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Wer hat hier Stress?
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Wer hat hier Stress?

Einige Unternehmen haben den Wert und Nutzen eines Stressmanagements für sich bereits erkannt. Dennoch ist Stresskompetenztraining noch weit davon entfernt, als Angebot im Rahmen der Gesundheitsprävention oder des BGM dauerhaft verankert zu sein. Dies hat sowohl mit der Unternehmensführung und -kultur zu tun als auch mit den Beschäftigten selbst.

Leider gehört Stress oftmals noch zum „Guten Ton“: Nur wer gestresst ist, hat auch wirklich Wertschätzung verdient und gehört zu den High-Performern. Und weiter: Welche Führungskraft hört schon gerne von ihren Beschäftigten, dass Stress und psychische Überbelastung ein Hauptproblem der täglichen Arbeit sind? Lässt dies die Führungskraft nicht auch inkompetent erscheinen? Daher muss es immer zur Führungsaufgabe gehören, psychische Belastungen am Arbeitsplatz zu identifizieren und anzuerkennen.

Die Beschäftigten ihrerseits sind auch gefragt: Sie müssen zuerst einmal einsehen, dass ihre Symptome – und hier gibt es unzählige – durch erhöhtes Stressaufkommen entstehen. Für viele ist das die erste Herausforderung, da diese Selbsterkenntnis immer noch gleichgesetzt wird mit Gefühlen von Defizit und Schwäche. Danach folgt die zweite große Hürde: Der Führungskraft mitteilen, dass Stress die eigene Gesundheit gefährdet. Leider bleibt frühzeitiges Gegensteuern deshalb oft auf der Strecke. Es wird höchste Zeit, dass diese Haltungen korrigiert werden und Stresskompetenz zur Selbstverständlichkeit gehört.

Denn: Die Gesundheitsberichte der Krankenkassen belegen immer wieder: Die Anzahl der Fehltage wegen psychischen Erkrankungen steigt seit Jahren bedrohlich an.

Stresskompetenz? Selbstverständlich!

Was aber ist Stresskompetenztraining? Der Begriff sagt es bereits aus: Die Beschäftigten lernen und trainieren die Kompetenz, den Stress zu kennen und mit ihm umzugehen. Dafür muss zunächst einmal ein Verständnis geschaffen werden. Was ist Stress, wie entsteht er und vor allen Dingen: Wann und warum wird er für die Gesundheit gefährlich?

Unsere individuellen Stressoren, so heißen Stressauslöser, verursachen körperliche Veränderungen. Diese biochemischen Vorgänge, wie etwa das Ausschütten von Cortisol und Adrenalin, das Ansteigen der Herzfrequenz und einige andere, können auf Dauer krank machen.

Ein ganzheitliches Stresskompetenztraining kann Möglichkeiten schaffen, dass es nicht soweit kommt:

Körper, Verstand, Emotionen, Sinn!

  1. Wir können etwas für unseren Körper tun, zum Beispiel auf gesunde Ernährung, auf Schlaf und Pausen achten, Entspannungstechniken lernen und Bewegung in den Alltag integrieren.
  2. Mit unserem Verstand können wir auch dem Stress begegnen, zum Beispiel mit einem guten Zeitmanagement oder mit Änderung von Plänen und Prioritäten. Darüber hinaus können wir unsere Energieräuber und Energiequellen identifizieren.
  3. Auf der emotionalen Ebene können wir reflektieren: Wo sind wir angreifbar? Welches sind unsere Antreiber und welche Faktoren rufen positive Emotionen in uns hervor? Welche unserer inneren Glaubenssätze machen uns das Leben schwer?
  4. Und auch der Sinn gehört zur Stresskompetenz? Wofür arbeiten wir? Woraus ziehen wir unsere Kraft? Welche Werte sind für uns elementar?

 

 

 

 

 

 

Karolin Schilp

Trainerin für Stresskompetenz und Resilienz
Betriebliche Gesundheitsmanagerin
BEM-Beauftragte der Uniklinik Köln
Disability Managerin (CDPM)
Systemische Beraterin (DGSF)
www.Resilienz-schilp.de
info@resilienz-schilp.de

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