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Finetrading, Wareneinkauf und Konsignationslager

Finetrading, Wareneinkauf und Konsignationslager

Der Markt für Unternehmensfinanzierung ist in Bewegung: Durch die Einführung von Basel III befürchten gerade mittelständische Unternehmen eine restriktivere Kreditvergabe. Schon heute hat das Rating für Mittelständler spürbar an Bedeutung gewonnen. Die Konsequenz: Innovative Lösungen jenseits des Bankkredits setzen sich immer mehr durch. Neben Factoring und Leasing etabliert sich auch die Finanzierungsalternative Finetrading zunehmend am Markt.

Finetrading ist ein reines Handelsgeschäft, das auf einer Dreiecksbeziehung basiert: Zwischen Abnehmer und Lieferant schaltet sich ein Zwischenhändler, der Finetrader. Er tritt, nachdem sich die beiden Parteien handelseinig sind, als neuer Debitor auf und erwirbt die Ware gemäß Kundenauftrag. Während die Ware direkt an den Abnehmer geliefert wird, geht die Rechnung an den Finetrader und wird von ihm sofort bezahlt.

Der Lieferant profitiert vom Wegfall des Ausfallrisikos und einem planbaren, schnellen Zahlungseingang. Mit dem Abnehmer vereinbart der Finetrader ein Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen. Das Unternehmen nutzt die Vorteile des Skontos und gewinnt Zeit, um vor der Bezahlung der bestellten Ware am Markt Umsatz zu generieren. Sowohl den genauen Zeitpunkt der Rückzahlung als auch die Gebühren verhandelt das Unternehmen mit dem Finetrader individuell.
Je nach Warenvolumen, Bonität sowie dem vereinbarten Zeitpunkt der Rückzahlung werden die Kosten des Finetradings teilweise oder komplett durch das Skonto gedeckt. Unternehmen, die Finetrading für die Warenfinanzierung nutzen, müssen übrigens nicht ihren kompletten Einkauf über diese Finanzierungsalternative abwickeln – sie können bei jeder Bestellung autonom entscheiden, welches Einkaufsvolumen sie wann und mit welchem Lieferanten über Finetrading umsetzen wollen.  

Im Schnitt kann eine flexibel nutzbare Einkaufslinie bereits nach zehn Werktagen zur Verfügung gestellt werden. Apropos Einkaufslimit: In der Regel werden Einkaufsvolumen ab 250.000 € mit Finetrading finanziert. Mit bis zu zweistelligen Millionenvolumen kann Finetrading aber durchaus auch Anleihengröße erreichen.

finetrading

Optimierung der Liquidität
Den einkaufenden Unternehmen ermöglicht Finetrading, schnell und flexibel Liquidität zu gewinnen und ihren Handlungsspielraum zu erweitern. Finetrading erhöht aber nicht nur die Liquidität – Lieferanten erreichen durch die schnelle Zahlung eine Bilanzverkürzung und so kommt es zugleich zu einer Optimierung der Bilanzkennzahlen. Da sich der Lieferant auf die kurzfristige Bezahlung seiner Rechnungen durch den bonitätsstarken Finetrader verlassen kann, wird er im Debitorenmanagement entlastet.

Auch beim Abnehmer hat Finetrading einen positiven Effekt: Kurzfristige Bankkredite werden in einem Passivtausch in Lieferantenkredite umgewandelt. Dies sorgt in den Ratingsystemen der Banken oftmals für eine bessere Bewertung. Dies macht es besonders für Unternehmen in Wachstumsphasen oder mit saisonabhängigem Geschäft, wie zum Beispiel in der Textil- oder Agrarbranche, interessant.
Das junge Modelabel Blutsgeschwister beispielsweise bietet Damen- und Kindermode und muss für die jährlich sieben Kollektionsthemen Material und Stoff für die Produktion vorfinanzieren. „Finetrading hilft uns, das gebundene Kapital bis zum Verkaufsstart klein zu halten“, sagt Dr. Stephan Künz, Geschäftsführer von Blutsgeschwister.

