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Vom Aufstieg des Online-Gaming – ein Branchenüberblick

Vom Aufstieg des Online-Gaming – ein Branchenüberblick

Die Digitalisierung schreitet schnell voran und Unternehmen sowie Mitarbeiter als auch Konsumenten müssen sich gleichermaßen umstellen. Es sprießen immer mehr Unternehmen aus dem Boden, die sich auf das Vermitteln digitaler Inhalte spezialisieren und auch für Arbeitgeber wird es immer relevanter, sich auf die Generation Y einzustellen und zu verstehen, wie die Digital Natives – wie sie gerne genannt werden – leben und arbeiten.

Die Transformation in der Unternehmenskultur und den Abläufen geht mit dem Aufschwung einer Branche einher, die sich in den letzten Jahren wie keine andere entwickelt hat und wie keine andere den Wandel der Gesellschaft wiederspiegelt: Der Onlinespiele-Zweig der Unterhaltungsindustrie. In Deutschland konnte der Umsatz mit Onlinespielen nach einem kleinen Einbruch in den Jahren 2012 und 2013 jedes Jahr zulegen und für 2018 wird erneut ein Wachstum von rund 4% im Vergleich zu 2017 erwartet.


Umsatzentwicklung der Onlinespiele in Deutschland – Quelle: Statista

Welche Sparten der Branche besonders profitieren, welche Arten von Spielern in den Sparten zu finden sind und wie sie sich entwickelt haben, haben wir im Folgenden näher unter die Lupe genommen. Nur mit diesem Wissen ist es möglich, zielgerichtetes Sponsoring oder passende Werbekampagnen zu fahren, die nicht ins Leere laufen. Insbesondere auch im Hinblick auf Werbung, Sponsoring und Werbeartikel im Bereich der Spiele sowie dem e-Sport ist ein umfangreiches Wissen über die jeweiligen Teilbereiche unentbehrlich.

MOBA-Spiele

Sogenannte MOBAs sind Multiplayer Online Battle Arena Spiele, die einen großen Anteil an Taktik und Strategie mit Geschick verbinden. Damit gehören sie zu den anspruchsvolleren Spielen, die insbesondere im professionellen Bereich, aber auch bereits im Hobbybereich ein hohes Maß an Kommunikation und Kooperation erfordern. Die geistigen Anforderungen sind hier sehr hoch.

Entwicklung und aktueller Stand

Der Branchenprimus in diesem Genre ist League of Legends von Riot Games, das im Jahr 2017 gleichzeitig auch das umsatzstärkste Free-to-Play (kostenlose) Spiel war. Mit rund 2,1 Milliarden Dollar Umsatz konnte man die großen MOBA-Konkurrenten Dota 2 von Valve (406 Millionen US-Dollar) und Heroes of the Storm von Blizzard locker in den Schatten stellen.

Beliebtheit von MOBAs

Bereits im Jahr 2013 wurden MOBAs als das Spielgenre im Trend schlechthin bezeichnet. Dieser Trend hält bis heute an. Insbesondere auch im eSport-Bereich gehören MOBAs zu den größten Umsatzbringern. Die e-Sport Branche wächst so schnell, dass sie laut Berichten von Sport1 schon bald die DEL und BBL überholt haben könnte. Bis 2020 rechnen Experten weltweit mit einem Umsatz von 1,15 Milliarden Euro für den eSport-Bereich alleine. MOBAs haben hieran einen entscheidenden Anteil, wie sich auch an den enormen Preisgeldern in Turnieren zeigt. Beim letzten The International Dota 2 Turnier im Jahr 2017 wurden Preisgelder in Höhe von 20,77 Millionen US-Dollar ausgespielt, wie PC Games berichtete. Interessant ist dabei, dass Dota 2 mit sinkenden Spielerzahlen zu kämpfen hat. So haben die Spielerzahlen auf den EU-West und US-Servern um bis zu 50% nachgelassen.

Spielerzahlen von Dota2 auf den EU-West Servern – Quelle: dota.rpg.io

Allerdings tut dies der Beliebtheit des Genres an sich keinen Abbruch, denn League of Legends allein wird derzeit weltweit von geschätzt mehr als 100 Millionen Spielern gespielt. Insgesamt gehören MOBAs damit derzeit zu den beliebtesten Onlinespielen überhaupt.

