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Schlafen und unerlaubtes Verlassen des Arbeitsplatzes können zur Kündigung führen

Schläft ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz ein oder verlässt er unerlaubt die Arbeitsstelle vor Ende der Arbeitszeit, kann dies eine verhaltensbedingte ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen. Die lange Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers führt zu keinem anderen Ergebnis. So das Arbeitsgericht Cottbus in einem Urteil vom 6.10.2009 (Az. 6 Ca 652/09).

Im Streitfall wurde eine Arbeitnehmerin schlafend am Arbeitsplatz vorgefunden. Es bestand der Verdacht einer Alkoholisierung. Die Arbeitnehmerin wurde aufgrund dessen von der Arbeitgeberin abgemahnt. Nach einem weiteren ähnlichen Vorfall wurde der Arbeitnehmerin fristlos gekündigt. Die Arbeitnehmerin klagte gegen die Kündigung und bekam vor dem Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht Recht.

Als sie erneut schlafend am Arbeitsplatz angetroffen wurde, entfernte sie sich vor Ende der Arbeitszeit vom Arbeitsplatz, bevor ein angeordneter Alkoholtest durchgeführt werden konnte. Daraufhin sprach die Arbeitgeberin eine fristlose– hilfsweise eine ordentliche – Kündigung aus. Die Arbeitnehmerin erhob gegen diese Kündigung eine Kündigungsschutzklage – jedoch ohne Erfolg.

Das Arbeitsgericht Cottbus sah im Verhalten der Arbeitnehmerin eine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung. Diese rechtfertigt eine verhaltensbedingte ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Auf eine eventuelle Alkoholisierung kam es nicht an. Es sei aufgrund der erfolgten Abmahnung eine weitere Pflichtverletzung zu erwarten gewesen; eine lange Betriebszugehörigkeit habe nach Ansicht des Arbeitsgerichts der Kündigung nicht entgegengestanden. Denn es sei einem Arbeitgeber nicht zuzumuten, dass ein Arbeitnehmer während der Arbeitszeit schläft oder sich unerlaubt vom Arbeitsplatz entfernt.

Das Arbeitsgericht verneinte jedoch mangels einer schwerwiegenden Pflichtverletzung (die eine Weiterbeschäftigung bis zum Ende der Kündigungsfrist unzumutbar machen würde) ein Recht zur fristlosen Kündigung. Nach Auffassung des Gerichts lag kein Arbeitszeitbetrug vor, denn als die Arbeitnehmerin ging, hatte sie sich im elektronischen Zeiterfassungssystem ausgebucht.

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