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Energieeffizient sanieren: Gut geplant ist halb gespart

Energieeffizient sanieren: Gut geplant ist halb gespart

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Energieeffizienz. Laut KfW-Mittelstandspanel gibt knapp die Hälfte der deutschen Mittelständler an, dass Energiekosteneinsparungen für ihr Unternehmen immer wichtiger werden. Das größte Potenzial liegt mit rund 80% im Gebäudebereich. Wer also über die Sanierung einer gewerblichen Immobilie nachdenkt, sollte auch die energetische Optimierung einplanen – und zugleich von Fördermitteln profitieren.

Viele Industriehallen oder Bürogebäude stammen aus einer Zeit, in der Energieeffizienz noch ein Fremdwort war. Kurz: Sie entsprechen nicht mehr dem heutigen Standard. Oft sind schlecht gedämmte Wände und Decken, undichte Fenster und Hallentore sowie veraltete Heizungen problematisch. Energetische Optimierungen können Abhilfe schaffen. Steht sowieso eine Modernisierungsmaßnahme an, sollte man unbedingt eine energetische Sanierung mitbedenken.

Fördermittel erhalten – leichter als man denkt
Energetisches Sanieren zahlt sich doppelt aus. Neben Einsparungen bei den Energiekosten rechnet sich eine derartige Investition auch aufgrund der zahlreichen Förderprogramme. Die Hürden, um Fördermittel zu erhalten, sind dabei gar nicht so hoch. „Viele scheuen sich, bei Sanierungsmaßnahmen energetische Maßnahmen mitzudenken, da sie bürokratische Hürden oder hohe Anforderungen fürchten. Dabei sind die Vorgaben für Förderungen in der Regel – insbesondere bei der Durchführung von Einzelmaßnahmen – leicht zu erreichen. Insgesamt sind die Anforderungen bei Sanierungsmaßnahmen sogar niedriger als beim Neubau“, weiß Melanie Bauerdick, Fördermittelexpertin bei der Sparkasse KölnBonn.

Günstige Zinsen und Zuschüsse
Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werden zahlreiche Maßnahmen mit zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen gefördert. „Dabei sind im gewerblichen Bereich – anders als bei Wohngebäuden, bei denen es eine Deckelung gibt – 100% der förderfähigen Kosten finanzierbar“, so Bauerdick. Es gilt: je höher die Energieeinsparung, desto höher die Förderung. Zinsvergünstigungen zur energetischen Optimierung von gewerblichen Objekten gibt es für Einzelmaßnahmen sowie für die Standards KfW-Effizienzhaus 70 und 100. Zudem kann ein Tilgungszuschuss von 5 bis 17,5% gewährt werden. „Dieser reduziert nach Auszahlung die Gesamtkreditsumme und verkürzt damit die Laufzeit. Abhängig von der gewählten Gesamtlaufzeit des Kredits kann zudem eine tilgungsfreie Anlaufzeit von ein bis maximal drei Jahren vereinbart werden“, erklärt die Fördermittelexpertin die weiteren Vorteile.

Schritt für Schritt zur Förderung
Wer eine Förderung beantragen möchte, sollte planvoll vorgehen. Der erste  Weg führt zur Hausbank. Denn für die Antragstellung bei der KfW ist ein dokumentiertes Finanzierungsgespräch mit der Hausbank erforderlich. Zeitgleich sollte man Kontakt zu einem Sachverständigen aufnehmen, um die baulichen Maßnahmen für die Energieoptimierung im Detail zu planen. Dieser berät den Kunden auch bezüglich weiterer möglicher Zuschüsse für sein Bauvorhaben. Eine Voraussetzung für die Beantragung öffentlicher Fördermittel ist die Bestätigung der Kosten für die energetischen Maßnahmen durch den zertifizierten Sachverständigen. „Mit dieser Bestätigung können wir dann die Finanzierung auf den Weg bringen und die Fördermittel beantragen. Wichtig hierbei: Die Planung einer energetischen Sanierungsmaßnahme – also die Beratung durch einen Sachverständigen oder das Einholen von Angeboten bei Handwerkern – ist natürlich auch vor dem Finanzierungsgespräch möglich. Man sollte aber keine Verträge mit Handwerkern unterschreiben oder sogar das Vorhaben beginnen, da dann eine Förderung ausgeschlossen ist“, rät Bauerdick.

Ein mittelständisches Unternehmen möchte seine Gewerbeimmobilie umfangreich sanieren. Außenfassade und das neu einzudeckende Dach sollen gedämmt werden, die Fenster und Türen ausgetauscht und das Heizungssystem modernisiert werden. Insgesamt entspricht die Gewerbeimmobilie nach der Sanierung dem Standard eines Neubaus („KfW-Energieeffiienzhaus 100“) gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Die förderfähigen Kosten in Höhe von 500.000 € können über die öffentlichen Mittel „KfW-Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren“ finanziert werden.

Damit erhält der Kunde nicht nur einen abhängig von Bonität und Besicherung vergünstigten Zins, sondern auch einen Tilgungszuschuss in Höhe von 10% des Zusagebetrags.

Förderkredit Bankkredit
Kreditbetrag 500.000 Euro 500.000 Euro
Erste Tilgung nach einem Jahr nach einem Jahr
Tilgungszuschuss nach einem Jahr keinen
Laufzeit 10 Jahre 10 Jahre
Zinsbindung 10 Jahre 10 Jahre
Nominalzins p.a. * 1,00% 1,39%
Summe Zinslast 23.792 Euro 39.074 Euro
Summe Tilgung 450.000 Euro 500.000 Euro
Zinsvorteil: 15.282 Euro
Tilgungsersparnis: 50.000 Euro  
Gesamtvorteil: 65.282 Euro  

*abhängig von Bonität und Besicherung, Stand September 2019

 

Was wird gefördert?
Bei energetischen Sanierungen von gewerblichen Objekten fördert die KfW Einzelmaßnahmen (z.B. neue Fenster, Fassadendämmungen, Heizungen etc.) sowie die Standards KfW-Effizienzhaus 70 und 100. Für das KfW-Effizienzhaus gilt: Je kleiner die Kennzahl, desto geringer der Energiebedarf der Immobilie und desto höher die Förderung. Einzelmaßnahmen erhalten die geringste Förderung.
KfW-Förderprogramme für energetisches Sanieren
Für Einzelmaßnahmen: „Energieeffizient Sanieren (278)“ Bei der Realisierung eines KfW-Effizienzhauses: „Energieeffizient Sanieren (277)“ In drei Schritten zur Förderung

1. Ein dokumentiertes Finanzierungsgespräch mit Ihrer Hausbank vor Vorhabenbeginn ist Voraussetzung für eine spätere Förderung. Die Sparkasse Köln-Bonn unterstützt mit einem Team von Fördermittel-Experten und hilft, einen Sachverständigen zu finden.

2. Nehmen Sie Kontakt zu einem zertifizierten Sachverständigen auf. Er kann den Sanierungsbedarf einschätzen und berät zu weiteren Fördermöglichkeiten. Sie finden Sie unter: www.energie-effizienzexperten.de

Lassen Sie sich die Kosten für die geplanten Maßnahmen von Ihrem Sachverständigen bestätigen. Dies wird für die spätere Förderung benötigt.

Informationen und Ansprechpartner

Melanie Bauerdick
Fachberaterin gewerbliche Fördermittel
Charles-de-Gaulle-Platz 1d, 50679 Köln
Tel. 0221 226 92166
melanie.bauerdick@sparkasse-koelnbonn.de
Stand: 18.01.2020 08:58