Umsatzentwicklung

Statistiken zu den Umsätzen der gesamten MOBA-Branche gibt es leider nicht. Nimmt man aber alleine die beiden Topseller Dota 2 und LoL zusammen, kommt man bereits auf einen Jahresumsatz von mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar mit steigender Tendenz. Insbesondere auch Activision Blizzards Heroes of the Storm dürfte Schätzungen zufolge mit seinen rund 20 Millionen Spielern ebenfalls Umsätze zwischen 200 und 400 Millionen US-Dollar erwirtschaften.

Onlinecasinos

Onlinecasinos sind ein nicht aufzuhaltender Trend. Insbesondere seit der Entwicklung von VR-Technologie könnte in den kommenden Jahren mit Live-Dealer Spielen und VR-Erlebnissen nochmals ein enormer Push erfolgen. In Deutschland hat der Umstand, dass durch das Land Schleswig-Holstein zahlreiche große private Anbieter offizielle deutsche Lizenzen erhalten haben, das Wachstum zusätzlich befeuert.

Entwicklung und aktueller Stand

Online-Glücksspiele im Allgemeinen haben eine lange Tradition. Bereits seit etwa 20 Jahren gibt es sie am Markt und es hat sich im Zuge der Jahrtausendwende zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Laut Augsburger Allgemeine erwirtschaftet der Online-Casinomarkt im Jahr alleine in Deutschland rund 14 Milliarden Euro. Damit ist er der mit Abstand größte Online-Spielemarkt überhaupt und die Tendenz ist international – insbesondere auch in Deutschland, wo Bewegung in die Liberalisierung kommt – seit Jahren stark steigend.

Beliebtheit von Casinos im Internet

Onlinecasinos sind laut einer Studie deshalb so beliebt, weil der Gewinn von Geld lockt. Dies hebt es von anderen Onlinespielen – außer man spielt auf professionellem Niveau – deutlich ab. Aber auch Faktoren wie Aufregung und Geselligkeit spielen eine große Rolle. Die Motivationen sind dabei weitestgehend über die Jahre gleich geblieben, was auch mit dem kontinuierlichen Wachstum korreliert.

Quelle: Statista

Umsatzentwicklung

Der Umsatz des weltweiten Glücksspielmarktes wächst jährlich stark und dieser Trend scheint auch nicht abzubrechen. 2015 waren es bereits über 40 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der Umsatz innerhalb von 10 Jahren mehr als verdreifacht. Immer schneller werdende Mobilgeräte und ständiger Zugriff auf verschiedene Arten von Glücksspielen sowie Entwickler , die sich der Umsetzung von VR-Technologien im Glücksspielsektor annehmen, werden in Zukunft für weiteres Wachstum sorgen.

Online-Glücksspielmarkt-Entwicklung von 2003 bis 2015 in Milliarden US-Dollar – Quelle: Statista

First-Person-Shooter

First-Person-Shooter gehören seit sie es mit Wolfenstein und Doom auf die heimischen PCs geschafft haben, zu den beliebtesten Spielen überhaupt. Dies ist auch im Bereich der Onlinespiele nicht anders. Der Klassiker war und ist hier Counter-Strike, das in seiner aktuellen Version CS:GO weltweit Millionen von Spielern sowohl privat als auch im e-Sport-Bereich begeistert.

Entwicklung der Onlineshooter

Onlineshooter sind das klassische kompetitive Genre. Seit die ersten LAN-Parties aufkamen, haben sich Spieler jeden Alters gerne in Shootern wie Quake und Counter-Strike gemessen. Dies ist auch der Grund, warum Counter-Strike im professionellen e-Sport Bereich bis heute das Spiel ist, das am stärksten von nationalen Teams geprägt ist, da sich viele Spieler bereits zu LAN-Zeiten gefunden haben. In vielen neuen Genres herrschen internationale Teams vor.

Beliebtheit von FPS-Spielen

Laut CS:GO Statistiken im Steam Store wird das Spiel täglich – selbst an Wochentagen von mehr als 500.000 Spielern gespielt. Deutlich mehr Spieler hat Playersunknown’s Battlegrounds zu verzeichnen, dass es derzeit (Stand März 2018) auf täglich über 2,5 Millionen gleichzeitige Spieler schafft. Dies sind nur die Zahlen aus dem Steam Store. Hierbei sind Spiele wie Blizzards Overwatch noch völlig unberücksichtigt. Hier kommen nochmals mehrere Millionen Spieler hinzu.

