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Arbeitgeberdarlehen an den Geschäftsführer

Arbeitgeberdarlehen an den Geschäftsführer

Gesellschaftsrechtliche und steuerliche Grenzen

Auch Gesellschafter-Geschäftsführer können vorteilhafte Darlehen von der GmbH als ihrem Arbeitgeber beziehen. Dabei gilt es, sowohl die Anforderungen des Gesellschaftsrechts als auch des Steuerrechts zu beachten.

§ 43a GmbHG bestimmt, dass Geschäftsführern, anderen gesetzlichen Vertretern der GmbH sowie Prokuristen und General-Handlungsbevollmächtigten ein Kredit nicht aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Vermögen gewährt werden darf. Der Kredit muss demzufolge aus den Rücklagen gespeist werden. Ein Verstoß gegen § 43a GmbHG lässt die zivilrechtliche Wirksamkeit des Vertrags unberührt und führt lediglich zu einem gesetzlichen Rückforderungsanspruchder GmbH in Höhe des Betrags, der zur Auffüllung des satzungsmäßigen Stammkapitals erforderlich ist. Zahlt der Geschäftsführer als Darlehensnehmer diesen Betrag nicht zurück, haftet er der Gesellschaft auf Schadenersatz (§ 43 Abs. 2 GmbHG). Der Verstoß allein führt deshalb nicht zu einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA).

Zuständig für den Abschluss des Darlehensvertrags ist der Geschäftsführer selbst, soweit nicht ausnahmsweise – z.B. wegen der Höhe des Darlehens – ein Gesellschafterbeschluss gemäß § 49 Abs. 2 GmbHG erforderlich ist. Nach dieser Vorschrift ist ein Gesellschafterbeschluss herbeizuführen, „wenn es im Interesse der Gesellschaft erforderlich erscheint“.

Da es sich bei der Darlehensvergabe an den Geschäftsführer um ein sogenanntes Insich-Geschäft handelt – auf beiden Seiten handelt dieselbe Person –, muss der Geschäftsführer entweder in der Satzung oder durch Gesellschafterbeschluss auf der Grundlage einer Satzungsermächtigung vom Verbot der Insich-Geschäfte(§ 181 BGB) befreit sein.

Um jeden Anschein einer vGA zu vermeiden, sollte im Dienstvertrag des Geschäftsführers geregelt sein, dass die Gesellschaft ihm im Rahmen des Anstellungsverhältnisses bei uneingeschränkter Bonität ein ungesichertes Darlehen bis zu einem Betrag von z.B. 100.000 Euro ohne Zustimmung der Gesellschafterversammlung geben kann. Alternativ wäre ein Gesellschafterbeschluss möglich, wonach die Gesellschaft ihren leitenden Angestellten (Geschäftsführer und Prokuristen) ein solches Darlehen gewähren kann.

Ein zinsverbilligtes Darlehen führt beim Geschäftsführer nur dann zu einem lohnsteuerpflichtigen geldwerten Vorteil, wenn der Zinssatz für das Darlehen unter dem marktüblichen Zins für vergleichbare Darlehen im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses liegt. Es ist also danach zu unterscheiden, ob ein Wohnungsbaukredit oder ein Konsumentenkredit/Ratenkredit vergeben werden soll; außerdem müssen die Laufzeit des Darlehens und die Dauer der Zinsfestlegung vergleichbar sein.

Eine Zinsverbilligung ist eine Sachzuwendung im Sinne von § 8 Abs. 2 EStG. Derartige Sachzuwendungen sind steuerfrei, wenn sie die monatliche Freigrenze von 44 Euro nicht überschreiten (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG).

Beispiel:

Der Geschäftsführer M lässt sich von seiner Gesellschaft ein Darlehen in Höhe von 50.000 Euro für den Erwerb einer Eigentumswohnung geben. Die Laufzeit beträgt vier Jahre. Es wird eine monatliche Tilgung und Zinszahlung (Annuität) vereinbart. Der marktübliche Zins beträgt 2 Prozent. Der mit der GmbHvereinbarte Zins beträgt 1 Prozent.

Der geldwerte Vorteil für M beträgt (1 Prozent von 50.000 Euro =) 500 Euro jährlich, also 41,66 Euro monatlich. Da die Freigrenze von 44 Euro monatlich nicht überschritten ist, bleibt der geldwerte Vorteil für M ohne Auswirkung bei seiner Lohnabrechnung.

Stand: 01.07.2015 09:48