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Corona und das Beethovenfest 2020: Wie geht es weiter?

Corona und das Beethovenfest 2020: Wie geht es weiter?

Das Jahr 2020 sollte ein wirtschaftlich starkes Jahr für Bonn werden, vor allem durch das Beethovenfest. Monate im Voraus haben sich Unternehmen zusammengefunden, um ein Programm auf die Beine zu stellen. Und dann passierte das Unvorhersehbare: COVID-19. Fällt nun der 250. Geburtstag Beethovens ins Wasser? Und was passiert mit den Unternehmen, die Geld in Projekte investiert haben, um sich an dem Fest zu beteiligen und Gewinn zu generieren? Zu Beginn hieß es noch von Dr. Lutz Engelsing: „Jeder Euro, den die Stadt Bonn ins Beethovenfest investiert, kommt mehrfach zurück.“ Aber wie sieht es nun aus?

Ursprünglich war geplant, dass das Beethovenfest am 16.12.2019 beginnt und am 17.12.2020, dem Tauftag Beethovens, endet. Zu Beginn war dies auch kein Problem. Aber im März 2020 wurden wegen Corona Veranstaltungen verboten und in dieser Folge auch gestrichen und verschoben. Manche Veranstaltungen wurden und werden auch virtuell abgehalten.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Aufsichtsratsvorsitzender der Beethoven Jubiläums GmbH, hat bekanntgegeben: „Mit BTHVN2020 wurde ein vielseitiges und breitenwirksames Jubiläumsprogramm geschaffen, das nicht nur in der Region, sondern bundes- und sogar weltweit Beachtung und Anerkennung gefunden hat. Umso mehr hat uns alle der harte Einschnitt durch die COVID-19-Pandemie getroffen. Als deutliches Zeichen einer Wertschätzung für Ludwig van Beethoven und für die Bedeutung der Kultur generell haben wir uns heute einhellig für eine Verlängerung des Jubiläums entschieden.“ Somit fällt die Veranstaltung nicht ins Wasser, sondern wird verlängert bis September 2021. Dabei soll der 17.12.2020, der als Finale angedacht war, nun als Höhepunkt der Veranstaltung umgedacht werden.

Es wurden auch schon teilweise Ersatztermine gesucht und bekanntgegeben. Ein Beispiel: Der Auftritt von Robbie Williams, der am 18.5.2020 stattfinden sollte, wurde nun offiziell auf den 13.6.2021 verschoben. Ob dies final auch so stattfinden wird, darf kritisch hinterfragt werden. Denn schließlich schaut die Regierung fast wöchentlich neu auf die aktuelle Lage und könnte auch im August noch darauf bestehen, keine Großveranstaltungen stattfinden zu lassen.

Was bedeutet das für die teilnehmenden Unternehmen?
Bei dem Beethovenfest 2020 sind in der Planung etwa 300 Projekte entstanden, hinter denen Unternehmen und vor allem Personal stehen. Im Voraus wurde der Jubiläumsgesellschaft vom Bund, Land, Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis eine Fördersumme von 30 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Diese Gesamtfördersumme soll nicht angetastet werden, was von Günther Winands bestätigt wurde. So sagt er: „Es ist uns ein großes Anliegen, dass möglichst viele der bisher geplanten Projekte realisiert werden können. Wir möchten hierdurch vor allem allen Akteurinnen und Akteuren des Jubiläums die Chance bieten, ihr Programm, in das viel Kreativität, Zeit und Mühe geflossen ist, auch zu präsentieren.“

Dies stellt eine große Erleichterung für die teilnehmenden Unternehmen dar, stellt sie aber auch vor große Herausforderungen. Entweder müssen sie ihr Programm auf einen späteren Zeitpunkt verschieben oder es digital/virtuell umwandeln.

Programm digitalisieren
Ein klarer Vorteil des Digitalisierens ist, dass man sein Programm weiterhin wie geplant durchführen kann, vielleicht sogar auch mehr Menschen erreicht, weil die „Zuschauerzahl“ nicht begrenzt ist.

Nachteilig ist, dass vielleicht nicht die gleichen bzw. niedrigere Einnahmen verbucht werden als normal. Hinzu kommt, dass mit dem Digitalisieren ein zusätzlicher Aufwand verbunden ist, der zu weiteren Kosten führen kann. Ebenso kann nicht jedes Programm 1:1 in digitaler Form umgesetzt werden.

Ein positives Beispiel hier ist die Veranstaltung „Seid umschlungen!“, die in diesem Zuge umbenannt wurde zu „Seid trotzdem umschlungen!“. In einer Kooperation zwischen dem Beethovenfest Bonn und dem gemeinnützigen Verein STEGREIF.orchester e.V. wurden die ursprünglich für März (13.3.-22.3.) geplanten Konzerte als Instrumental- und Vokal-Workshops zwischen dem 30.3. und 17.4.2020 virtuell abgehalten. Auf der Internetseite des STEGREIFS.orchester heißt es, dass sie, die Organisatoren, Musiker und Künstler, lernen mussten, kreativ auf diese Ausnahmesituation zu reagieren, wobei „in den letzten Wochen viele schöne Projekte“ entstanden sind. Zudem haben sie auf der Plattform Youtube ein Crowdfunding-Konzert hochgeladen, das 2 ½ Stunden lang ist, kostenlos zur Verfügung steht, aber gleichzeitig auch einen Spendenaufruf darstellt.

Programm verschieben
Durch die Verlängerung des Beethovenfestes in das Jahr 2021 besteht auch die Möglichkeit, die Veranstaltung zu verschieben. Vorteil ist, dass man das Programm 1:1 so umsetzen kann, wie es ursprünglich geplant war.

Ein Nachteil ist, dass die Einnahmen, mit denen man gerechnet hat, so vorerst ausbleiben. Mitarbeiter, die man extra für dieses Ereignis eingestellt hat, können so nicht wie geplant eingesetzt werden. Somit erhalten diese Menschen, die fest mit dieser Einnahme gerechnet haben, kein Geld. Hinzu kommt, dass auch immer noch unklar ist, wie es sich mit der Corona-Pandemie weiterentwickeln wird. Wer weiß schon mit Sicherheit, ob man im Mai 2021 wieder solche Veranstaltungen besuchen kann?

Trotz dieser Ungewissheit wurden schon einige Ersatztermine bekanntgegeben, neben Robbie Williams wurden auch zahlreiche andere Konzerte auf August 2020 oder das Folgejahr 2021 verschoben, wie etwa „Beethoven Moves!“ und die Konzerte von Kraftwerk und Die Fantastischen Vier. Dabei sollen die bereits gekauften Tickets ihre Gültigkeit behalten.

Abschließender Tipp
Wer sich als teilnehmendes Unternehmen bisher noch nicht mit der Beethoven Jubiläums GmbH in Verbindung gesetzt hat, sollte dies dringend tun und sich mit den oben aufgeführten möglichen Alternativen dringend auseinander setzen.

Als Besucher des Beethovenfestes sollte man sich am besten auf der Homepage der Beethoven Jubiläums GmbH (www.bthvn2020.de) oder auf deren Facebook-Seite auf dem Laufenden über verschobene/veränderte Veranstaltungen halten.

Autor:
Luca Marie Hubrig
Stand: 29.05.2020 08:21