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Gehaltsvergleich: Geschäftsführer-Vergütung

Gehaltsvergleich: Geschäftsführer-Vergütung

Alljährlich befragt BBE media GmbH-Geschäftsführer deutschlandweit nach der Geschäftsführer-Vergütungen und allen Vergütungsbestandteilen. Die Ergebnisse geben Auskunft über die Wirtschaftskraft unterschiedlicher Branchen. Außerdem ist die Gehaltsstruktur-Studie inzwischen der einzige von der Finanzverwaltung anerkannte Vergleichsmaßstab, wenn es um die Angemessenheit des Gesellschafter-Geschäftsführergehalts geht.

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1. GmbH-Geschäftsführer Vergütung und die Betriebsprüfung

Bei vielen Betriebsprüfungen spielt das Gehalt des Geschäftsführers eine wichtige Rolle. Gerade mittelständische GmbHs sind oft inhabergeführt. Für Geschäftsführer mit Gesellschafterstatus sind die Vergleichsgehälter aus anerkannten Gehaltsuntersuchungen von besonderem Nutzen, um bei der Frage der angemessenen Vergütung vor den Augen des Finanzamts bestehen zu können. Für Gesellschafter-Geschäftsführer mit beherrschendem Status ist eine vorausschauende Vergütungsgestaltung besonders wichtig. Denn nur bei eindeutig und im Voraus getroffenen Vereinbarungen lassen sich verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA) vermeiden. Auch Minderheitsgesellschafter sollten aus steuerlicher Sicht bei der Gestaltung ihrer Vergütung lieber auf Nummer sicher gehen.

1.1 Gewinnausschüttung

Von (offenen) Gewinnausschüttungen sprechen wir, wenn sie aufgrund eines Gewinnverwendungsbeschlusses getätigt worden sind. Im Gegensatz dazu stehen die verdeckten Gewinnausschüttungen. Grundlage für jede offene Gewinnausschüttung ist ein Gesellschafterbeschluss. So ist in §  29 GmbHG geregelt, dass die Gesellschafter Anspruch auf den Jahresüberschuss zzgl. eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags haben. Soweit der sich ergebende Betrag nicht nach Gesetz oder Gesellschaftsvertrag, durch Beschluss nach § 29 Abs. 2 GmbHG oder als zusätzlicher Aufwand aufgrund des Gewinnverwendungsbeschlusses von der Verteilung unter die Gesellschafter ausgeschlossen ist. Wird die Bilanz unter Berücksichtigung der teilweisen Gewinnverwendung aufgestellt oder werden Rücklagen aufgelöst, so haben die Gesellschafter Anspruch auf den Bilanzgewinn. Der ausschüttungsfähige Gewinn einer GmbH bestimmt sich vorrangig nach der Handelsbilanz.

In dem Beschluss über die Verwendung des Ergebnisses können die Gesellschafter – wenn der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt – Beträge in Gewinnrücklagen einstellen oder als Gewinn vortragen. Bis 1986 galt in § 29 GmbHG das Gebot der Vollausschüttung, um Minderheitsgesellschafter zu schützen. Ab 1.1.1986 entscheidet die einfache Mehrheit der Gesellschafter darüber, in welchem Umfang das Jahresergebnis an die Gesellschafter ausgeschüttet bzw. der Gesellschaft zum Zwecke der Innenfinanzierung überlassen wird. Die Verteilung des Gewinns erfolgt grundsätzlich nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile (§ 29 Abs. 3 GmbHG). Im Gesellschaftsvertrag kann aber ein anderer Maßstab der Verteilung festgesetzt werden. Solche von den Beteiligungsverhältnissen abweichenden Gewinnausschüttungen (sogenannte inkongruente Gewinnausschüttungen) werden von der Finanzverwaltung grundsätzlich anerkannt, wenn eine zivilrechtlich wirksame Gewinnverteilungsabrede vorliegt.

1.2 Angemessenheit des Gehalts

Diskussionen über die Angemessenheit des Gehalts kommen vor allem dann auf, wenn einer der Geschäftsführer auch Anteile an der Gesellschaft besitzt. Bei Fremdgeschäftsführern wird es kritisch, wenn Familienangehörige Anteile an der GmbH besitzen. Wenn das Gehalt auf den Prüfstand kommt, wird bei jeder zweiten GmbH die Gehaltshöhe der Geschäftsführer als überhöht moniert.

