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Intelligenteres Arbeiten

Intelligenteres Arbeiten

Die Kommunikationstechnologie, der demografische Wandel und die Globalisierung werden in den nächsten Jahren für eine Revolution der Arbeitsweise und der Arbeitsformen sorgen. Ökonomische Entwicklungen bestimmen mehr und mehr über Partnerwahl, Hausbau oder Kinderwunsch. Vor dem Hintergrund dieser weitreichenden Flexibilisierung aufseiten der Arbeitnehmer sollten sich auch Arbeitgeber auf mehr Flexibilität einlassen.

Auf der einen Seite wird in der heutigen Arbeitswelt immer mehr Flexibilität erwartet: Es findet eine Aufsplitterung der Beschäftigungsverhältnisse statt, im Zuge derer zunehmend unternehmerische Risiken auf die Arbeitnehmer verlagert werden. Projektarbeit, Arbeit in Zeitarbeitsfirmen oder als Freelancer ersetzt dabei mehr und mehr herkömmliche Arbeitsverhältnisse mit klassischem Arbeitsvertrag. Auf der anderen Seite gilt in vielen Unternehmen nach wie vor der Zwang zur Präsenz: Nur ein Arbeitnehmer, der möglichst lange an seinem Büroplatz anzutreffen ist, gilt als ein guter Arbeiter. Diese wenig flexible Haltung passt jedoch nicht zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Denn wenn Arbeitnehmer zunehmend unternehmerische Risiken und eine entsprechende Verantwortung tragen, sollten sie auch die Möglichkeit haben, ihre Arbeit frei zu gestalten und sie sich selbst einzuteilen.

Ein erster Schritt wäre die Distanzierung von der Idee, persönlicher Kontakt und Anwesenheit im Büro – egal ob Arbeit zu tun ist oder nicht – seien wichtiger als Ergebnisse. Stattdessen sollten Ergebnisse belohnt werden, und nicht geleistete Stunden.

Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter

Dazu müssen Chefs ihren Mitarbeitern vertrauen, wenn es darum geht, ihr Arbeitsleben zu managen. Schließlich muss die Arbeit getan werden – wann und wo ist dabei jedoch weniger wichtig. Der Faktor Zeit ist ebenso wie der Arbeitsort verhandelbar. Heutige Arbeitnehmer machen sich immer weniger von festen Arbeitszeiten und einem einzigen, festen Arbeitsort abhängig. Sie nutzen die heute üblichen Kommunikationsmittel wie Smartphones oder Tablets – und zwar auch unterwegs. Für sie zählt Leistung statt bloße Anwesenheit. Sie sind es gewohnt, per Mail und Telefon auch von zuhause aus oder von unterwegs zu arbeiten, sodass in Bezug auf die neuen Lebens- und Arbeitsformen mittlerweile von einem „Work-Life-Blending“, einer Vermischung von Arbeit und Privatleben, gesprochen wird.

Möglichkeiten flexibler Arbeitsstrukturen

Flexible Arbeitszeiten wie etwa die Gleitzeit, bei der Anfangs- und Endarbeitszeiten frei gewählt werden können, sind eine von vielen Varianten einer flexiblen und arbeitnehmerfreundlicheren Arbeitsweise. Eine weitere Möglichkeit ist etwa das Jobsharing, bei dem sich zwei Kollegen ihre Pflichten und Verantwortlichkeiten in einer Vollzeitposition teilen. Auch die Möglichkeit, sich eine Auszeit nehmen zu können, wie es das Sabbatical darstellt, bei dem sich Beschäftigte für einen Zeitraum von sechs Wochen bis maximal sechs Monaten eine Auszeit nehmen können sowie firmeneigene Krippen und die Gewährung von Elternzeit oder die Heimarbeit gehören dazu.

Klare Ergebnisvereinbarungen als Grundlage der Kooperation

Doch bei diesen flexiblen Arbeitsstrukturen kommt es auf klare Ergebnisvereinbarungen und transparente Rahmenbedingungen an. Wer von zuhause aus arbeitet, sollte deutlich kommunizieren, wie und wann er arbeitet. Über Stundensplittings wie etwa drei Stunden freier Zeit am Nachmittag, Mittagspausen oder externe Termine sollte der Vorgesetzte Bescheid wissen. Dieser ist zudem dafür verantwortlich, klar zu vermitteln, was er erwartet und welche Aufgaben zu erledigen sind, denn allzu häufig wissen Mitarbeiter im Home-Office nicht, was von ihnen erwartet wird. Leistungen sollten objektiv definiert und gemessen werden, damit es nicht zu Missverständnissen und Unzufriedenheit kommt.

Arbeit von zuhause aus ist nicht mit Arbeit ohne jegliche Führung gleichzusetzen. Zur Mitarbeiterbindung müssen Führungskräfte besonderen Wert auf ein regelmäßiges Feedback legen. Sie sollten ihre Mitarbeiter regelmäßig bewerten und über deren persönliche Weiterentwicklung sprechen. Ein steter Wissens- und Informationsaustausch ist besonders wichtig. Dazu bieten sich Meetings, gemeinsame Ordner (wie etwa in der Cloud) und virtuelle Teams an.

Klare Grenzen festlegen

Es müssen klare Grenzen in Bezug auf Zeiten der Erholung gelten: Feierabend, Wochenende, Urlaub und Krankschreibungen sollten nicht angetastet werden, sonst kommt es leicht zu Überlastung und schlimmstenfalls zu Burnout. Eine ständige Rufbereitschaft ist weder nötig noch produktiv, denn auch im Home-Office braucht man ungestörte Ruhephasen für konzentriertes Arbeiten. ik

Stand: 18.12.2014 15:39