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Neuartiges Tagungsformat: Barcamps als Impulsquelle
Foto: Oliver Kepka

Neuartiges Tagungsformat: Barcamps als Impulsquelle

Barcamps finden seit geraumer Zeit auch vermehrt in der Metropolregion Köln-Bonn statt. Den sogenannten Unkonferenzen oder Ad-hoc-Nicht-Konferenzen wird eine stetig steigende Begeisterung auch in der Unternehmenswelt entgegengebracht. Das offene Tagungsformat passt zum Trend, Innovations- und Entwicklungsprozesse möglichst mit agilen Aktionen zu fördern. Dabei spielt die Vernetzung in der Online- und Offlinewelt eine entscheidende Rolle.

In den letzten Monaten war Bonn ein beliebter Veranstaltungsort für Barcamps zu den Themen Nachhaltigkeit, Tourismus, Frauen in der Unternehmenswelt und VUCA (volatility, uncertainty, complexity und ambiguity, also Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit), was auf die Rahmenbedingungen der Unternehmensführung abzielt.
Auch im November 2018 wird die Bundesstadt zum Austragungsort des BusinessCamp Bonn. Partner wird die Deutsche Telekom sein. Warum unterstützen immer mehr Unternehmen nicht vollends planbare Konferenzen und was verbirgt sich hinter diesem Veranstaltungsformat?

Was ist ein Barcamp?

Bereits 2005 fand das erste Barcamp in Kalifornien (USA) statt. Rund ein Jahr später kam dieses neue Veranstaltungsformat, das aufgrund seiner freien und offenen Themenfindung auch als Unkonferenz bezeichnet wird, nach Deutschland. Ursprünglich wurden Barcamps vornehmlich von Informatikern zur Weiterentwicklung von Programmierprojekten veranstaltet. Bar bezeichnet in der Informatik einen Platzhalter. Mittlerweile werden Barcamps in den unterschiedlichsten Branchen und zu den verschiedensten Themen aus Wirtschaft, Politik und Kultur angeboten.

Ablauf eines Barcamps

Ziel eines jeden Barcamps ist der Austausch auf Augenhöhe. Aus diesem Grund sind Barcamps in der Regel frei zugänglich. Je nach Kostenaufwand der Veranstaltung wird ein monetärer Beitrag verlangt. Das temporäre Du wirkt zunächst im unternehmerischen Kontext befremdlich, bringt die Akteure jedoch meist schneller und direkter ins Gespräch.

Den Start eines jeden Barcamps bildet die Vorstellungsrunde, in der jeder Teilnehmer sich mittels drei Hashtags (=Markierung, Beispiel: #gmbhchef #business #geschäftsführer) persönlich vorstellt. So erhalten alle Anwesenden einen schnellen Überblick über die restlichen Teilnehmer und ihre Interessen. Auch bei größeren Gruppen von 100 bis 200 Teilnehmern ist eine Vorstellungsrunde relativ schnell vollzogen.

Danach wird das Kernstück des Barcamps, der Sessionplan (= Zeitplan) erstellt. Als Session werden die einzelnen Programmplätze von meist 45-minütiger Länge bezeichnet, die mit Vorträgen, Workshops oder Diskussionsrunden bestückt werden. Der Sessionplan wird gemeinsam mit allen Teilnehmern gestaltet. Jeder Teilnehmer kann bei Bedarf sein Thema im Plenum kurz vorstellen und das Handzeichen der restlichen Teilnehmer entscheidet über die Beliebtheit des Angebots und dessen Platzierung auf dem Sessionplan. Ein Moderator führt dieses gemeinschaftliche Planungsszenario mit Großgruppenmethoden, um ein möglichst vielfältiges Programm zusammenstellen zu können.

Verbindung von Online- und Offline-Welt

Barcamps spielen sich meist in der realen und virtuellen Sphäre ab. Mittels Hashtag, das speziell für die Veranstaltung ausgewählt wird (Beispiel: #bizbonn18 für das BusinessCamp Bonn), posten die Teilnehmer vor und während des Events in Social Media Kanälen wie Twitter und Facebook ihre ganz persönliche Sichtweise auf das Erlebte. Nicht selten vernetzen sich Teilnehmer auf diese Weise untereinander, um noch während der Veranstaltung ins Gespräch über ein gemeinsames Thema zu kommen. Auch interessante Geschäftskontakte und potenzielle Kollaborationspartner lassen sich so finden und verbinden. Hinzu kommt, dass sich Warmakquise auf diese Weise hervorragend betreiben lässt, denn schließlich haben sich die Akteure schon während des Barcamps kennengelernt und können ihre Kommunikation bei Bedarf weiterführen. (krw) ■

www.barcampbonn.de | www.barcamp-liste.de

Veranstaltungstipp

BusinessCamp Bonn, 16.11.2018
Veranstaltungsort Social Impact Lab: Heinemannstraße 34, 53175 Bonn
kostenfrei

www.businesscampbonn.de

Stand: 14.10.2018 11:15