Bei der Prüfung der steuerlichen Angemessenheit der Gesamtvergütung von Geschäftsführern ist es inzwischen gängige Praxis der Finanzämter und Finanzgerichte, auf Gehaltsstrukturuntersuchungen anerkannter unabhängiger Institutionen wie die aktuelle BBE-Vergütungsstudie für Geschäftsführer-Vergütungen zurückzugreifen. Wird in einer Betriebsprüfung der GmbH die Angemessenheit des Gesamtgehalts infrage gestellt, befindet sich der GmbH-Chef in einer relativ sicheren Zone. Wenn sich seine Gesamtvergütung in der Bandbreite üblicher Geschäftsführergehälter bewegt, wenn also der externe Gehaltsvergleich gewahrt ist.

Mithilfe der Vergleichsdaten der Studie können Geschäftsführer das eigene Gehalt also besser einschätzen und Anpassungsmöglichkeiten frühzeitig erkennen. Andererseits sind die vorliegenden Zahlen eine wichtige Argumentationshilfe gegenüber dem Finanzamt, das mit demselben Zahlenmaterial seinerseits prüft.

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1.3 Jahres-Gesamtbezüge und Tantieme

Die aktuellen Zahlen und Daten beruhen auf einer im Jahr 2013 bundesweit durchgeführten Geschäftsführergehälter-Strukturuntersuchung. Rund 3.400 Geschäftsführer wurden über ihre aktuelle Verdienstsituation und die Zusammensetzung ihrer Vergütung befragt. In die Auswertung für die Gehaltsstudie 2014 kamen über 3.340 Fragebögen.

Unter dem Begriff der Jahres-Gesamtbezüge fallen sämtliche Gehaltsbestandteile und geldwerten Vorteile, die der (Gesellschafter-)Geschäftsführer von der GmbH erhält. Das sind einerseits die feste Jahres-Grundvergütung einschließlich Sondervergütungen, wie zum Beispiel Urlaubsabgeltung, Sonderzahlungen oder Gehalts-Extras (etwa lohnsteuerlich anerkannte Überstundenvergütungen, geldwerte Vorteile wie die private Nutzungsmöglichkeit des Dienstwagens oder Leistungen der GmbH zur betrieblichen Altersversorgung, zum Beispiel eine Pensionszusage). Andererseits auch die variablen Gehaltsbestandteile und hier in erster Linie die gewinnorientierte Tantieme.

Liegen diese Bezüge im Vergleich zu dem, was andere Geschäftsführer vergleichbarer GmbHs verdienen. Ist in der Bandbreite der üblichen Geschäftsführergehälter, vom Regelfall der steuerlich erforderlichen Angemessenheit auszugehen.

Nach der aktuellen BBE-Studie setzt sich im Jahr – über alle Branchen hinweg betrachtet – die Gesamtausstattung eines Geschäftsführers im Durchschnitt aus einem Festgehalt von 78,3 Prozent und einer Erfolgsbeteiligung von 21,7 Prozent zusammen. Die Anteile von festem Gehalt und Tantieme variieren allerdings – abhängig vom Wirtschaftszweig, von der GmbH-Größe und vom Jahresumsatz.

Die Finanzverwaltung sieht die an einen Gesellschafter-Geschäftsführer gezahlte Gewinntantieme dann regelmäßig als steuerlich angemessen an, wenn sie nicht über 25 Prozent des Gesamtgehalts liegt.

Das Verhältnis eines Gesellschafter-Geschäftsführers, sowohl des beherrschenden als auch des nicht beherrschenden, gegenüber seiner GmbH, ist überlagert durch § 8 Abs. 3 KStG. Jeder (auch der unterlassene) Leistungsaustausch ist an der Fremdüblichkeit zu messen und birgt die Gefahr in sich, dass eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) angenommen wird. Dies gilt auch, wenn die Gesellschaft ihrem Gesellschafter ein Darlehen gewährt. Die damit zusammenhängenden Praxisfragen sowie deren Lösung zur Vermeidung einer vGA sind Inhalt des nachfolgenden Beitrags.

