Neuigkeiten

Startseite / Themen / Recht & Steuern / Corona-Krise: Pauschaler Verlustrücktrag — Voraussetzungen und Folgen

Corona-Krise: Pauschaler Verlustrücktrag — Voraussetzungen und Folgen

Das pauschale Verlustrücktragsverfahren (vgl. hier) ist nur bei Steuerpflichtigen mit Gewinneinkünften – und damit für alle GmbHs – oder Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zugelassen.

Die GmbH muss „nicht unwesentlich“ negativ von der Corona-Pandemie betroffen sein. Dies ist nach dem BMF-Schreiben vom 24.4.2020 immer dann automatisch anzunehmen, wenn die Steuervorauszahlungen für 2020 bereits auf 0 Euro herabgesetzt wurden und der Geschäftsführer versichert, dass die GmbH aufgrund der Corona-Krise von einem erheblichen Verlust in 2020 ausgeht.

Die GmbH kann, muss aber nicht den pauschalierten Verlustrücktrag in Anspruch nehmen. Wer das Wahlrecht wahrnehmen will, muss einen Antrag schriftlich oder elektronisch beim Finanzamt stellen. Dies muss bis zum 31.3.2021 geschehen. Der Antrag kann gleichzeitig mit dem Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen für 2020 gestellt werden. Die Möglichkeit, im Einzelfall unter Einreichung detaillierter Unterlagen einen höheren rücktragsfähigen Verlust darzulegen, bleibt unberührt.

Der endgültige Verlustrücktrag aus 2020 kann in der Veranlagung des Jahres 2019 erst nach Durchführung der Veranlagung 2020 vorgenommen werden. In Fällen, in denen die Vorauszahlungen für 2019 bereits aufgrund eines pauschalierten Verlustrücktrags aus 2020 gemindert wurden, führt die Veranlagung für 2019 in der Regel zunächst zur Festsetzung einer Nachzahlung in entsprechender Höhe. Diese Nachzahlung für 2019 wird auf Antrag befristet bis spätestens einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids 2020. Die Nachzahlung für 2019 wird zinslos gestundet. Wenn dann der Verlust für 2020 endgültig feststeht und in der Steuerveranlagung zurückgetragen wird, wird die festgesetzte Steuer für 2019 bzw. die Nachzahlung wieder korrigiert.

Stand: 13.07.2020 11:06