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Plattform Industrie 4.0 – Service und Sicherheitslücken

Plattform Industrie 4.0 – Service und Sicherheitslücken

Die Digitalisierung der Plattform Industrie 4.0 ist in aller Munde und bringt einen markanten Wandel mit sich. Die Produktion von Waren und das Angebot von Dienstleistungen werden sich in der Art und Weise stark verändern. In der verarbeitenden Industrie wird die Computerisierung eine stärke Rolle spielen als je zuvor. Eine nahtlose Integrierung von physischen Objekten, die selbstständig miteinander kommunizieren, sich automatisch bedienen und Informationen austauschen, in intelligente Informationsnetzwerke wird das Maß aller Dinge sein. Industrieunternehmen stehen vor der Herausforderung im Bereich IT dem Trend zu folgen und sämtliche Geschäftsmodelle daran auszurichten. Gelingt dies nicht ist der wirtschaftliche Erfolg gefährdet. Daher stellt sich die Frage, welchen Unternehmen in Zukunft die Kundschaft gehören wird. Wer kann potenzielle Interessenten überzeugen und welche Schritte sind dafür notwendig? Ein Einblick in Potenziale, Serviceansprüche und Sicherheitslücken von Industrie 4.0.

Potenzial europäischer Industrieunternehmen

 Moderne Industrieunternehmen kommen um den Begriff Industrie 4.0 nicht mehr herum. Die bevorstehende vierte industrielle Revolution sorgt in der Branche für Dynamik und Motivation. Fakt ist allerdings, dass nicht jedes Land auf die damit einhergehenden Veränderungen vorbereitet ist. Nicht selten fehlt die industrielle Basis. Welche europäischen Länder fit für Industrie 4.0 sind, wurde in einer aktuellen Roland-Berger-Studie aufgedeckt. Deutschland ist laut des „Industry 4.0 Readiness Index“ des Beratungsunternehmens gut vorbereitet auf die Revolution.

Industrie 4.0

Die industrielle Exzellenz und das Wertschöpfungsnetzwerk waren bei der Studie zwei ausschlaggebende Faktoren. Werte wie der aktuelle Grad der Automatisierung, Innovationsintensität oder die Offenheit für innovative Industrielösungen flossen in den Index ein. Führende europäische Industrienationen wurden mit Hilfe des Index den folgenden vier Gruppierungen zugeordnet:

  1. Vorreiter (Frontrunners)
  2. Traditionalisten (Traditionalists)
  3. Potenzielle (Potentialists)
  4. Zögerer (Hesitators)

Die Forscher ordneten im Rahmen der Roland Berger Studie unter anderem Länder wie Italien, Polen, Kroatien und Spanien der Gruppe der Zögerer zu. Diesen Ländern fehle die zuverlässige industrielle Basis. „Viele von ihnen haben ernsthafte Steuerprobleme und sind deshalb nicht in der Lage, ihre Wirtschaft zukunftssicher zu gestalten“, so eine Aussage der Studie. Norwegen, Niederlande und Frankreich sind Teil der „Potenziellen“, die zwar eine schwächelnde Basis haben, aber über das nötige Potenzial verfügen und dieses aktivieren können. Tschechien und Ungarn gehören zu den Traditionalisten. Ihre industrielle Basis sei zwar solide, an wertvollen Initiativen zum Fortschritt der Industrie mangle es aber. Nationen mit starker industrieller Basis, die über innovative und zukunftsorientierte Technologien sowie Geschäftsbedingungen verfügen, sind bei den Vorreitern zu finden. Deutschland, Finnland, Österreich und die Schweiz sind in dieser Gruppe zuhause und demnach mehr als gewappnet für Industrie 4.0.

Doch selbst diese Zuordnung ist keine Garantie für den Einzelnen. Viele deutsche Industrieunternehmer haben es bisher versäumt, nicht mehr in nationalen sondern internationalen Dimensionen zu denken. Im Vergleich zu Mitbewerbern kann dies ein entscheidender Nachteil sein. Um in der globalisierten Wirtschaft konkurrenzfähig zu bleiben, ist eine internationale Vernetzung unverzichtbar. Zur Ausschöpfung des Potenzials der digitalen Kommunikation und der Maximierung industrieller Reichweite, spielen unter anderem B2B-Online-Industrieverzeichnisse wie industrystock.de eine zunehmende Rolle. Derartige Plattformen dienen nicht nur zum digitalen Suchen von Industrieprodukten und Herstellern auf internationalem Niveau. Sie erlauben es Industriebetrieben zudem sich global zu vernetzen und die Präsenz in branchenspezifischen Online-Medien zu verbessern.

Der Begriff Industrie 4.0 ist längt kein simples Modewort mehr, sondern mit einem fundamentalen Wandel in den IT-Märkten gekoppelt, der die Industriesteuerung revolutionieren wird. Der Bedarf an optimierten Soft- und Hardware Angeboten steigt bereits heute deutlich. Besonders immens ist eine Veränderung in Bezug auf Integration und Security festzustellen.

