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Reform der Leiharbeit: Weiterhin am Ziel vorbei

Reform der Leiharbeit: Weiterhin am Ziel vorbei

Das neue Gesetz zur Regelung der Leiharbeit soll den Missbrauch der Einsatzzeiten von Leiharbeitnehmern verhindern und auf mehr Übernahmen hinwirken. Doch bringt es weder für Arbeitnehmer noch für Arbeitgeber wirklich weitreichende Verbesserungen.

Equal Pay spätestens nach neun Monaten, Übernahme in die Stammbelegschaft nach 18 Monaten – das klingt zunächst nach deutlichen Verbesserungen für die ca. 1 Mio. Leiharbeitnehmer in Deutschland.

Rotation weiterhin möglich

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags stellte jedoch in seinem Gutachten fest, dass ein Missbrauch der Leiharbeit weiterhin möglich bleibt: „Tatsächlich bleibt (…) eine Rotationslösung denkbar, wenn ein Verleiher beispielsweise zwei Leiharbeitnehmer halbjährlich wechselnd in zwei Entleih-Betrieben einsetzt.“

Ziel wird nicht erreicht

Arbeitsmarktpolitisches Ziel der Leiharbeit ist es, den Leiharbeitnehmern die Übernahme in eine reguläre Beschäftigung zu ermöglichen. Doch dieser Klebeeffekt tritt nur selten ein: Nach dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) gelangen nur 7% der zuvor arbeitslosen Leiharbeiter dauerhaft in eine reguläre Beschäftigung. Insbesondere die hohen Vermittlerprovisionen von bis zu drei Monatsgehältern, die Leiharbeitsfirmen verlangen, schreckten die Arbeitgeber von einer Übernahme ab.

Es bedarf in dieser Hinsicht also noch weit mehr als die aktuelle Novelle, um Leiharbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen chancenträchtiger zu gestalten. (ls)

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