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Maschinenleasing

Maschinenleasing

Das erste Leasingobjekt in Deutschland war eine Registrierkasse. Seitdem hat sich der Markt beträchtlich erweitert und diversifiziert. Mittlerweile ziehen drei von vier mittelständischen Unternehmen Leasing in Betracht, wenn sie Investitionen planen. Zum Beispiel in neue Maschinen und Produktionsanlagen. Viele Gründe sprechen für diese Finanzierungsvariante.

Bei Leasing denken viele als erstes ans Auto. Und tatsächlich: Pkws und Nutzfahrzeuge stellen mit 72% aller möglichen Leasingobjekte die größte Objektgruppe dar. Doch Leasing ist weit mehr. Die Branche ist Angaben des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) zufolge Deutschlands größter Investor und generiert ein jährliches Investitionsvolumen von rund 50 Mrd. €. Der Leasinganteil an allen Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland – ohne Immobilien – beträgt knapp 23%. Mit anderen Worten: Fast jeder vierte von Unternehmen investierte Euro betrifft ein geleastes Objekt – vom Dienstwagen und Nutzfahrzeug über Kopierer und Telekommunikationsanlagen bis zu einzelnen Maschinen und ganzen Produktionsanlagen.

Nun haben Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, eine erforderliche Investition zu finanzieren. Sie können das Geld aus dem Cashflow nehmen, die Anschaffung also aus Eigenmitteln finanzieren. Oder sie besorgen sich das Geld am Markt, ob über einen Bankkredit, Mezzanine oder andere Fremdfinanzierungsformen. Oder aber sie kaufen das benötigte Objekt gar nicht, sondern leasen es. Das tun mittlerweile sehr viele Firmen. Betrachtet man nur die außenfinanzierten Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen, so beträgt der Leasing-Anteil 51%, etwas mehr also als die Hälfte.

Leasing für viele Mittelständler erste Wahl
Insbesondere für mittelständische Unternehmen ist Leasing mittlerweile nicht mehr aus dem Wirtschaftsalltag wegzudenken. Laut einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des BDL vor einigen Monaten ziehen drei von vier Mittelständlern Leasing regelmäßig in Betracht, wenn sie Investitionen planen. Für 40% der kleineren und mittleren Betriebe ist Leasing erste Wahl, der Investitionskredit folgt mit deutlichem Abstand – und das trotz historisch niedriger Zinsen.

Weshalb spielt Leasing eine so große Rolle für viele Firmen? „Der vielleicht interessanteste Aspekt ist, dass Leasing eine reizvolle Finanzierungsalternative sowohl für kapitalstarke als auch finanziell eher schwächere Betriebe darstellt“, weiß Martina Nißl, die in Deutschlands zweitgrößter Sparkasse, der Sparkasse KölnBonn, die Fachbetreuung Firmen- und Individualkunden leitet und die Unternehmen auch in allen Fragen rund ums Leasing von Mobilien und Immobilien betreut. Dabei hat sie die Unterstützung der Deutschen Leasing (DL), Deutschlands ältester Leasing-Gesellschaft, die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört und über die Sparkassen bundesweit knapp 200.000 Leasingkunden zählt.

Die Kosten den Erträgen anpassen
Einen der wesentlichen Vorteile des Leasings sieht DL-Experte Axel Schneider in der flexiblen Gestaltung des Verhältnisses von Kosten und Ertrag. „Beim Leasing können Sie den finanziellen Aufwand an die Erträge aus der Investition anpassen“, erläutert der Betriebswirt. Das gilt sogar für die einzelnen Raten. Davon profitieren die zahlreichen kleineren und mittleren Betriebe, die im Saisongeschäft unterwegs sind – zum Beispiel die Betreiber von Fahrgeschäften, Erntemaschinen oder Bowlingbahnen.

Doch nicht nur Firmen mit stark schwankender Liquidität profitieren. Leasing ist nämlich gut für die Bilanz. Das ist für alle Unternehmen von Vorteil, insbesondere natürlich für solche mit einer schwachen Eigenkapitalquote. Um die dreht sich inzwischen nahezu alles – Stichwort: Rating. „Mit Leasing schonen Firmen ihre Liquidität“, betont Martina Nißl. Denn: Das geleaste Objekt fließt nicht in das Anlagevermögen ein, da es juristisch gar nicht dem Unternehmen gehört, sondern der Leasing-Gesellschaft. Aktiv- und Passivseite der Bilanz bleiben also unverändert – und damit auch die Eigenkapitalquote.