Serviceansprüche – Wer überzeugt die Kundschaft?

Um diese Frage zu beantworten, ist ein Blick auf den Dienstleistungssektor notwendig. Er gilt in Deutschland als wichtigster Wirtschaftsbereich und spielt im Rahmen der nächsten industriellen Revolution neben der intelligenten Vernetzung von Produktionsstätten und einzelnen Maschinen eine zunehmende Rolle. Die digitale Transformation macht sich bemerkbar und beim näheren Betrachten von Industrie 4.0 kristallisiert sich heraus, dass sogenannte Smart Services den eigentlichen Motor der Revolution ausmachen werden. Nur Unternehmen, denen es gelingt datenbasierte Dienstleistungsangebote zu präsentieren, werden die Kundschaft künftig von sich überzeugen können. Ihre Serviceansprüche steigen rapide und sie verlangen nach echtem Mehrwert, der bisherige Lösungen nicht beinhalten.

Industrie 4.0

Die Sensorik, mit der clever gefertigte Produkte in modernsten Fabriken ausgerüstet werden, ist bereits umfangreich und prall gefüllt mit riesigen Datenmengen. Die logische Erweiterung von Industrie 4.0 wird darin bestehen, diese über das Internet bereitgestellten Datenmengen zur Entwicklung von innovativen Dienstleistungsangeboten (Smart Services) einzusetzen. Zwar werden mit zusätzlichen Daten schon heute Qualität und Produktivität verbessert, das Potenzial ist aber längst nicht ausgeschöpft. Künftig wird es darum gehen die Dienstleistungserbringung flexibel und mobil zu machen. Aufbereitete Daten müssen überall zur Verfügung stehen. Im Bereich von Service-Technikern bestünde die industrielle Revolution möglicherweise darin, dass sie über Datenbrillen mit Maschinendaten und Handlungsempfehlungen versorgt werden. Integrierte Recommender-Systeme werden den Ausschlag geben. Integrierte Service-Plattformen werden in Zukunft auch die Vernetzung verschiedener Akteure stark optimieren. Moderne Plattformen veredeln unstrukturierte in strukturierte Datensätze, welche als Smart Data bezeichnet werden.

Die aufbereiteten Daten erlauben exakte Rückschlüsse auf Dienstleistungen, Produkte oder Kunden. Eine Zusammenführung zu kundenspezifischen Lösungen ist dank der Informationen anschließend möglich. Ziel muss es sein Lösungen zu entwickeln dessen individueller Kundennutzen möglichst groß ist. Das Vernetzen von Angeboten über die Unternehmensgrenzen hinweg wird zu maximaler Kapazitätsverteilung, verkürzten Responsezeiten und eine höhere Agilität von Lösungsansätzen führen.

Am deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, kurz DFKI, in Kaiserslautern wird derzeit bereits getestet, wie eine vernetzte Produktion ablaufen kann. Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI erläutert im folgenden Video, wie das Internet die Fabrik der Zukunft maßgeblich verändert.

Sicherheitslücken – Risiken erkennen

Industrie 4.0 steht für Wachstum und Fortschritt. Ein zentraler Aspekt, der dabei vernachlässigt wird, ist die Datensicherheit. Während die Fabrik der Zukunft längst in Arbeit ist und die Zeit von Forschern einnimmt, sucht man Security-Beauftragte in den Unternehmen vergeblich. Ein fataler Fehler? Möglicherweise ja. Denn die Sicherheitsrisiken, welche von der Technologieentwicklung ausgehen, sind nicht zu unterschätzen. Fehlende Sicherheitsvorkehrungen können im industriellen Alltag verheerende Folgen haben. Das Worst-Case-Szenario reicht von Viren, die sich in die Produktionskommunikation einklinken und dort Materialvorgaben für automatisierte Roboter manipulieren bis hin zu fehlerhaft produzierten Einzelteilen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln zu Chaos und möglicherweise tödlichen Unfällen führen.

Der Preis für lückenhafte Security-Vorkehrungen kann also hoch sein. Derzeit werden täglich hunderttausende neue Viren in Umlauf gebracht. Einige davon sind so komplex, das selbst Experten ins Grübeln geraten. Industrie 4.0 wird aufgrund der digitalen Vernetzung ein erhöhtes Gefahrenpotenzial mit sich bringen, das Cyber-Kriminelle vielerorts mehr als leicht missbrauchen. Unternehmen, die Teil der Revolution sein möchten, sind gut beraten in leistungsstarke Security-Systeme zu investieren, um kostspielige und existenzbedrohende Angriffe von Cyber-Kriminellen vorzubeugen.

Fazit

Die vierte industrielle Revolution ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Geschäftsführer müssen nicht nur versuchen das Potenzial des Unternehmens voll auszuschöpfen und die digitale Vernetzung möglichst effizient realisieren. Gleichzeitig sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die den neu erlangten Fortschritt schützen.  

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