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Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibungen nutzen: Auszahlungen aus Pensionszusagen in Sachwerten anlegen

Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibungen nutzen: Auszahlungen aus Pensionszusagen in Sachwerten anlegen

Die ersten der geburtenstarken Jahrgänge – das sind in Deutschland die zwischen 1955 und 1969 Geborenen – vollenden im Jahr 2020 das 65. Lebensjahr und steuern somit auf den Ruhestand zu. Da diese Entwicklung auch Gesellschafter-Geschäftsführer betrifft, ist 2019 ein guter Zeitpunkt, um sich mit dem bevorstehenden Ruhestandsbeginn auseinanderzusetzen.

Viele Gesellschafter-Geschäftsführer haben in der Vergangenheit die betriebliche Altersvorsorge – meist in Form einer Pensionszusage – genutzt, um für den Ruhestand vorzusorgen. Bei der Mehrzahl dieser älteren Pensionszusagen handelt es sich unserer Erfahrung nach zudem um reine Kapitalzusagen. Diese Form wurde häufig gewählt, um einen späteren Firmenverkauf nicht zu erschweren. Zudem waren Ende der 80er sowie Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts im Wesentlichen nur Kapitallebensversicherungen als Rückdeckungsinstrument am Markt verfügbar.

Schon seit jeher unterliegen Zahlungen aus Direkt- oder Unterstützungskassenzusagen der vollen nachgelagerten Besteuerung. Allerdings kann für einmalige Kapitalzahlungen auch die sogenannte Fünftelungsregelung eine Rolle spielen, wenn es sich nach § 34 Abs. 2 Nr. 4 Einkommensteuergesetz um eine Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit handelt. Dabei ist zu beachten, dass gesetzlich Krankenversicherte über zehn Jahre auf ein Hundertzwanzigstel der Kapitalleistung ihren gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag in voller Höhe entrichten müssen, während bei einer privaten Krankenversicherung der Beitrag einkommensunabhängig ist.

Kapitalzahlung effektiver nutzen

Grundsätzlich sollte eine Kapitalzahlung nicht im Jahr des Rentenbeginns erfolgen, sondern auf das Folgejahr verschoben werden. Dies verhindert, dass sich die letzten Gehälter als Gesellschafter-Geschäftsführer und die Kapitalzahlung steuerlich ungünstig kumulieren. Meist kann das Geld so lange in der Rückdeckungsversicherung „geparkt“ bleiben.

Steht der Auszahlung dann nichts mehr im Wege, stellt sich die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, um die Steuerlast etwas erträglicher zu gestalten. Ein sehr effektiver Weg ist ein Investment in Solaranlagen. Damit kommt der Anleger nicht nur in den Genuss des für 20 Jahre staatlich geregelten Anspruchs auf Einspeisevergütung, vielmehr fördert der Staat diese Investition durch den Investitionsabzugsbetrag und eine Sonderabschreibungsmöglichkeit (§ 7g Einkommensteuergesetz).

Steuerliche Effekte einer Investition in Solar-Freiflächenanlagen

  1. Investitionsabzugsbetrag (IAB)

Schon im Jahr vor dem Solarinvestment kann der Investor die geplanten Investitionskosten zu 40% mittels des IAB geltend machen. Dies gilt auch für nicht Selbstständige, denn sie werden bereits durch die geplante Anschaffung eines Solarparks zum Unternehmensgründer und können damit den IAB nutzen.

  1. Sonderabschreibungen

Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung können noch einmal 20% der nach Abzug des IAB verbleibenden Anschaffungskosten steuerlich als Sonderabschreibung geltend gemacht werden.

  1. Laufende Abschreibung

5% laufende Abschreibung, ab dem sechsten Jahr weniger. Die Förderung erfolgt dabei pro Betrieb. Hat ein Steuerpflichtiger mehrere Betriebe (Solarparks), können IAB und Sonderabschreibung daher mehrfach genutzt werden. Allerdings ist der IAB pro Betrieb gedeckelt auf maximal 200.000 € p.a. bzw. maximal 500.000 € in fünf Jahren.

