Die wirtschaftliche Krise hält an. Die Insolvenzahlen sind hoch, Kosten und Risiken ebenfalls. Eines dieser Risiken: in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Doch Unternehmen können etwas tun, um liquide zu bleiben.
Es gab Hoffnung zu Beginn des Jahres. Nach zwei Jahren der Rezession und einem Jahr Stagnation schien für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 bis 1,5 Prozent möglich.
Es wäre dringend notwendig, dass sich die deutsche Wirtschaft erholt. Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte über 24.000 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert.
Wie Destatis im März mitteilte, waren das 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr, nachdem die Zahl bereits 2024 und 2023 jeweils um mehr als 20 Prozent angestiegen war. Höher als 2025 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zuletzt im Jahr 2014 gelegen.
Doch vorerst sieht es nicht nach Erholung aus. Die Kriegshandlungen im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus wirken sich seit Wochen negativ auf die Wirtschaft auch in Deutschland aus. Die Institute mussten ihre Konjunkturaussichten nach unten korrigieren. Die Erholung der deutschen Wirtschaft droht sich zu verzögern.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hielt Mitte April fest: “Die nicht überwundene wirtschaftliche Krise in Deutschland zeigt sich nach wie vor in der insgesamt schlechten Geschäftslage der deutschen Unternehmen.”
Neben den Energieproblemen im Gefolge des Krieges in der Ukraine bestünden erneute Versorgungsrisiken kombiniert mit Energiepreiseffekten auf der Erzeuger- und Konsumebene. Zusätzlich entstünden Sorgen hinsichtlich der industriellen Lieferketten und der eigenen Produktionsfähigkeiten.
In diesem Umfeld lässt eine Nachricht aufhorchen: Der Anteil eigenkapitalschwacher Unternehmen sinkt, während immer mehr Betriebe eine hohe Eigenkapitalquote aufweisen.
Dies zeigt die aktuelle Untersuchung „Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand“, die die Creditreform Wirtschaftsforschung in der zweiten Aprilhälfte vorlegte. Mittlerweile gelten 36 Prozent der Unternehmen als eigenkapitalstark, verfügen also über eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent.
Das ist der höchste Wert seit drei Jahrzehnten. Gleichzeitig ist der Anteil eigenkapitalschwacher Unternehmen mit weniger als zehn Prozent Eigenkapital auf 27,6 Prozent zurückgegangen.
“Die mittelständischen Unternehmen haben derzeit einen sehr ausgeprägten Wunsch nach finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit”, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. “Die schwierige konjunkturelle Lage und die unsicheren wirtschaftlichen Zukunftsaussichten führen dazu, dass viele Unternehmen sehr vorsichtig agieren und auf Neuverschuldung verzichten.”
Topthema: Liquidität sichern
Es ist in dieser Zeit der Multikrisen besonders wichtig, Liquidität zu sichern. Laut der aktuellen Creditreform-Untersuchung berichtete trotz Aufwärtstrends immer noch mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen von einem Umsatzminus.
Wenn die Nachfrage zurückgeht, während gleichzeitig Kosten steigen und die allgemeinen Unsicherheiten zunehmen, steigt der Druck auf die Liquidität der betroffenen Unternehmen.
Und damit – Stichwort: Dominoeffekt – nach und nach auch der Druck auf die Liquidität bisher wenig oder gar nicht betroffener Betriebe, die ja auf vielfältige Weise über Kunden- und Lieferbeziehungen verbunden sind.
Plötzlich fallen Geschäftspartner aus oder zahlen verspätet. Das kann zum Problem werden. Denn für die Liquiditätssituation von Unternehmen ist das Zahlungsverhalten der Kunden von entscheidender Bedeutung. Besonders für diejenigen Betriebe, die über eine eher dünne Eigenkapitaldecke verfügen, kann mangelnde Zahlungsmoral existenzbedrohende Ausmaße annehmen.
“Das Risiko von Zahlungsverzögerungen oder gar Forderungsverlusten gehört leider bei vielen vor allem kleineren Betrieben zum Alltag, und die Gefahr nimmt zu”, sagt Jörg Rossen, Geschäftsführer der Creditreform Bonn Trier Rossen Eberhard GmbH & Co. KG. Dabei würden sich viele Unternehmerinnen und Unternehmer nicht hinreichend bewusst machen, welche Folgen ein Forderungsausfall wirklich hat.
“Auch wenn Zahlungen verspätet doch noch eingehen, kann das auf Dauer zur Schieflage führen, denn man ist permanent genötigt, in Vorleistung zu gehen, um seinerseits Verbindlichkeiten zu bedienen. Dies kann in erheblichem Maß Kapital binden”, erklärt Moritz von Padberg, Geschäftsführer der Creditreform Köln v. Padberg GmbH & Co. KG.
Allerdings muss man in einer solchen Lage nicht verharren. Es gibt nämlich eine Möglichkeit, sich vom Zahlungsverhalten seiner Kunden freizumachen, ein tägliches Risiko also nicht einzugehen, oder richtiger: es auszulagern. Diese Möglichkeit lautet: Factoring.
Viele Betriebe haben keine Kapazitäten für ein voll ausgeprägtes, professionelles Debitorenmanagement oder scheuen die Mühe. Andere sind nicht in der Position, enge Zahlungsziele vereinbaren und auch durchsetzen zu können. “Sie alle tun gut daran, sich einen Partner zu suchen, der ihnen die daraus resultierenden Risiken abnimmt”, sagt Rossen.
