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Digitale Weiterbildung: Mit E-Learning starten, aber wie?

Digitale Weiterbildung: Mit E-Learning starten, aber wie?

Viele Unternehmen haben das Thema digitale Weiterbildung bislang eher vernachlässigt. Jetzt zwingt die Krise zu einem Umdenken. Auf einmal muss es schnell gehen. Dennoch gilt es, bedacht vorzugehen, damit E-Learning langfristig den gewünschten Erfolg bringt.

Nicht selten werden teuer erworbene E-Learning-Programme von Anfang an kaum genutzt und bringen folglich keinen Nutzen. Die Begründungen der Mitarbeiter dafür sind vielfältig und reichen von „keine Zeit für Fortbildung“ bis hin zu „das Angebot passt nicht zu dem, was ich brauche“. Einige wissen kaum etwas über die E-Learning-Programme ihres Unternehmens, da die Informationen dazu im Tagesgeschäft untergegangen sind.

Das muss nicht sein. Durch ein überlegtes Vorgehen können Unternehmen – auch über die Krise hinaus – einen großen Nutzen aus digitaler Weiterbildung ziehen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: weniger Reiseaufwand, zeit- und ortsunabhängiges Lernen sowie flexible Zeiteinteilung. Außerdem können Lerninhalte passgenau gestaltet und für beliebig viele Nutzer bereitgestellt werden. Es lohnt sich also, sich mit der Thematik näher zu befassen.

E-Learning – was genau steckt dahinter?
E-Learning ist die Abkürzung von „electronic learning“ („elektronisch unterstütztes Lernen“) und bedeutet zunächst einfach, dass digitale Medien zum Lernen eingesetzt werden. E-Learning bezeichnet somit die Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen durch unterschiedliche digitale Hilfsmittel.
Mögliche Formen und Medien von E-Learning:
– PDF-Dateien, eBooks
– Digitale Lernprogramme
– Wissensdatenbanken, Wikis
– Informationsangebote im Internet
– Tutorials, Lernvideos
– Online-Seminare, Webinare
– Frei verfügbare Online-Kurse (sogenannte MOOCs, Massive Open Online Courses)
– Lernplattformen, Learning Management Systeme
– Digitale Lernspiele

Was eignet sich wofür?
E-Learning-Medien wie Lernvideos, PDF-Dokumentationen oder digitale Lernprogramme sind gute Formate, um Fachkenntnisse zu vermitteln, z.B. zur Aneignung von Produktwissen für den Innen- und Außendienst oder von Software-Kenntnissen. Viele Softwareanbieter stellen auf ihren Websites kostenfreie Online-Kurse zur Verfügung. Daneben eignet sich E-Learning gut für die Vermittlung von Verhaltensleitlinien in Bezug auf Brandschutz, Compliance oder Social-Media-Nutzung.

Bei Themen wie Führungskompetenz, Teamarbeit oder Kommunikation hingegen sind der persönliche Kontakt, das Üben an eigenen Fallbeispielen mit direktem Feedback und der Austausch der Teilnehmer untereinander wichtig. Die Lösung dafür heißt Blended-Learning, d.h. die Kombination von digitalen Lernelementen mit Präsenztraining. Hierbei können vor oder nach den Präsenztrainingseinheiten digitale Lernprogramme (z.B. Videotutorials oder PDF-Skripte) eingesetzt werden.

Mit Rücksicht auf die aktuellen Kontaktbeschränkungen kann das Präsenztraining als Live-Online-Seminar über ein Webkonferenz-Tool durchgeführt werden. Interaktive Whiteboards oder separate virtuelle Räume ermöglichen einen guten Austausch und Gruppenarbeit.

E-Learning einführen in sieben Schritten
Die folgenden Schritte skizzieren einen Fahrplan zur Einführung von E-Learning im Unternehmen:
1. Verantwortliche festlegen und ausgewählte Mitarbeiter sowie den Betriebsrat von Anfang an ein beziehen.
2. Ziele definieren: Was soll mit E-Learning erreicht und wie der Erfolg gemessen werden?
3. Zielgruppen und Weiterbildungsbedarf analysieren.
4. Auswahlkriterien (z.B. Kosten, Bedienerfreundlichkeit, Datenschutz etc.) festlegen und entsprechend passende Angebote auswählen; ggf. mit Demoversion oder Pilotprojekt starten.
5. Erfolgskontrollen (z.B. Quiz oder Lückentext), Möglichkeiten für Übungen und Elemente zur Transfersicherung einbauen.
6. Nutzungsleitlinien erstellen, Zeiträume für das Lernen anbieten.
7. Das E-Learning-Angebot übersichtlich darstellen und motivierend kommunizieren.

Weiterbildung ist auch oder sogar gerade in Krisenzeiten besonders wichtig. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf lebenslanges Lernen, Wissenssicherung und kontinuierliche Weiterentwicklung. Jetzt ist die Zeit, um digitale Bildung voranzutreiben. Warum also nicht heute damit starten?

Dipl.-Kffr. Verena Voll
Inhaberin PEOKOSA HR Experts & Training,
Düsseldorf
Interim-Managerin | Business-Trainerin | Dozentin
www.peokosa.de

Stand: 20.06.2020 11:38