Exemplarischer Fall: Ein verheirateter Gesellschafter-Geschäftsführer mit einem zu versteuernden Einkommen von 100.000 €. Dieser scheidet in 2019 aus dem Arbeitsleben aus und erhält aus seiner Pensionszusage eine einmalige Kapitalleistung in Höhe von 250.000 €.

Ausgangssituation ohne Kapitalleistung Kapitalleistung mit Fünftelungsregelung Kapitalleistung mit IAB und Fünftelungsregelung

 

zu versteuerndes Einkommen 100.000 € 100.000 € 100.000 €
Kapitalleistung (Fünftelungsregelung) 250.000 € 250.000 €
Einkommensteuer 28.155,55 € 147.510,35 € 43.406,95 €

Quelle: Eigene Berechnung

Durch das zu versteuernde Einkommen in Höhe von 100.000 € ist die senkende Wirkung der Fünftelungsregelung auf die Einkommensteuer nur minimal. Anders sieht der Fall hingegen aus, wenn durch die Nutzung des IAB das zu versteuernde Einkommen verringert werden kann. Die Einkommensteuerlast sinkt dadurch um 104.103,40 € auf nur noch 43.406,95 €.

In der folgenden Musterberechnung für den IAB und Sonderausgabenabzug ist zu beachten, dass die 250.000 € Anschaffungskosten aufgrund der Steuern nicht vollständig aus der Kapitalleistung finanziert werden können. Die Differenz kann, ähnlich wie die fällige Umsatzsteuer, entweder aus sonstigem Vermögen oder über ein kurzfristiges Darlehen zwischenfinanziert werden.

Musterberechnung IAB und Sonderabschreibung

Anschaffungskosten Solarpark 2020 (netto)                  250.000 €

40% IAB (2019)                                                            100.000 €

20% Sonderabschreibung 2020                                    30.000 €

5% jährliche Abschreibung 2020-2024                           7.500 €

Jährliche Abschreibung 2025-                                       5.500 €

 

Welche Erträge ein solches Solarinvestment bringt, zeigt die folgende Musterberechnung.

Musterberechnung Solarpark

Die tatsächlichen Erträge und Kosten können aufgrund des Wetters, der Wirkungsgrade der Module und Wechselrichter sowie anderer Faktoren abweichen.

 

Anschaffungskosten                 250.000 €

Leistung                                   264,55 kWp

Ertrag p.a.                               253.967,50 kWha

Vergütung p.a.                         19.125 €

Kosten p.a.                              3.825 €

Ertrag nach Kosten p.a.            15.300,00 €

Fazit

Bezogen auf die Anschaffungskosten bietet das Solarinvestment eine Vorsteuerrendite von ca. 6 % p.a. über die Laufzeit von 20 Jahren. Berücksichtigt man zudem die Steuerersparnis – so liegt der Wert bei 8,41%. Dabei ist die Lebensdauer des Solarparks nach 20 Jahren noch lange nicht abgelaufen. Ein Weiterbetrieb bis zu 30 Jahre Laufzeit ist möglich und gemessen an den heute an der Strombörse gezahlten Preisen, durchaus rentabel.

Auszahlungen aus Pensionszusagen lassen sich mit Hilfe des Steuerverschiebungseffekts des IAB nutzen, um produktive Sachwerte zu erwerben. Aufgrund der Komplexität der Thematik sollte der steuerliche Berater hinzugezogen werden.

Das Solarinvestment bietet aufgrund der staatlich geregelten Einspeisevergütung verlässliche Rahmenbedingungen für die nächsten zwanzig Jahre. Aufgrund des von der Bundesregierung angestrebten Kohleausstiegs bis 2040 ist zudem davon auszugehen, dass der Strom auch nach Ablauf der Förderung weiterhin benötigt wird.

Ein angenehmer Nebeneffekt des Investments ist auch die Umwandlung der Kapitalzahlung in eine laufende Zahlung, in einer Höhe, die deutlich über den aktuellen Renten privater Rentenversicherungen liegt. Zudem leistet der Anleger einen wirksamen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

 

Helge von Hagen
7x7finanz GmbH
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Stand: 16.10.2019 11:21