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Energie- und Ressourceneffizienz: nachhaltig Kosten senken
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Energie- und Ressourceneffizienz: nachhaltig Kosten senken

In Zeiten des Klimawandels, der Energiewende und steigender Rohstoffpreise sind Unternehmer gut beraten, ihre Betriebe nach Einsparpotenzialen zu durchforsten und diese Potenziale mit zielgerichteten Investitionen zu realisieren. Weniger Ressourcen- und Energieverbrauch senken Kosten und steigern damit die Wettbewerbsfähigkeit. Energieeffizienz ist ein entscheidender Schlüssel nicht nur für den Erfolg der Energiewende, sondern vor allem für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. So steht es in einer gemeinsamen politischen Erklärung des Bundeswirtschaftsministeriums, des Bundesumweltministeriums, des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) sowie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zur Gründung der Mittelstandsinitiative Energiewende. Weiter heißt es in dem Grundsatzpapier: „Der Umbau unserer Energieversorgung und -nutzung ist eine Gemeinschafts- und Generationenaufgabe“, er könne „nur gelingen, wenn er als gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit breiter Akzeptanz aller Beteiligten verwirklicht wird.“

Wenn von „Generationen“ und „gesamtgesellschaftlich“ die Rede ist, dann schließen die Initiatoren der 2013 gestarteten Mittelstandsinitiative Energiewende auch den Nachwuchs in den Betrieben in ihre Überlegungen und Appelle ein. Die IHK-Organisation etwa bietet im Rahmen der Mittelstandsinitiative bundesweit eine Qualifizierungsmaßnahme für Auszubildende an. Die Azubis sollen als Energie-Scouts in ihren Ausbildungsbetrieben dazu beitragen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen, zu dokumentieren und Verbesserungen anzuregen. „Die Azubis sind noch nicht lange in den Unternehmen, haben einen frischen Blick, sind offen und hinterfragen das ‚Immer-schon-Dagewesene‘“, erläutert Magdalena Poppe die Idee. „Wir möchten mit diesem Projekt den verantwortlichen Umgang mit Energie und Ressourcen fördern“, ergänzt die Diplom-Ingenieurin und Referentin für Umwelt und Energie bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg, die das Projekt Energie-Scouts 2015 erstmals in ihrer Region angeboten hat. In drei Tages-Workshops qualifizierte die IHK gemeinsam mit externen Experten insgesamt 57 Auszubildende aus 16 regionalen Unternehmen zu Energie-Scouts – ergänzt um eine intensive Projektphase in den Unternehmen.

Über innovative Ideen nachzudenken lohnt sich
An der Abschlussveranstaltung in der IHK im Februar nahm auch Claudia Rumbach teil. Die Leiterin des Vertriebsmanagements Firmenkunden der Sparkasse KölnBonn wählte als Jurymitglied bei der Abschlusspräsentation der 16 Teams die drei besten Projekte mit aus. Sie erhielten ein Preisgeld von insgesamt 1.500 € – gestiftet von der Sparkasse. Weshalb dieses persönliche und fianzielle Engagement? „Ganz einfach: Weil in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung der Energieverbrauch in vielen Firmen einer der großen Kostentreiber ist – und einer der größten Einsparpotenziale“, erläutert Rumbach. „Es lohnt sich also, über entsprechende Investitionen nachzudenken, und dabei begleiten wir die mittelständische Wirtschaft.“ Rumbach zeigte sich sehr beeindruckt von den erarbeiteten Projekten.

Die Azubis präsentierten Vorschläge zur Umrüstung auf energieeffiziente Beleuchtung und intelligente Heizungssteuerung, Überprüfung und Austausch der Belüftungsanlagen, Optimierung von Betriebszeiten, Reduzierung von Wärmeverlusten oder zur Erstellung eines Unternehmensleitfadens zur Ressourcen- und Energieeffizienz. „Die ganz großen Dinge eben – die aber vielen Beschäftigten, die teils seit mehreren Jahren im Unternehmen sind, gar nicht mehr auffallen“, sagt Rumbach, „die Azubis aber wahrnehmen – erst recht, wenn sie mit geschultem Blick an die Sache herangehen.“ Doch es sind auch die kleinen Dinge, die den jungen Leuten nicht entgehen. So hatte sich etwa ein Team den Toiletten und Waschräumen seines Unternehmens zugewendet und Vorschläge für die Senkung des Papier- und Wasserverbrauchs unterbreitet.

