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Existenzgründung in der Büroimmobilienbranche
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Existenzgründung in der Büroimmobilienbranche

Sein eigener Chef bzw. seine eigene Chefin zu sein – das ist der Traum vieler. Zuteil wird dieser Traum allerdings  nur Wenigen. Dabei scheint es nicht ganz unerheblich zu sein, in welcher Branche man sich selbstständig macht. Zurzeit verspricht vor allem die Immobilienbranche, speziell im Bürosegment, gute Erfolgsaussichten. Warum dies so ist und was es braucht, sich als Immobilienmakler in diesem Bereich selbstständig zu machen, wird im Folgenden erläutert.

Zweifellsohne erlebt der Büroimmobilienmarkt momentan einen historischen Boom. Ein Rekord jagt den nächsten, steigende Preise und eine lebendige Nachfrage sichern den Vermittlern solide Renditen. Die Lage ist sowohl an den Top-Standorten wie Berlin, München, Hamburg oder Düsseldorf als auch in den Mittelstädten diesbezüglich homogen: Die Büroflächennachfrage steigt, das bestehende Angebot schrumpft, die Durchschnitts- und Spitzenmieten steigen.

Ursächlich dafür sind insbesondere die Expansion an Bürojobs sowie die grundsätzlich sehr gute aktuelle Konjunkturlage und -prognose. Den größten Zuwachs an Bürojobs gibt es vor allem im Bereich der sogenannten Kreativwirtschaft, damit eng verknüpft im Bereich der Kommunikation und Information sowie auf dem Gebiet freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen. Gut möglich, dass auch die sich angesichts dieser freudigen Aussichten selbstständig machenden Immobilienmakler künftig nicht unwesentlich zur Steigerung des Büroflächenbedarfs beitragen werden.

Beratungsbedarf bei der Immobilienvermittlung steigt

Der Beratungsbedarf in der Immobilienbranche und speziell eben im Büroflächensegment jedenfalls steigt mit jedem weiteren Rekordquartal. Vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen ist es für Suchende und Mieter, die neue bzw. zusätzliche Büroräume anmieten möchten, schier unmöglich geworden, eigenständig gute Deals zu erzielen. Zum einen muss immer vorausschauender geplant werden, da die Flächen eben knapp und bei größeren, zusammenhängenden Flächen gar Wartezeiten von bis zu fünf Jahren in die Rechnung einzubeziehen sind, wie Angermann schreibt.

Zum anderen steigen die Mietpreise stetig an, sodass etwa bei wachstumsbedingten Umzügen in größere Räume entweder wesentlich höhere Mietkosten anfallen oder aber eine schlechtere Lage in Kauf genommen werden muss. Da zudem Vermieter Verträge mit zunehmend kürzeren Laufzeiten anbieten, um ihre Preise regelmäßig in der Höhe an die Marktentwicklung anzupassen, muss immer Ausschau nach Mietalternativen und -lösungen gehalten werden, was zu einem permanenten Stresszustand führt. In der Folge steigt natürlich der Bedarf für eine professionelle Beratung bei der Bürosuche. Und all dies macht es derzeit eben auch durchaus attraktiv, den Weg in die Selbstständigkeit als Immobilienmakler bzw. -berater zu versuchen. Dabei sollte allerdings einiges beachtet werden.

Immobilienmakler ist keine geschützte Bezeichnung

Eine geschützte Bezeichnung ist »Immobilienmakler« nicht. Fachliche Eignung oder ein Ausbildungsnachweis sind nicht vonnöten, wobei es eine gesetzlich geregelte Ausbildung zum Immobilienmakler in Deutschland ohnehin nicht gibt. Gleichwohl existiert die Ausbildung zum Industriekaufmann respektive zur Industriekauffrau, die auch der Immobilienverband Deutschland (IVD) jedem als eine Art Mindestmaß an Qualifikation ans Herz legt, der den Weg in die Selbstständigkeit wagen möchte.

So gänzlich voraussetzungslos ist die selbstständige Tätigkeit als Immobilienmakler also nicht. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erklärt, muss im Vorfeld außerdem in jedem Fall ein Antrag auf eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung zur Ausübung eines Gewerbes gestellt werden. Für diese Erlaubnis ist eine Gebühr fällig. Laut BMWi muss der Antrag folgende Auskünfte enthalten:

  • „Auszug aus dem Bundeszentralregister (Führungszeugnis; Antragstellung beim zuständigen Einwohnermeldeamt)
  • Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (Antragstellung bei dem zuständigen Ordnungs- bzw. Gewerbeamt)
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen Finanzamtes
  • Bescheinigung, dass keine Eintragung in der Schuldnerliste vorliegt (Antragstellung beim zuständigen Amtsgericht)
  • Bescheinigung, dass kein Konkursverfahren vorliegt bzw. anhängig ist (zu beantragen beim Amtsgericht).“

Darüber hinaus sind eine langjährige Berufserfahrung, profunde Kenntnisse im Bereich des Bauwesens, Mehrsprachigkeit, eine hervorragende Kommunikationskompetenz sowie ein solides Netzwerk an Kunden und Geschäftspartnern sicherlich von Vorteil. Anderenfalls dürfte der Start in die Selbstständigkeit tendenziell holprig verlaufen, wenn nicht gar von vornherein zum Scheitern verurteilt sein.

Eines scheint abschließend klar: Die Aussichten auf eine erfolgreiche Tätigkeit als Immobilienmakler im Bürosegment sind derzeit zwar wahrlich rosig, jedoch kann es wie bei allen Dingen im Leben niemals eine hundertprozentige Garantie für das Gelingen dieses Unterfangens geben.

Stand: 14.12.2017 13:47