Factoring – So geht’s
„Wenn ein Unternehmen seine Forderung zum Beispiel an Crefo Factoring verkauft“, erläutert von Padberg, „erhält es zwischen 80 und 90 Prozent der Brutto-Rechnungssumme sofort ausbezahlt und den Rest, sobald der jeweilige Abnehmer die Rechnung bezahlt hat.“
So funktioniert es: Die Muster GmbH, kurz “M”, schließt mit dem Factoring-Anbieter “F” zunächst einen Factoring-Rahmenvertrag.
Der umfasst im Regelfall alle bestehenden und zukünftigen Debitoren Dann informiert M seine Abnehmer, dass es seine Debitorenbuchhaltung an den Factoring-Partner F ausgelagert hat. Dieser ist ab dann der Empfänger aller Zahlungen, während die Rechnungen jedoch weiterhin von M geschrieben und versandt werden.
Parallel übermittelt M alle Rechnungen als PDF-Datei per Mail an F. „Im Fall von Crefo Factoring geht das auch digital“, erläutert von Padberg.
Dazu kann sich M im Kundenportal anmelden und dort die Rechnungen unkompliziert hochladen. “Gezahlt wird dann umgehend – und zwar binnen 24 Stunden”, betont er, “ein wertvoller Vorteil bei der Liquiditätsplanung.” Sobald der Abnehmer den jeweiligen Rechnungsbetrag an F gezahlt hat, informiert dieser seinen Kunden M.
Natürlich hat Factoring, wie jede Dienstleistung, seinen Preis. Fällig wird eine Factoring-Gebühr, deren Höhe von mehreren Faktoren abhängt, etwa: Branche, Factoring-fähiger Umsatz, Anzahl der Rechnungen und die Forderungslaufzeit.
Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen, erhält dafür Liquidität, Sicherheit und Service. „Im Fall von Crefo Factoring liegt die Gebühr zwischen 0,5 und rund drei Prozent, also im Skontobereich“, sagt Rossen.
Der Kostenaufwand ist überschaubar. Und der Nutzen enorm: „Factoring ermöglicht eine zuverlässige Liquiditätsplanung“, unterstreicht von Padberg, „zumal seriöse Factoring-Anbieter für die aufgekauften Forderungen das Risiko von Zahlungsausfällen zu 100 Prozent übernehmen.“
Rechenbeispiel
Ein Kunde der Muster-GmbH erwirbt Ware im Wert von 1.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Als Factoring-Gebühr wurde ein Prozent vereinbart. Bei dieser Rechnung also: 10 Euro.
Das Factoring-Unternehmen überweist M also, nachdem dieser die Rechnung im Kundenportal hochgeladen hat, binnen 24 Stunden 90 Prozent des Rechnungsbetrages abzüglich Factoring-Gebühr.
M kann also verlässlich mit einer sofortigen Liquidität von 890 Euro planen. Die übrigen 100 Euro erhält M ebenfalls garantiert – nur eben erst dann, wenn der Kunde die Rechnung bezahlt hat. Das Risiko dafür liegt voll und ganz bei F.
Kundenbeziehungen positiv gestalten
F hat also ein hohes Interesse daran, dass der Geschäftspartner von M die Rechnung bezahlt. Das heißt im Fall von Crefo Factoring: Der Dienstleister nutzt im Vorfeld alle Services innerhalb der Creditreform-Gruppe, um den betreffenden Kunden zu prüfen“, erläutert von Padberg. Von der korrekten Firmenadresse bis zur Bonität bringt das Factoring-Unternehmen alle wichtigen Daten in Erfahrung. Auch davon profitiert M, denn F teilt dieses Wissen mit M, so dass dieser stets weiß, wie zuverlässig seine Kunden im Allgemeinen sind. So kann M einem Kunden A beispielsweise großzügige Zahlungsziele einräumen und dadurch die Kundenbeziehung positiv gestalten, während er dem Kunden B bei Auffälligkeiten engere Konditionen anbietet und mit C im Extremfall vielleicht gar keine Geschäfte mehr macht. Auch das sichert Liquidität.
Auch das Mahnwesen übernimmt F. Im Fall von Crefo Factoring erfolgt zunächst eine freundliche Zahlungserinnerung. Falls nötig, folgt dann der weitere Mahnlauf. Alles bleibt im Blick und transparent. Auch das entlastet den Factoring-Kunden.
Die Muster GmbH zieht noch einen weiteren Vorteil aus dem Factoring: Das Unternehmen muss nicht zugunsten eines genügenden Eigenkapitalsockels auf dringend nötige Investitionen verzichten.
Es kann in seine Zukunft investieren, etwa in Nachhaltigkeit oder neue Märkte, weil die Liquidität auf dem Weg des Factorings gesichert ist. “Das verschafft ihnen wichtige Wettbewerbsvorteile”, betont Rossen.
Rossen und von Padberg empfehlen Factoring ab einem Jahresumsatz von rund 250.000 Euro und für alle Firmen, die vorwiegend im B2B-Bereich aktiv sind. Ihrer Beobachtung nach ist Factoring längst zum verbreiteten und betriebswirtschaftlich sinnvollen Geschäftsinstrument geworden.
“Die Unternehmen kommunizieren damit ebenso selbstbewusst, dass ihnen ein faires Zahlungsverhalten und die eigene Liquidität wichtig sind”, erläutert Rossen. “Damit schaffen sie zugleich eine gute Grundlage für die Zeit nach der Krise.”
Zum Unternehmen
Seit der Gründung im Jahr 1879 ist es das Ziel von Creditreform, Unternehmen vor Forderungsausfällen zu schützen, die Liquidität vernichten und den Fortbestand von Unternehmen gefährden. Dieser Maxime sind alle Lösungen und Angebote von Creditreform verpflichtet.
Weitere Informationen unter: www.creditreform.de/bonn und www.creditreform.de/koeln
