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GmbH-Bilanzen von Pensionszusagen befreien: Große Unterschiede bei Pensionsfonds
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GmbH-Bilanzen von Pensionszusagen befreien: Große Unterschiede bei Pensionsfonds

Viele Kapitalgesellschaften wollen die Last der Pensionszusagen in ihren Bilanzen loswerden. Für unverfallbare Ansprüche bietet sich die Auslagerung in einen Pensionsfonds an. Aber Vorsicht: Pensionsfonds ist nicht gleich Pensionsfonds.

Veronika Haberle-Riekher (Name geändert) betreibt in nunmehr dritter Generation ein beliebtes Spezialitäten-Restaurant in einer schwäbischen Großstadt. Vor einem Jahr ging die Geschäftsführung von Mutter Silvia auf Tochter Veronika über. Und damit auch die Verantwortung zur Erfüllung der Pensionszusage für die Mutter. Großvater Wilhelm Haberle fürchtet, dass „schnell auch wieder schwere Zeiten kommen können“ und hat gemahnt, die Pensionszusage vom Unternehmen unabhängig zu machen, weil selbst die verpfändete Rückdeckungsversicherung nicht unbedingt insolvenzfest ist.

Eine angedachte Kapitalabfindung schloss Frau Haberle-Riekher wegen steuerlicher Nachteile rasch aus. Ebenso die Umwandlung einer Leistungsrentenzusage hin zu einer Kapitalzusage, weil dadurch die Risiken im Unternehmen verbleiben; außerdem steht für die 65-jährige Mutter die fehlende Erdienbarkeitsfrist von zehn Jahren entgegen.

Stattdessen wird die junge Geschäftsführerin Rentenverbindlichkeit und Rückdeckungsvermögen auf einen externen Versorgungsträger übertragen. Dies löst die Pensionsrückstellungen steuerneutral auf und bewirkt einen verlässlichen Insolvenzschutz. Weil auch Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz korrigiert werden, kann sich das Unternehmen sogar bereits abgeflossene Steuern zurückholen, in diesem Fall rund 10% der Rückstellungen. Die Unternehmerin beseitigt zudem tückische Steuerrisiken für die GmbH bei Tod der Mutter und befreit ihre Gesellschaft von immer höheren Rückstellungen durch die anhaltende Niedrigzinsphase.

Für die Auslagerung prüfte die Haberle GmbH zunächst Pensionsfonds, deren Modalitäten durch abgesicherte Lebenserwartung bis zu 115 Jahren einer Versicherung ähneln. Der verlangte Prämienaufwand war jedoch für Frau Haberle-Riekher zu teuer. Demgegenüber überzeugten nicht-versicherungsförmige Pensionsfonds mit zahlreichen Vorteilen:

  • alle Zinsen, Dividenden und Werterhöhungen sind beim externen Versorgungsträger quasi steuerfrei. Die Haberle GmbH dürfte so über die Versorgungsjahre eine Steuerersparnis von rund 30% der Erträge erzielen.
  • Eine Renditeerwartung zwischen 2,5 bis 4% ist auch gegenwärtig noch realistisch, das sind 1 bis 2% mehr als bei Versicherungsanlagen.
  • Nach Tod des letzten Versorgungsberechtigten fließt – anders als bei Versicherungen – nicht verbrauchtes Vermögen an die GmbH zurück.
  • Die Lebenserwartung wird realistischer (Mann: 84 bis 85 Jahre/Frau: 88 bis 89 Jahre) kalkuliert.
  • Der Dotierungsaufwand sinkt somit insgesamt um gut 40% gegenüber einer Versicherungslösung. Damit wird eine Auslagerung finanzierbar.

Unterschiede auch zwischen vorteilhaften Pensionsfonds

Bei den für KMU empfehlenswerten Pensionsfonds ist trotzdem eine sorgfältige Auswahl notwendig:

  • Preise differieren von 100 bis 180% bei gleicher Leistung.
  • Das verwaltete Volumen schwankt von wenigen Millionen bis über 1 Mrd. €. Das beeinflusst die Bonität des Fonds.
  • Wesentliches Manko der meisten Pensionsfonds ist, dass sie zwangsweise in einen versicherungsförmigen Tarif umstellen, falls eventuell nötige Nachschusszahlungen von der GmbH nicht beglichen werden (z.B. nach Verkauf an einen anderen Eigner). Damit erhält der Pensionär nur noch 50 bis 60% der Ursprungsrente. Gute Versorgungsträger kürzen quotal.
  • Vertrauenswürdige Versorgungsträger konnten in der Vergangenheit selbst in Krisensituationen gute Ergebnisse (ca. 3 bis 5% p.a.) mit geringen Schwankungsbreiten (max. 3,5 bis 6%) vorweisen.

 

Thorsten Kircheis, Vorstand
diz Deutsches Institut für Zeitwertkonten und Pensionslösungen AG, Berlin
www.diz.ag