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Im Notfall am Arbeitsplatz vorbereitet – Feuerlöscher, die benötigte Anzahl und die richtige Platzierung

Im Notfall am Arbeitsplatz vorbereitet – Feuerlöscher, die benötigte Anzahl und die richtige Platzierung

Brandschutz für Arbeitsstätten ist wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Zu den grundlegenden Maßnahmen gehört dabei die Ausstattung jeglicher Art von Arbeitsstätten mit betriebsbereiten Feuerlöschern. Geregelt ist dies in den „Technischen Regeln für Arbeitsstätten / ASR A2.2 – Maßnahmen gegen Brände“.

Welche Arten von Feuerlöschern gibt es?

Nicht jeder Brand lässt sich mit jedem Feuerlöscher bekämpfen. Daher muss vor der Anschaffung geprüft werden, welche Brände an der Arbeitsstätte möglich sind und welcher Feuerlöscher diese im Ernstfall auch tatsächlich löschen kann. Die Einteilung der Brände erfolgt in sogenannte Brandklassen (Klasse A bis Klasse F), die zwischen Bränden von festen Stoffen, flüssigen Stoffen, Gasen, Metallen sowie Speisefetten und –ölen unterscheiden. Während Feuerlöscher mit Wasser lediglich bei brennenden festen Stoffen (zum Beispiel Kohle, Papier oder Holz) zum Einsatz kommen können, löschen Schaumlöscher und Wasserfeuerlöscher mit speziellen Zusätzen auch Brände mit flüssigen Stoffen, wie Benzin oder Öl. 
Besteht die Gefahr für brennende Gase (Methan, Propan, Wasserstoff usw.) helfen Feuerlöscher mit Kohlendioxid oder BC- beziehungsweise ABC-Löschpulver. Während Kohlendioxid und BC-Löschpulver zusätzlich auch Brände mit flüssigen Stoffen löschen können, ist das ABC Löschpulver ein Allrounder. Es kann bei Stoffen aller drei Aggregatzustände angewendet werden. Für Metallbrände und Brände von Speisefetten und –ölen gibt es jeweils separate Feuerlöscher, die ein besonderes Metallbrandpulver oder Fettbrandlöschmittel enthalten. 

Wie viele Feuerlöscher sind pro Arbeitsstätte notwendig?

Ist die Bestimmung des benötigten Löschmittels erfolgt, gilt es, den genauen Bedarf an Feuerlöschern zu ermitteln. Hierfür muss zunächst die Brandgefährdung für die Arbeitsstätte geklärt werden. Von einer geringen Brandgefahr kann ausgegangen werden, wenn die vorhandenen Stoffe nur schwer entzündbar sind sowie die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Brandes und dessen zügige Ausbreitung gering sind. Eine geringe Brandgefährdung ist zumeist in Arztpraxen, Kanzleien, Blumen- oder Getränkeläden gegeben.
Weisen die vorhandenen Stoffe eine hohe Entzündbarkeit auf, ist aber nicht mit einer schnellen Ausbreitung des Feuers zu rechnen, so liegt eine mittlere Brandgefahr vor. Beispiele hierfür sind Buchhandlungen, Archive und Aktenlager, Bäckereien, Elektrowerkstätten oder Küchenbereiche.
Eine große Brandgefahr besteht bei Objekten mit einer zusätzlich hohen Wahrscheinlichkeit für eine Ausbreitung des Brandes. Hierzu zählen Lager für Lacke und Altpapier, Kfz-Werkstätten, Tischlereien, Kinos und Diskotheken. Mit dem ermittelten Grad der Brandgefährdung und der Angabe der Größe der Arbeitsstätte kann nun die Zahl der notwendigen Löschmitteleinheiten berechnet werden. Hierfür sind, unter anderem auch im Internet, Tabellen veröffentlicht, aus denen der Bedarf abgelesen werden kann. Ihnen kann anschließend ebenfalls entnommen werden, wie viele Löschmitteleinheiten (Löschvermögen) die einzelnen, im Handel erhältlichen Feuerlöscher beinhalten. Die Anzahl der Geräte und deren Größe können somit bei gleicher Menge an Löschmitteleinheiten variieren. Mögliche Sonderauflagen bei bestimmten Gewerben sind vorab mit den zuständigen Behörden abzustimmen.

Was ist zusätzlich zu beachten?

Feuerlöscher an Arbeitsstätten müssen ein amtliches Zulassungskennzeichen tragen. Sie sind spätestens alle zwei Jahre von einem Sachverständigen zu prüfen, was mit einer entsprechenden Prüfplakette zu belegen ist. Besteht ein hohes Brandrisiko wird ein kürzerer Prüfintervall angeraten. Die Anbringung der Feuerlöscher sollte gut durchdacht sein. Bei mehreren Etagen sind die Löscher sinnvoll zu verteilen. Pro Etage muss dabei mindestens ein Gerät vorhanden sein. Angemessen ist eine Aufhängung in etwa einem Meter Höhe, um auch kleineren Personen einen einfachen Zugriff zu ermöglichen.

Die Feuerlöscher sind vor Beschädigung und Witterung zu schützen. Ferner müssen sie leicht zugänglich sein. Hängen sie nicht für jeden sichtbar, besteht die Pflicht, mit dem Hinweiszeichen F04 auf den Standort des Feuerlöschers aufmerksam zu machen. Es wird empfohlen, sich rechtzeitig mit der Handhabung des Feuerlöschers vertraut zu machen. Sofern die Möglichkeit besteht, sollten regelmäßig Feuerlöschübungen durchgeführt werden.

Stand: 24.05.2016 12:46