Spielerzahlen Counter-Strike:Global Offensive 9. bis 15. März 2018 – Quelle: Steamdb.com

Umsatzentwicklung

Eine Gesamtstatistik zu Onlineshootern gibt es nicht. Interessant ist aber sicherlich, dass Shooter, die neu auf den Markt drängen – wie Blizzards Overwatch – es schaffen, in der ersten Verkaufswoche 269 Millionen Dollar Umsatz zu erzielen, wie Gamers Global berichtete. Valves Counterstrike gehört ebenfalls zu den umsatzstärksten Spielen der Steam-Plattform überhaupt, wie auch die Statistik aus dem Jahr 2015 zeigt.

Mit einem Umsatz von rund 41 Millionen Dollar stand Counter-Strike von April bis Dezember 2015 an Position 4, hinter drei anderen Shooter-Spielen (GTA V, Fallout 4 und Metal Gear Solid).

Skillbasierte Apps

Trivia Spiele gehören zu den skillbasierten Spielen. Sie sind in der heutigen Zeit sehr beliebt und erfreuen sich auch im Bereich des Marketing großer Beliebtheit, da direktes Kundenfeedback möglich ist und sich dank moderner Smartphones im Handumdrehen auf die eigene Marke zugeschnittene Apps designen lassen, die sehr schnell Millionen von potenziellen Kunden erreichen können.

Was sind skillbasierte Apps?

Unter skillbasierten Spielen versteht man diejenigen Spieleapps für Smartphones und Tablets, bei denen von den Nutzern ein bestimmter Wissensstand oder ein bestimmter Skill – also eine Fähigkeit – erfordert wird. Insbesondere auch das Spiel HQ Trivia machte hier auf sich aufmerksam und begeisterte Millionen von Spielern. Entwickelt wurde es als App-Umsetzung zu einer US-Fernsehshow. Der große Vorteil dieser Art von Apps ist es, dass die Spieler gleichzeitig etwas lernen. So gibt es Apps, die eher in Richtung Spiel ausgelegt sind aber auch solche, bei denen es sich rein um das Vermitteln von Lerninhalten geht.

Entwicklung

Diese Art von Apps stehen eng im Zusammenhang mit dem Thema E-Learning, das wir bereits zu Beginn angesprochen hatten. Dieses Thema wird in Zukunft immer stärker an Bedeutung gewinnen, denn das immer schnellere Vermitteln von Lerninhalten wird in einer digitalisierten Welt zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Umsatzvolumen E-Learning in Deutschland – Quelle: Statista

Auch Apps wie Babbel profitieren stark von dem Trend des schnellen Wissenskonsums und konnte innerhalb kurzer Zeit mit cleverem Content-Marketing über 1 Millionen zahlende Nutzer gewinnen.

Dabei machen Fremdsprachen und betriebswirtschaftliche sowie IT-Themen bei den Lern-Apps den Löwenanteil aus. Viele der Nutzer bilden sich freiwillig in ihrer Freizeit fort und tun so aktiv selbst etwas für die Zukunft. Diese Bereitschaft kann von Unternehmen gezielt genutzt werden, um mit attraktiven Lern-Apps Kunden zu begeistern oder um Mitarbeiter mit clever verpackten Apps zum eigenständigen Lernen zu motivieren. Unternehmen wie Masterplan setzen mit innovativen Lernkonzepten, die auch als App verfügbar sind, genau auf diesem Trend auf.

Lerninhalte bei Apps – Quelle: Statista

Fazit

Die Spieleindustrie hat längst verstanden, dass es in Spielen immer mehr darum gehen wird, die kleinen Erfahrungen im Spiel zu optimieren, wie der Spiegel berichtete. So gibt es immer weniger Frustmomente und mehr und mehr Branchenzweige werden zusammenwachsen. Insbesondere im Open World Bereich wird sich dank VR und immer mehr Spielern noch sehr viel tun. Wer weiß, wie die Spieler zu begeistern sind, kann auch Gamification Konzepte in Unternehmen und intelligente sowie kreative Konzepte für Menschen umsetzen, die von einer neuen Generation Gamer sind, die gleichzeitig Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Kunden repräsentieren. Auch beim Thema Sponsoring geht es heute um mehr als nur ein Logo auf der Brust, denn mit zunehmendem Wissen um die potenziellen Zuschauer und Kunden lässt sich aus dem Sponsoring von e-Sportlern, Events und Spieleseiten eine Win-Win-Situation für alle schaffen.

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