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Unternehmensnachfolge regeln. Alternative: Unternehmensverkauf

Unternehmensnachfolge regeln. Alternative: Unternehmensverkauf

Immer mehr Unternehmer in Deutschland stehen vor einer großen Herausforderung: Die Regelung der Unternehmensnachfolge. Die Nachfolgeregelung ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers. Oft wird sie allerdings durch das Tagesgeschäft in den Hintergrund gedrängt.

Eine frühzeitige Regelung ist aber wichtig, denn der „Stabwechsel“ – insbesondere in einem Familienunternehmen – ist ein komplexer und sensibler Vorgang, der Umsicht, Intuition, Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis erfordert. Daher ist ein strukturiertes Vorgehen für einen erfolgreichen Generationswechsel von großer Bedeutung.

Drohende Verschärfungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer

Im Blickpunkt der Unternehmensnachfolge stehen gegenwärtig mögliche Verschärfungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Die Übertragung von begünstigten Unternehmensvermögen ist bei der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer zurzeit zu 85% bzw. 100% steuerbefreit. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 17.12.2014 soll dies in Zukunft eingeschränkt werden. Der Gesetzgeber muss bis zum 30.6.2016 handeln. Soll die Unternehmensnachfolge möglichst steuerschonend erfolgen, besteht Handlungsbedarf für Unternehmen und ihre Gesellschafter, insbesondere für große Unternehmen sowie Betriebe mit nicht mehr als 20 Beschäftigten und Betriebe mit einer Verwaltungsvermögensquote von bis zu 50%.

Fehlende Unternehmensnachfolger

Aber für zahlreiche Unternehmen sind diese steuerliche Begünstigung und ihre drohende Einschränkung nicht von Bedeutung. Es sind die Unternehmen, für die die Regelung der Unternehmensnachfolge zum Problem geworden ist. Die junge Generation ist zunehmend nicht mehr daran interessiert, das Unternehmen fortzuführen. Und selbst wenn Interesse besteht, bedeutet dies nicht, dass der Familienangehörige auch geeignet ist, den Betrieb fortzuführen. Dies führt zu vielen nicht bzw. schlecht geregelten Unternehmensnachfolgen.
Scheidet aber der Übergang auf die nachfolgende Generation aus, sollte an den Verkauf des Unternehmens gedacht werden. Nachfolgegestaltung und Unternehmensverkauf müssen sich hierbei nicht ausschließen, so z.B. bei nur teilweiser Beteiligung von Familienangehörigen und Eintritt von leitenden Angestellten.

Vorbereitungen zum Verkauf des Unternehmens

Zeitdruck schadet der Verhandlungsposition des Verkäufers. Der Käufer betrachtet das zu erwerbende Unternehmen im Hinblick auf dessen Erfolgsaussichten in der Zukunft. Für den Käufer positiv sind deswegen Aufwärtstrends des Unternehmens, die sich fortführen und steigern lassen. Im Vorfeld eines Unternehmensverkaufs kann es daher sinnvoll sein, strategische und bilanztechnische Überlegungen anzustellen, deren Auswirkungen sich erst über einen Zeitraum von einem oder mehreren Jahren zeigen. Der Unternehmensverkäufer sollte aber im Vorfeld des Unternehmensverkaufs zunächst davon absehen, langfristige vertragliche Bindungen einzugehen oder große strategische Investitionen vorzunehmen.
Alle Maßnahmen, die das Erscheinungsbild des Unternehmens beeinflussen, sollten jedoch maßvoll und nicht kurzfristig erfolgen. Ein übervorbereiteter Verkäufer kann beim Käufer Misstrauen erregen, über welche Ertragskraft und Zukunftsperspektiven das Unternehmen tatsächlich verfügt. Auch im Hinblick auf die Finanzierung des Unternehmens kann die Erarbeitung eines Nachfolgekonzepts empfehlenswert sein. Denn beim Rating durch Kreditinstitute spielt es auch für die mittel- und langfristige Finanzierung eine Rolle, ob ein stimmiges Nachfolgekonzept vorliegt.

Über den Autor

Dorothea Erbert, Dipl.-Kfm., Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin, Partner, Mitglied der Standortleitung BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln. BDO zählt mit über 1.900 Mitarbeitern an 24 Standorten zu den führenden Gesellschaften für Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuerberatung und wirtschaftsrechtliche Beratung sowie Advisory Services in Deutschland. Die Wirtschaftsprüfungs-gesellschaft ist Gründungsmitglied des internationalen BDO Netzwerks (1963), das mit knapp 60.000 Mitarbeitern in 151 Ländern vertreten ist.

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