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GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2017: Aktuelle Vergleichszahlen
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GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2017: Aktuelle Vergleichszahlen

Alljährlich befragt die BBE media deutschlandweit GmbH-Geschäftsführer nach ihrem Gehalt und weiteren Vergütungsbestandteilen. Die BBE-Gehaltsstrukturuntersuchung ist inzwischen der einzige von der Finanzverwaltung anerkannte Vergleichsmaßstab, wenn es um die Angemessenheit des Gesellschafter-Geschäftsführergehalts geht.

Bei vielen Betriebsprüfungen spielt das Gehalt des Geschäftsführers eine wichtige Rolle. Gerade mittelständische GmbHs sind oft inhabergeführt. Für Geschäftsführer mit Gesellschafterstatus sind die Vergleichsgehälter aus anerkannten Gehaltsuntersuchungen von besonderem Nutzen, um bei der Frage der angemessenen Vergütung vor den Augen des Finanzamts bestehen zu können. Für Gesellschafter-Geschäftsführer mit beherrschendem Status ist eine vorausschauende Vergütungsgestaltung besonders wichtig. Denn nur bei eindeutig und im Voraus getroffenen Vereinbarungen lassen sich verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA) vermeiden. Auch Minderheitsgesellschafter sollten aus steuerlicher Sicht bei der Gestaltung ihrer Vergütung lieber auf Nummer sicher gehen.

Zur Angemessenheit der Geschäftsführer-Vergütung

Diskussionen über die Angemessenheit des Gehalts kommen vor allem dann auf, wenn der Geschäftsführer auch Anteile an der Gesellschaft besitzt. Bei Fremdgeschäftsführern wird es kritisch, wenn Familienangehörige Anteile an der GmbH besitzen, wenn der Geschäftsführer also eine nahestehende Person ist. Wenn das Gehalt auf den Prüfstand kommt, wird bei nahezu jeder zweiten GmbH die Gehaltshöhe der Geschäftsführer als überhöht moniert.

Bei der Prüfung der steuerlichen Angemessenheit der Gesamtvergütung von Geschäftsführern ist es inzwischen gängige Praxis der Finanzämter und Finanzgerichte, auf Gehaltsstrukturuntersuchungen anerkannter unabhängiger Institutionen wie die aktuelle BBE-Vergütungsstudie zurückzugreifen. Wird in einer Betriebsprüfung der GmbH die Angemessenheit des Gesamtgehalts infrage gestellt, befindet sich der GmbH-Chef in einer relativ sicheren Zone, wenn sich seine Gesamtvergütung in der Bandbreite üblicher Geschäftsführergehälter bewegt, wenn also der externe Gehaltsvergleich gewahrt ist.

Mithilfe der Vergleichsdaten der Studie können die für die Gehaltsfestsetzung zuständigen Gesellschafter besser einschätzen, welche Vergütung im konkreten Fall finanzamtssicher ist, und Anpassungsnotwendigkeiten frühzeitig erkennen.

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Jahresgesamtbezüge und Tantieme

Die aktuellen Zahlen und Daten beruhen auf einer im Jahr 2016 bundesweit durchgeführten Geschäftsführergehälter-Strukturuntersuchung. Rund 3.430 Geschäftsführer wurden über ihre aktuelle Verdienstsituation und die Zusammensetzung ihrer Vergütung befragt.

Unter dem Begriff der Jahres-Gesamtbezüge fallen sämtliche Gehaltsbestandteile und geldwerten Vorteile, die der (Gesellschafter-)Geschäftsführer von der GmbH erhält. Das sind einerseits die feste Jahres-Grundvergütung einschließlich Sondervergütungen, wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ferner geldwerte Vorteile wie die private Nutzungsmöglichkeit des Dienstwagens oder Leistungen der GmbH zur betrieblichen Altersversorgung (zum Beispiel eine Pensionszusage) und andererseits die variablen Gehaltsbestandteile und hier in erster Linie die gewinnorientierte Tantieme.

Liegen diese Bezüge im Vergleich zu dem, was andere Geschäftsführer vergleichbarer GmbHs verdienen, in der Bandbreite der üblichen Geschäftsführergehälter, ist im Regelfall von der steuerlich erforderlichen Angemessenheit auszugehen.

Betriebsinterner Gehaltsvergleich

Beim betriebsinternen Gehaltsvergleich gilt nach der BFH-Rechtsprechung die Faustregel, dass ein GmbH-Chef steuerlich gefahrlos das 2,5-Fache des Gehalts verdienen darf, das der zweitbestbezahlte Mitarbeiter der GmbH erhält. Im Wesentlichen wird dieser 2,5-Faktor auch für das Jahr 2016 von der BBE-Gehaltsstudie bestätigt – allerdings mit „Ausreißern“ in zwei Wirtschaftszweigen: In der Industrie liegt der Multiplikator bei 2,2 im Wirtschaftszweig Dienstleistung dagegen beträgt er 2,95.

