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Gewinnausschüttungen einer GmbH: Abgeltungsteuer oder persönlicher Steuersatz?

Gewinnausschüttungen einer GmbH: Abgeltungsteuer oder persönlicher Steuersatz?

Liegen die GmbH-Anteile im Privatvermögen eines Gesellschafters, so gehören die ausgeschütteten Gewinne zu den Kapitaleinkünften gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Seit dem Veranlagungszeitraum 2009 gelten für diese Einkünfte die Regelungen zur Abgeltungsteuer. Dies bedeutet, dass die Gewinnausschüttungen grundsätzlich mit 25% plus 5,5% Solidaritätszuschlag zzgl. (bei Kirchensteuerpflicht) eines Zuschlags für die Kirchensteuer zu versteuern sind (§ 32d Abs. 1 Satz 1 EStG).

Der Gesellschafter kann jedoch im Rahmen seiner persönlichen Einkommensteuererklärung beantragen, dass seine Kapitaleinkünfte nicht mit dem Abgeltungsteuersatz, sondern mit seinem persönlichen Tarif-Steuersatz besteuert werden (sog. Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG). Der Antrag kann für den jeweiligen Veranlagungszeitraum nur einheitlich für sämtliche Kapitalerträge gestellt werden. Bei zusammenveranlagten Ehegatten kann der Antrag nur für sämtliche Kapitalerträge beider Ehegatten gestellt werden.

Beispiel:

Gesellschafter A, der mit seiner Ehefrau B zusammenveranlagt wird, hat im Jahr 2015 250.000 € Gewinnausschüttung erhalten. B hat keine Einkünfte erzielt.

Die Abgeltungsteuer würde nach Berücksichtigung des gemeinsamen Sparer-Pauschbetrags von 1602 € rund 62.100 € betragen, da mit Einführung der Abgeltungsteuer nur noch der Ansatz des Sparer-Pauschbetrags, aber kein Ansatz der tatsächlichen Werbungskosten mehr möglich ist (§ 20 Abs. 9 EStG).

Würden die Eheleute im Rahmen der Günstigerprüfung nach §  32d Abs. 6 EStG die Besteuerung nach der tariflichen Einkommensteuer wählen, hätten sie bei einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 € und bei Anwendung des Splittingtarifs rund 98.000 € Einkommensteuer zu zahlen.

Der Ansatz der Abgeltungsteuer hat also für die Eheleute eine erhebliche Steuerentlastung zur Folge.

Nach § 32d Abs. 6 EStG kann der Gesellschafter wählen, seine Einkünfte aus Kapitalvermögen abweichend von § 32d EStG den allgemeinen steuerrechtlichen Regelungen zur Ermittlung der tariflchen Einkommensteuer zu unterwerfen; dabei bleibt es allerdings beim Nichtabzug der tatsächlichen Werbungskosten nach § 20 Abs. 9 Satz 1 EStG. Mit dieser Möglichkeit können Anteilseigner, deren persönlicher Steuersatz niedriger als der Abgeltungsteuersatz ist, ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen diesem niedrigeren Steuersatz unterwerfen.

Stand: 06.04.2016 15:13