Neuigkeiten
Startseite / Themen / Recht & Steuern / Bewertung von Vorratsvermögen im Jahresabschluss einer GmbH für 2015
Bewertung von Vorratsvermögen im Jahresabschluss einer GmbH für 2015

Bewertung von Vorratsvermögen im Jahresabschluss einer GmbH für 2015

Zum Vorratsvermögen gehören Waren, Erzeugnisse, Hilfs- und Betriebsstoffe. Hier liegt einer der Hauptanwendungsbereiche für eine Teilwertabschreibung. Der Unternehmer hat hier selbst einen großen Bewegungsspielraum. Beim Vorratsvermögen gibt es zwei wesentliche Gründe, auf die eine Teilwertabschreibung gestützt werden kann. Eine Teilwertabschreibung kann wegen gesunkener Wiederbeschaffungskosten oder unzureichender Erlöse vorgenommen werden.
Die Wiederbeschaffungskosten setzen sich aus dem gesunkenen Einkaufspreis, den üblichen Anschaffungsnebenkosten und den Anschaffungspreisminderungen zusammen. Bei fertigen oder teilfertigen Erzeugnissen muss von den Wiederherstellungskosten (Reproduktionskosten) ausgegangen werden. Die Wiederherstellungskosten sind auf Vollkostenbasis zu kalkulieren. Das heißt, es werden alle Kosten einbezogen, die erforderlich sind, um das Erzeugnis in der gleichen Art, Form und Fertigungsstufe zu reproduzieren, in der es sich am Bilanzstichtag befindet. Diese Werte sind gleichzeitig auch Teilwerte des Vorratsvermögens.
Voraussetzung für eine Teilwertabschreibung ist, dass die Einkaufspreise am Beschaffungsmarkt nachhaltig gesunken sind, weil das Preisniveau allgemein zurückgegangen ist. Preisnachlässe, die ein Lieferant z.B. auf modische Ware oder Sonderangebote gibt, dürfen nicht zum Anlass genommen werden, um bei den übrigen Beständen eine Teilwertabschreibung durchzuführen.
Häufigster Grund einer Teilwertabschreibung beim Vorratsvermögen, das zum Verkauf bestimmt ist, sind unzureichende Erlöse. Diese können durch allgemeine Veränderungen am Absatzmarkt eintreten, z.B. durch Änderungen bei der Nachfrage, neue und bessere Angebote von Konkurrenten, aber auch durch produktbezogene Faktoren, wie Lagerschäden, Produktfehler und Änderungen in der modischen Geschmacksentwicklung.

Ausweis von Forderungen und Verbindlichkeiten
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände müssen mit dem Nominalwert vollständig in der Bilanz ausgewiesen werden. Steuerlich müssen gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG unverzinsliche Verbindlichkeiten abgezinst werden, wenn sie am Bilanzstichtag noch eine Laufzeit von mindestens einem Jahr haben. Die Abzinsung kann gemäß BMF-Schreiben vom 26.5.2005 (Az. IV B 2 – S 2175 – 7/05, BStBl I 2005, S. 699) erfolgen
 –  entweder nach finanz- und versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des
    Zinssatzes von 5,5% oder
 – aus Vereinfachungsgründen gem. §§  12 bis 14 BewG.

Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG gilt grundsätzlich, dass Verbindlichkeiten mit einem Zinssatz von 5,5% abzuzinsen sind. Betroffen sind nicht nur Verbindlichkeiten in Geld, sondern auch Sachdienstleistungsverpflichtungen. Die Abzinsung erfolgt nicht, wenn
 – die Laufzeit der Verbindlichkeit am Bilanzstichtag weniger als 12 Monate beträgt,
–  die Verbindlichkeit verzinslich ist oder
–  es sich um Anzahlungen oder Vorauszahlungen handelt.

Abgezinst werden nur unverzinsliche Verbindlichkeiten. Das bedeutet vom Wortlaut der gesetzlichen Regelung her, dass bei einer Verzinsung – und sei sie noch so gering – keine Abzinsung erfolgt.
Verbindlichkeiten mit verdecktem Zinsanteil: Auch wenn der Zinssatz 0% beträgt, kann es sich um ein verzinsliches Darlehen handeln, das nicht abgezinst wird. Das ist der Fall, wenn einem bei der Gewährung eines unverzinslichen Darlehens ein Vorteil (z.B. Rabatt) verloren geht oder wenn das unverzinsliche Darlehen mit einer Auflage verbunden ist.

Stand: 12.11.2015 09:39