Neuigkeiten
Startseite / Themen / Gewerbeimmobilien – worauf ist zu achten?
Gewerbeimmobilien – worauf ist zu achten?
© istock.com/ kupicoo

Gewerbeimmobilien – worauf ist zu achten?

Eine Gewerbeimmobilie können Unternehmer mieten, kaufen oder leasen. Bei den Gebäuden handelt es sich meist um Büros, Werkstätte, Lagerflächen oder Verkaufsräume. Doch für Gewerbeimmobilien gelten vollkommen andere Rechte und Pflichten wie für privat genutzte Immobilien. Diese Unterschiede betreffen die Abschreibung, das Baurecht, Finanzierungen und die Umsatzsteuer. Und anders als bei Wohnimmobilien existiert von Gesetzes wegen kein Kündigungsschutz und Mietschutz. 

Gewerbeimmobilien – das ist bei der Suche zu beachten

Zunächst einmal ist eine genaue Analyse wichtig, welche Ansprüche die Immobilie erfüllen soll. Denn ein gewerbetreibendes Unternehmen benötigt eine Immobilie, die exakt den individuellen Ansprüchen entspricht. Hinzu kommt, dass bei gewerblichen Immobilien Vertragsfreiheit herrscht, was die Form, Aufhebung und Inhalte des Mietvertrages betrifft. Daher ist es umso wichtiger, dass der Mietvertrag auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist und den Unternehmer nicht benachteiligt. Erst danach geht es an die Suche der Immobilien. Gut geeignet sind für die Suche sogenannte Immobilienplattformen wie zum Beispiel immowelt.de.

Gewerbliche Immobilien unterscheiden sich in folgenden Punkten von privat genutzten Immobilien:

  • Kündigungsschutz – Es existiert kein gesetzlicher Kündigungsschutz und so ist eine Kündigung jederzeit möglich. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel sechs Monate. Allerdings können auch langfristigere Verträge ausgehandelt werden.
  • Mietminderung – Bei gewerblichen Immobilien ist es möglich, eine Mietminderung auszuhandeln. Sie ist ein wichtiges Druckmittel, wenn ein Mangel die Tauglichkeit beeinträchtigt, damit der Vermieter diesen schnell beseitigt.
  • Umbau- und Sanierungspflichten – Gewerbliche Vermieter können ihren Mietern erhebliche Umbau- und Sanierungspflichten auferlegen.
  • Mietpreiserhöhung – Eine Mieterhöhung ist fast immer über eine Kündigung und einen neuen Vertrag möglich. Daher sollte der Vertrag eine Vereinbarung enthalten, wann und in welcher Höhe die Miete angehoben werden darf.

Konkurrenzschutz vereinbaren lohnt sich

Es lohnt sich also, eine schützende Klausel im Mietvertrag auszuhandeln, die den Konkurrenzschutz verbessert und im negativen Fall ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumt.

Denn der Konkurrenzschutz ist nicht gesetzlich geregelt. Wird er im Vertrag nicht aufgenommen, so gilt ein Schutz nur für das Hauptsortiment. Da sich in der Regel die Marktsituation verschlechtert, wenn ein direkter Konkurrent in der Nachbarschaft auftaucht, ist dieser Schutz sehr wichtig. Noch besser ist jedoch ein positiver Konkurrenzschutz: Hier darf der Vermieter keine anderen Räume an Konkurrenzbetriebe vermieten.

Gewerbliches Nutzungsrecht und Kündigungsfristen

Das gewerbliche Nutzungsrecht sagt aus, ob eine Immobilie auch tatsächlich für ein Gewerbe genutzt werden darf. Stellt sich unter Umständen erst später heraus, dass keine Zulassung vorliegt, hat der Mieter ein Sonderkündigungsrecht, da die Räumlichkeiten diese vertraglich zugesicherte Eigenschaft nicht besitzen.

Im Fall von Gewerbeimmobilien ist es in einigen Fällen sehr wichtig, dass eine gewisse Sicherheit gegeben ist, dass der Vermieter das Ladenlokal nicht einfach kündigen kann, um es gewinnbringend an die Konkurrenz zu vermieten. Andererseits hat solch eine Klausel auch den großen Nachteil, dass die Immobilie nicht gekündigt werden kann, wenn sich die Geschäftslage anders entwickelt. Langzeitverträge geben eine gewisse Sicherheit, sind aber auch sehr unflexibel.

Stand: 18.03.2015 15:13