauen, ob dieser Tarif einen grünen Anstrich hat. Und wie kann der Kunde nun beeinflussen, ob sein Tarif „grün“ ist? „Einen Teil der Versicherungsbeiträge macht der sogenannte Risikoüberschuss aus. Hier kann der Kunde prüfen, ob der Versicherer diese Überschüsse etwa in einem nachhaltigen Fonds anlegt“, so Wenzel.

Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile auch in der Versicherungsbranche angekommen. Es gibt Gesellschaften, die für jeden neuen Vertrag einen Baum pflanzen oder in der Hauptverwaltung Bienen halten. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) beispielsweise zählt zu den Policen, die von Experten immer wieder empfohlen werden. Schließlich wird jeder Vierte im Laufe seines Berufslebens zumindest vorübergehend berufsunfähig. Stehen hier auch „grüne“ Tarife zur Verfügung? „Ja, solche Tarife gibt es. Man kann eine BU abschließen, die etwa meinen CO2-Fußabdruck berücksichtigt“, meint Philip Wenzel, Chefredakteur des Infoportals Worksurance.de. Allerdings weist der Experte darauf hin, dass man zunächst einen Tarif wählen sollte, der zum eigenen Beruf und zum individuellen Gesundheitszustand passt – und erst danach sollte man schauen, ob dieser Tarif einen grünen Anstrich hat.

In welchem Fonds werden die Überschüsse angelegt?
Was passiert beim Versicherer mit den Beiträgen der Kunden? „Der Großteil wird zur Deckung der Risiken benötigt, die der Versicherer tragen muss. Dieser Anteil wandert in das sogenannte Sicherungsvermögen.“ Hier kann der Kunde schauen, ob die Versicherungsgesellschaft grundsätzlich bereits hausinterne Nachhaltigkeitskriterien für die Anlage seines Vermögens aufgestellt hat und wie weit der Anbieter bei der Umsetzung solcher Kriterien ist. Konkret kann der Versicherungsnehmer hier aber keinen Einfluss nehmen. „Anders sieht es bei den sogenannten Risikoüberschüssen aus, in die ein kleinerer Teil der Beiträge wandert. Diese Überschüsse müssen per Gesetz zu 90 Prozent dem Kunden zukommen“, weiß Philip Wenzel. Und wenn sie beispielsweise in Fonds angelegt werden, dann kann der Versicherungsnehmer ganz konkret mitbestimmen, was mit diesem Teil seines Beitrags passiert. „Der Kunde kann eine BU wählen, die ihre Überschüsse explizit in ‚grüne‘ Fonds anlegt“, so der Experte.

Geringe Auswahl an Fonds

Grundsätzlich, so Wenzel, sei es allerdings fraglich, ob eine Fondsanlage als Überschussverwendung sinnvoll sei: „Der Nachteil ist, dass den Versicherungsgesellschaften hier nur eine relativ geringe Auswahl an Fonds, Aktien und ETFs zur Verfügung stehen und dass diese Anlage oftmals wenig Flexibilität aufweist. Im Gegenzug ist eine Auszahlung am Ende der Laufzeit oder bei Kündigung der Versicherung steuerfrei.“ (Quelle: djd)

Zur Person

Philip Wenzel
Fachwirt für Versicherungen
und Finanzen

Er ist Versicherungsmakler,
Experte für die private Berufsunfähigkeitsversicherung
und Fachbuchautor

Stand: 31.08.2022 14:54