Wer hingegen eine teure Maschine kauft und per Kredit finanziert, muss das in der Bilanz abbilden. Während das Eigenkapital unverändert bleibt, steigt die Bilanzsumme. Ergo sinkt die Eigenkapitalquote – und damit werden auch die Ratings schlechter. 

Steuervorteile sichern
Das sollte finanzstarke Betriebe nicht vom Leasing abhalten. Natürlich verleitet die historische Niedrigzinsphase nicht gerade dazu, sein Geld auf dem Kapitalmarkt anzulegen. Warum also nicht Investitionen aus dem Eigenkapital bestreiten? – Nun, erstens sollte auch diese Betriebe ein bestmögliches Rating interessieren. Und zweitens bietet Leasing ein weiteres Plus: Steuervorteile. Leasingraten stellen nämlich einen höheren betrieblichen Aufwand dar, und der lässt sich steuerlich voll anrechnen.

Innovativer geht es nicht
Viele Firmenfahrzeuge werden nach Ablauf des Leasingsvertrags, in der Regel nach drei bis vier Jahren, zurückgegeben und gegen Neufahrzeuge eingetauscht. Die Nutzer wollen die neueste Technik, aus Sicherheits-, aber natürlich auch aus Prestigegründen. Bei Maschinen und Produktionsanlagen ist das anders. „In der Regel planen die Unternehmen die Anschaffung größerer Ausrüstungsinvestitionen langfristig und übernehmen die Maschinen bei Vertragsende oder aber vereinbaren einen Anschlussvertrag“, beobachtet DL-Experte Schneider.

Eine Produktionsstraße errichtet man nicht eben mal für drei, vier Jahre. Aber: Prinzipiell bietet Leasing die Möglichkeit, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung – Stichwort „Industrie 4.0“ – gewinnen die Innovationszyklen beträchtlich an Bedeutung. Die Firmen sind gefordert, Maschinen nachzurüsten oder auszutauschen, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Vor allem, wenn es um Informations- und Telekommunikationstechnik geht. „Ein Leasing-Vertrag erleichtert die Folgeinvestition“, betont Martina Nißl von der Sparkasse KölnBonn, „sodass Firmen Innovationen nicht lange vor sich herschieben müssen.“

martina bill

Martina Nißl
Leiterin Fachbetreuung Firmen- und
Individualkunden
Tel. 0221 226 90413
martina.nissl@sparkasse-koelnbonn.de
Infos im Internet:
www.sparkasse-koelnbonn.de/leasing

 

Leasing von Maschinen - So geht's

Leasing von Maschinen - So geht's

Die Beispiel-GmbH benötigt eine neue CNC-Drehmaschine. Kostenpunkt: 200.000 €. Geschäftsführer Martin Müller möchte die Investition nicht aus dem Cashflow tätigen, sondern fremdfinanzieren. Ein Kredit kommt für ihn nicht infrage, denn dann würde die Maschine ihm gehören und müsste in der Bilanz auftauchen. Die Eigenkapitalquote würde sinken, sein Rating damit auch. Also spricht er mit seiner Hausbank, die ihn auf die Möglichkeit des Leasings aufmerksam macht. Gemeinsam mit ihrem Leasingpartner berät sie den Unternehmer eingehend. Die Möglichkeiten sind zahlreich, ganz nach den Vorlieben von Martin Müller:

◆ Vollamortisationsvertrag
◆ Teilamortisationsvertrag
◆ kündbarer Vertrag (interessant bei hohem Innovationsdruck)
◆ Laufzeitoptionsvertrag für besonders werthaltige Wirtschaftsgüter
◆ Endfinanzierung über „Sale-and-lease-back“
◆ flexible Laufzeit zwischen 40 und 90% der Abschreibungszeit, bei 60 Monaten also zwischen 24 und 54 Monaten
◆ hohe monatliche Raten und geringe Restwertzahlung oder niedrige Monatsraten mit hoher Restwertzahlung
◆ Leasingaufwand lässt sich aus den Erträgen erwirtschaften
◆ Maschine bleibt juristisch Eigentum der Leasinggesellschaft, dennoch hat Martin Müller vollkommen freie Hand bei der Wahl des am besten zu seinem Unternehmen passenden Objekts sowie des von ihm präferierten Herstellers
◆ dank der vertraglichen Flexibilität kann er technisch stets auf dem neuesten Stand bleiben
◆ Investition per Leasing ist zudem einerseits bilanzneutral – also gut für die Eigenkapitalquote –, andererseits gilt sie betriebswirtschaftlich gesehen als Aufwand und kann als Betriebsausgabe steuerlich voll abgesetzt werden

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