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Gewerbe- und Industriestrom – Informatives zum Wirtschaftsfaktor
Wer viel verbraucht, kann viel sparen.

Gewerbe- und Industriestrom – Informatives zum Wirtschaftsfaktor

Wer an der richtigen Stelle spart, kann den Gewinn nach oben schrauben. Möglichkeiten gibt es dafür viele, insbesondere dann, wenn das Unternehmen wächst. Mit Einsparpotenzialen im Einkauf haben wir uns bereits intensiv auseinandergesetzt und weiteres Potenzial steckt in anderen betriebsüblichen Abläufen und Rahmenbedingungen. Auf den Punkt gebracht: Kleinste, kleine und mittlere Unternehmen sollten ihre Betriebskosten möglichst geringhalten. Ein moderater bis minimaler Fixkostenapparat erhöht die finanzielle Flexibilität und stärkt die Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt. Die Verbrauchskosten zu senken gehört dazu. Gerade bei energieintensiven Betrieben ist es sinnvoll, sich mit dem Thema Gewerbe- und Industriestrom auseinander zu setzen. Denn hier lässt sich viel Geld sparen.

Gewerbestromtarif für gewerbliche Kunden

Gewerbestrom ist kein spezieller Strom für gewerbliche Betriebe, sondern es handelt sich dabei um einen bestimmten Tarif, den Stromanbieter ihren Kunden anbieten. Der Begriff Gewerbestrom, gelegentlich auch als Industriestrom bezeichnet, ermöglicht es den Stromanbietern, ihre Angebote in private und gewerbliche Kunden zu unterscheiden.
Gewerbliche Kunden sind zunächst einmal alle Unternehmen, ganz egal, in welcher Rechtsform diese firmieren. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Dienstleister und Handwerksbetriebe aller Art – von A wie Apotheke bis Z wie Zahnmedizinisches Labor
  • Großunternehmen und Industriebetriebe

Grundvoraussetzung, um an die günstigen Gewerbestromtarife zu kommen ist, dass eine bestimmte Abnahmemenge vorliegt. Diese Abnahmemenge liegt in der Regel bei mindestens 10.000 kWh pro Jahr. Einige wenige Anbieter auf dem Markt gewähren auch Firmenkunden den günstigen Gewerbestromtarif, die lediglich 5.000 kWh pro Jahr verbrauchen. Achtung: Verbraucht ein gewerblicher Kunde, der eine Abnahme von 5.000 kWh pro Jahr angegeben hat, weit weniger, kann der Stromanbieter zum allgemeinen Tarif abrechnen, der in etwa auf dem Niveau des korrespondierenden Privatkundentarifs liegt.
Verbraucht ein gewerblicher Kunde weit mehr als 50.000 kWh, lohnt sich das persönliche Gespräch mit dem Anbieter. Versorger gewähren nämlich dann oft noch weitere Rabatte. Liegt die jährliche Abnahmemenge bei 100.000 kWh und mehr, sind spezielle Lastgangzähler erforderlich, über die der Stromversorger die Kontrolle über den Stromlastgang behält.

Einsparpotenzial abschätzen

Anhand eines Beispiels soll einmal dargestellt werden, wie groß das Einsparpotenzial eines durchschnittlichen Unternehmens ist:
Eine Schreinerei mit 10 Angestellten und eigener Fensterfertigung mit Sitz in 63303 Dreieich-Sprendlingen verbraucht jährlich 12.000 kWh. Die Stadtwerke in Dreieich stellen dafür rund 3.300 Euro in Rechnung. Der Gewerbestromtarif bei anderen Anbietern beläuft sich für dieselbe Liefermenge auf knapp 2.250 €. Eine Ersparnis von 1.050 € lässt sich einfach durch einen Anbieterwechsel realisieren.
Weil die Tarifunterschiede so enorm groß sind, sollten die Preise aufmerksam geprüft und verglichen werden. Der erstbeste Anbieter oder der Anbieter, der vor Ort sitzt, hat nicht unbedingt den günstigsten Tarif für die Kunden in der Region. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, mehrere Anbieter zu vergleichen und bei großen Abnahmemengen das persönliche Gespräch mit dem Stromanbieter zu suchen.

Stromnetz versorgt Großabnehmer über andere Wege, als Kleinabnehmer

Wie oben bereits erwähnt, variiert die Abnahmemenge unterschiedlich großer Betriebe erheblich voneinander. Industriebetriebe, wie zum Beispiel Produzenten von Tiefkühlprodukten, verbrauchen Unmengen von Strom Tag für Tag. Würden diese über das allgemeine Stromnetz versorgt werden, wären Probleme in Privathaushalten und Kleinbetrieben vorprogrammiert. Aus diesem Grund werden je nach Abnahmemenge unterschiedliche Stromnetze genutzt. Auf der Internetseite vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erleichtert ein Schaubild über die Struktur des Stromnetzes das Verständnis für die Energieversorgung über unterschiedliche Stromnetze.

Umspannwerke sind wichtige Knotenpunkte in der Energieversorgung

Umspannwerke sind wichtige Knotenpunkte in der Energieversorgung

Verbrauchsverhalten anpassen

Eine Stellschraube, um Kosten im betrieblichen Alltag einzusparen, ist der Wechsel zu einem preisgünstigen Anbieter. Die andere Stellschraube ist das Verbrauchsverhalten. Wer aufmerksam mit Energie umgeht, kann bares Geld sparen. Es ist wichtig, alle Mitarbeiter darauf einzustimmen und dafür zu sorgen, dass sie respektvoll mit den Ressourcen umgehen. Es geht nicht alleine ums Geld, sondern auch um die Umweltbelastung, die ein hoher Stromverbrauch zur Folge hat.
Falls das Thema Energiesparen noch überhaupt nicht betrieblich betrachtet wurde, wird es höchste Zeit. Gerade vor dem Hintergrund, dass kleine und kleinste Betriebe erheblich mehr Energie pro Mitarbeiter und Quadratmeter verbrauchen, als große Betriebe, ist energiebewusstes Verhalten in allen Bereichen des Betriebes ausgesprochen empfehlenswert, weil wirtschaftlich. Gemäß statistischer Erhebung liegen die Einsparpotenziale in einem Unternehmen in diesen Bereichen:

  • Beleuchtung 70 % Ersparnis möglich
  • Wärmeversorgung 30 % Ersparnis möglich
  • Kälte und Kühlung 30 % Ersparnis möglich
  • Druckluftkompressoren 50 % Ersparnis möglich
  • Pumpensysteme und Motoren 30 % Ersparnis möglich
  • Lüftungsanlage 25 % Ersparnis möglich.


Wenn sich alleine im Bereich der Beleuchtung 70 % der Energiekosten einsparen lassen, kommen unter Umständen einige Hundert Euro pro Jahr zusammen. Energieeffiziente Lichtquellen und das Abschalten beim Verlassen von Räumen sind ein guter Anfang und sollten weitere, sinnvolle Maßnahmen nach sich ziehen.
Fazit: Wer sich ein wenig genauer mit dem Thema Energiesparen und Stromverbrauch auseinandersetzt, wird im Betrieb rasch auf diverse Einsparmöglichkeiten stoßen. Die Nutzung eines günstigeren Stromtarifs, wenn möglich des Gewerbestromtarifs ist ein erster Schritt mit Soforteffekt. Weitergehende Energiesparmaßnahmen konsequent umzusetzen sorgt mittel- bis langfristig dafür, dass der Fixkostenapparat weiter gesenkt wird.

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