Finetrading für Konsignationslager
Neben der Wareneinkaufsfinanzierung ist Finetrading ein effektives Instrument zur Lagerhaltung. Während Lieferanten eigene Lagerbestände idealerweise in der gesamten Versorgungskette minimieren möchten, erwarten Kunden möglichst kurze Lieferzeiten und eine maximale Versorgungssicherheit, idealerweise in Form eines Konsignationslagers. Dabei verbleibt die Ware
bis zur Entnahme durch den Abnehmer im Eigentum des Lieferanten. Problematisch für den Lieferanten dabei ist die hohe Kapitalbindung.
Denn erst nach der Entnahme kann eine Rechnungsstellung erfolgen. Eine Lösung für dieses Problem bietet das „Finetrading-Konsignationslager“. Ähnlich wie beim klassischen Finetrading-Geschäft schaltet sich auch hier ein Zwischenhändler zwischen Abnehmer und Lieferant. Letzterer liefert die Ware in das Konsignationslager, das in der Regel beim Kunden angesiedelt ist. Der Kunde entnimmt die Ware gemäß Konsignationslagervertrag binnen 120 Tagen aus dem Lager, erhält die Rechnung vom Finanzierungsdienstleister und bezahlt diese. WCF Finetrading bietet diese Möglichkeit für alle Branchen und Waren ab einem Lagervolumen von 500.000 € an, für bestehende wie für neu geschlossene Konsignationslagerverträge.

Wie auch beim Einsatz von Finetrading Classic zum Wareneinkauf können sich bei „Finetrading für Konsignationslager“ positive Ratingaspekte ergeben: Durch das Outsourcen der Position Lager verkürzt der Lieferant gegebenenfalls seine Bilanz und verbessert seine Kennzahlen, wie etwa die Eigenkapitalquote. Dadurch verbessert sich sein Rating, was wiederum den Zugang zu Fremdkapital erleichtert.
Zum anderen kann der Lieferant seine Rechnung sofort nach Lieferung der Ware in das Konsignationslager ausstellen und somit gegebenenfalls auch seinen Umsatz noch vor dem Bilanzstichtag steigern. Die endgültige Würdigung hierzu trifft jedoch immer der Wirtschaftsprüfer des jeweiligen Unternehmens.

petri pananenPetri Pennanen ist seit 2013 alleiniger Geschäftsführer der WCF Finetrading GmbH. Der ausgewiesene Vertriebsexperte verfügt über eine langjährige Management- Erfahrung bei GE Capital (GE). Dort war der 54-jährige Finne u.a. als Senior Vice President für den Vertrieb und das Marketing der GE Capital Commercial Distribution Finance GmbH verantwortlich. Petri Penannen studierte an der Technischen Hochschule in Helsinki und hält einen MBA der Business School Insead in Fontainebleau in Management und Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Marketing und Finance.

Zum Unternehmen
Seit 2003 bietet WCF mit Finetrading eine der innovativsten Alternativen zur klassischen Finanzierung am deutschen Markt an. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 185 Mio. € und beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter. Über 2.000 Unternehmen setzen bis heute Finetrading zur Waren und Lagerfinanzierung ein. Die Summe der genehmigten Einkaufslinien bewegt sich derzeit in dreistelliger Millionenhöhe. Zum Kundenkreis zählen mittelständische Unternehmen aller Branchen mit Umsätzen zwischen 1 Mio. € und 6 Mrd. €. Die jährlichen Einkaufsvolumina dieser Unternehmen liegen zwischen 250.000 € und 10 Mio. €. Seit 2009 gehört WCF als Tochtergesellschaft der EOS Finanzholding GmbH zur Otto Group Hamburg.

Stand: 04.11.2015 16:38