Förderprogramme in Sachen Energieeffizienz
Manche Einsparmaßnahmen in Unternehmen – egal ob von Energie-Scouts ausfindig gemacht oder auf andere Weise auf die Agenda gesetzt – lassen sich kurzfristig und ohne größere Kosten umsetzen, andere erfordern einen etwas längeren Atem und Investitionen. Spätestens dann empfiehlt sich der Austausch mit Profi für Energie- und Ressourceneffienz, in Nordrhein-Westfalen etwa mit dem Team der Effienz-Agentur NRW. Und mit Finanzierungsexperten, beispielsweise von der Sparkasse KölnBonn, die wiederum mit der Effizienz-Agentur kooperiert und sich außerdem bestens mit Fördermitteln auskennt, die ohnehin über die Hausbank beantragt werden müssen. Die Beratung in Sachen Energie- und Ressourceneffienz versteht die Sparkasse als Teil ihrer bedarfsorientierten, umfassenden Firmenkundenberatung. „Wir beobachten, dass immer noch viele Betriebe den Einsparmöglichkeiten bei Ressourcen und Energie zu wenig Aufmerksamkeit schenken“, weiß Claudia Rumbach, „dabei sind die Potenziale hoch – und es gibt gute Förderprogramme.“

Zum Beispiel den „NRW. Bank.Effienzkredit“. Er bietet zinsverbilligte Darlehen mit flxiblen Laufzeiten für Unternehmen zur Steigerung der Energieund Ressourceneffienz. Mit dem Effienzkredit werden Erfolg versprechende Ersatzinvestitionen gefördert, die zu einer dauerhaften Steigerung der Energie- (mind. 20%) oder Ressourceneffizienz (mind. 10%) führen und deren Gesamtfinanzierung gesichert ist. Das Programm fördert Vorhaben, die insbesondere den Einsatz moderner, produktionsintegrierter Verfahren ermöglichen und der Erreichung der zum Klima- und Umweltschutz beitragenden Ziele dienen. „Wir erleben immer wieder, dass die Firmen, mit denen wir sprechen, dieses Programm nicht kennen und dann sehr dankbar für den Tipp sind“, berichtet Rumbach.

Zwar steigt in der Wirtschaft trotz der seit geraumer Zeit sinkenden Energie- und Rohstoffpreise das Bewusstsein für Ressourcen- und Energieeffienz, doch wissen zahlreiche Unternehmer nicht recht, wie sie die Potenziale im eigenen Betrieb überhaupt erkennen können. Außerdem scheuen sie mitunter die Investitionen. Dabei lassen sich Effizienzgewinne ziemlich genau beziffern. Die Experten dafür sitzen beispielsweise in der EffienzAgentur NRW. Diese versteht sich als Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz in Nordrhein-Westfalen und hat schon weit über 2.000 Projekte zur Effizienzsteigerung in Unternehmen beraten und begleitet. So gewinnen die Firmen konkrete Anhaltspunkte für mehr Ressourceneffizienz – und die Leistung der Effizienz-Agentur NRW ist kostenfrei. Auch die Sparkasse KölnBonn setzt regelmäßig auf die Expertise der Agentur. Bei komplexeren Kundenanfragen zu Investitionsvorhaben in Sachen Ressourcen- und Energieeffizienz zieht sie die dortigen Experten hinzu. Betriebe können sich aber auch direkt an die Effizienz-Agentur wenden, um sich beraten zu lassen.

„Energie-Scouts“ sind gefragt
Oder die Expertise im eigenen Unternehmen aufbauen. Wer mindestens drei oder vier junge Leute ausbildet, für den kommt das Projekt Energie-Scouts infrage. Angesprochen sind Azubis aller Ausbildungsberufe – egal ob gewerblich-technisch oder kaufmännisch. Der erste IHK-Workshop vermittelt ihnen Basiswissen Energie. Im zweiten stehen Praxis und Umsetzung im Fokus – von der Projektplanung und Kommunikation im Unternehmen bis zum Umgang mit Messinstrumenten. Workshop Nummer drei schließlich stellt Berechnung und Präsentation in den Mittelpunkt; hier lernen die Azubis unter anderem die Geheimnisse der Amortisationsrechnung. Referent bei diesem Workshop der IHK Bonn/Rhein-Sieg im Herbst 2015 war Toby March, Fachberater gewerbliche Fördermittel bei der Sparkasse KölnBonn.

Die Nachfrage nach dem Projekt der Energie-Scouts in Bonn war übrigens so groß, dass die dortige IHK ab Spätsommer eine Neuauflage anbietet. Am 24. August führt sie gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern eine Infoveranstaltung durch, am 22. September findet der erste Workshop statt. Für Februar 2017 ist wieder eine Abschlussveranstaltung geplant – samt Bewertung der vorgestellten Projekte durch eine Expertenjury. Anmeldungen zu der kostenfreien Azubi-Qualifizierung nimmt die IHK Bonn/Rhein-Sieg bis 2. September entgegen. Es lohnt sich teilzunehmen. Denn wie heißt es in der politischen Erklärung der Mittelstandsinitiative Energiewende: „Viele energiesparende Investitionen rechnen sich bereits heute mit hoher interner Verzinsung bzw. nach kurzer Amortisierungszeit.“

Claudia Rumbach
Leiterin Vertriebsmanagement Firmenkunden
Tel. 0221 226 52158
claudia.rumbach@sparkasse-koelnbonn.de

Stand: 08.06.2016 11:56