Weitere gehaltsbildende Faktoren: Geschäftsführerstatus, Unternehmensgröße und Geschäftserfolg

Was ein GmbH-Geschäftsführer verdient beziehungsweise als Gesellschafter steuerlich unbeanstandet verdienen darf, hängt im Wesentlichen von dem erzielten wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab. Gehaltsbildende Faktoren sind außer dem Jahresumsatz der GmbH auch die Unternehmensgröße (beispielsweise bemessen nach der Personalstärke), das Arbeitsumfeld und der Verantwortungsgrad des Geschäftsführers (Allein-, Mitgeschäftsführer, Vorsitzender).

Dabei ist der Jahresumsatz der GmbH einer der wichtigsten Gehaltsbemessungsfaktoren, wie die aktuelle BBE-Studie auch für das Jahr 2016 belegt.

Im Vergleich zum Vorjahr sind bei umsatzorientierter Betrachtung in der Tendenz höhere Jahres-Gesamtbezüge zu verzeichnen. So betrug im Jahre 2015 die durchschnittliche Vergütung des Chefs einer GmbH mit einem Jahresumsatz von 2,5 € bis 5 Mio. € noch rund 159.943 €. Für das Jahr 2016 ist hier eine Steigerung auf 168.453 € zu verzeichnen.

Je nach dem von der GmbH erzielten Jahresumsatz steigt das Geschäftsführergehalt sogar progressiv an. So verdienen Geschäftsführer einer GmbH mit einem Jahresumsatz von 10 bis 25 Mio. € im Durchschnitt mehr als das Doppelte als Geschäftsführer eines Unternehmens mit einem Jahresumsatz bis 1 Mio. €. Wenn die GmbH einen Jahresumsatz über 25 Mio. € erzielt hat, verdient der Geschäftsführer nahezu das 3-Fache dessen, was der Geschäftsführer einer kleinen GmbH an Vergütung erhält.

 

Schaubild: Jahresgesamtbezüge nach Umsatzgrößen

GmbH-Jahresumsatz

 

Durchschnittliche Jahresgesamtbezüge
bis 1 Mio. € 107.329 €
über 1 Mio. € bis 2,5 Mio. € 138.969 €
über 2,5 Mio. € bis 5 Mio. € 168.453 €
über 5 Mio. € bis 10 Mio. € 198.527 €
über 10 Mio. € bis 25 Mio. € 245.934 €
über 25 Mio. € 314.386 €

 

Geschäftsführer-Gesamtbezüge nach Wirtschaftszweigen

Nach ihren Gehältern befragt wurden Geschäftsführer von GmbHs aus fünf Wirtschaftszweigen. Das Spektrum der Unternehmen ist dabei so weit gefächert, dass innerhalb der Wirtschaftszweige 68 Branchen ausgewiesen werden: Dienstleistung (21 Branchen), Handwerk (14 Branchen), Industrie (9 Branchen), Einzelhandel (11 Branchen), Großhandel (13 Branchen).

Nach den neuen Daten sind die Vergütungen von GmbH-Geschäftsführern im Vergleich zum Vorjahr im Mittel (Median) leicht gestiegen (+ 0,8%). Wer als GmbH-Chef mit seinen Bezügen über 148.027 € liegt, verdient besser als die Hälfte seiner Geschäftsführer-Kollegen. Im Vergleich zum Vorjahr 2015 hat sich die Verdienstsituation in drei von fünf Wirtschaftszweigen verbessert – im Wirtschaftszweig Dienstleister von im Durchschnitt 161.140 € auf Gesamtbezüge in Höhe von 163.201 €, im Bereich Einzelhandel von 149.710 € auf nun 150.998 € und im Handwerk von 141.334 € auf 144.685 €. Nur in den Wirtschaftszweigen Großhandel und Industrie sind die durchschnittlichen Geschäftsführer-Gesamtbezüge gesunken, im Großhandel von 187.980 € im Jahr 2015 auf aktuell 179.550 € und in der Industrie von 224.984 € auf jetzt 221.913 €.

Spitzenreiter bei den Gesamtbezügen des Jahres 2016 im Durchschnittswert sind aber weiterhin die Geschäftsführer in der Industrie mit Jahres-Gesamtbezügen von 221.913 €, gefolgt von den Geschäftsführern aus dem Wirtschaftsbereich Großhandel mit Gesamtbezügen von 179.550 €. Am unteren Ende liegen die Geschäftsführer der Handwerks-GmbHs mit einem durchschnittlichen Jahresgesamtgehalt von 144.685 €.

Die höchste Einzelvergütung des Jahres 2016 erhält aber ein Geschäftsführer aus dem Wirtschaftszweig Großhandel mit Gesamtbezügen von knapp über 1,92 Mio. €.

Die BBE-Gehaltsstudie „GmbH-Geschäftsführer-Vergütungen 2017“ kann über den Online-Shop des VSRW-Verlags www.vsrw.de bezogen werden.