 

2. Bewertungsgrundlage für eine legitime Vergütungen

Allerdings bietet die durchschnittliche Gesamtausstattung nur eine erste Orientierung. In der Einzelprüfung reichen diese groben Werte allein nicht aus, denn die Vergütung wird auch unter Berücksichtigung der Person des Geschäftsführers und der wirtschaftlichen Lage der GmbH beurteilt. Folgende Parameter helfen die Gehälter von Geschäftsführern zu vergleichen:

  • Kapitalbeteiligung, Status als Gesellschafter;
  • Anzahl der Geschäftsführer, Wochenarbeitszeit;
  • Alter, Geschlecht;
  • Qualifikation, Ausbildung, Dauer der Tätigkeit;
  • Wirtschaftszweig, Branche;
  • Anzahl der Mitarbeiter (Personalstärke);
  • Jahresumsatz, Umsatzrendite.

Der Jahresumsatz der GmbH ist einer der wichtigsten Gehaltsbestimmungssfaktoren: Im Vergleich zum Vorjahr sind bei umsatzorientierter Betrachtung in der Tendenz teilweise deutlich höhere Jahres-Gesamtbezüge zu verzeichnen. So betrug im Jahre 2012 die durchschnittliche Vergütung des Chefs einer GmbH, wenn das Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als 25 Millionen Euro erzielt hatte, noch rund 314.000 Euro. Für das Jahr 2013 ist hier ein Anstieg auf rund 335.000 Euro zu verzeichnen.

Je nach dem von der GmbH erzielten Jahresumsatz steigt die Geschäftsführer-Vergütung sogar progressiv an: So verdienen Geschäftsführer einer GmbH mit einem Jahresumsatz von 10 bis 25 Millionen Euro im Durchschnitt mehr als das Doppelte als Geschäftsführer eines Unternehmens mit einem Jahresumsatz bis eine Million Euro. Wenn die GmbH einen Jahresumsatz über von 25 Millionen Euro erzielt hat, verdient der Geschäftsführer fast das 3,5-Fache dessen, was der Geschäftsführer einer kleinen GmbH an Vergütung erhält.

3. Personalstärke

Inwieweit die Personalstärke der GmbH Einfluss auf die Vergütung hat, zeigen folgende Ergebnisse: Geschäftsführer kleinerer GmbHs (bis zehn Mitarbeiter) erhielten im Durchschnitt bei einer Betrachtung über alle Branchen hinweg eine Jahres-Gesamtvergütung in Höhe von 110.310 Euro. Das Jahres-Gesamtgehalt der Geschäftsführer von großen GmbHs (bis 250 Mitarbeiter) war dagegen mit 284.054 Euro im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch wie der Jahresverdienst der Geschäftsführer kleiner GmbHs.

Betrachtet man die Geschäftsführer-Vergütung differenziert nach dessen Status in der GmbH – über alle Branchen hinweg –, ergibt sich folgendes Bild:

  • Alleingeschäftsführer verdienten ein Jahres-Gesamtgehalt (Durchschnitt) in Höhe von 149.423 Euro.
  • Gleichberechtigte Geschäftsführer-Vergütung kamen „im Mittel“ auf ein Gesamtgehalt von 163.207 Euro.
  • Geschäftsführer als Vorsitzende erhielten eine Jahresgesamtvergütung in Höhe von 226.295 Euro.

Allgemein gilt bei einem betriebsinternen Gehaltsvergleich die Faustregel, dass ein GmbH-Chef steuerlich gefahrlos das rund 2,5-Fache des Gehalts verdienen darf, das der bestbezahlte Mitarbeiter der GmbH erhält.

4. Geschäftsführer-Vergütung nach Wirtschaftszweigen

Nach ihren Gehältern befragt wurden Geschäftsführer von GmbHs aus fünf Wirtschaftszweigen und 71 Branchen: Dienstleistung (21 Branchen), Handwerk (15 Branchen), Industrie (9 Branchen), Einzelhandel (13 Branchen), Großhandel (13 Branchen).

Das vorangehende Schaubild zeigt die Ergebnisse des Jahres 2013 bei den Jahres-Gesamtbezügen von GmbH-Geschäftsführern im Durchschnitt und im Höchstbereich. Im Vergleich zum Vorjahr 2012 hat sich die Verdienstsituation oft verbessert – sogar mit Steigerungen im Wirtschaftszweig Großhandel von im Durchschnitt 173.937 Euro auf ein Gesamtgehalt von immerhin 180.270 Euro . Im Handwerk von 128.938 Euro auf 130.776 Euro und in der Industrie von im Durchschnitt 205.125 Euro auf aktuell 212.905 Euro. In den Wirtschaftszweigen Dienstleistung und Einzelhandel hat es beim durchschnittlichen Geschäftsführergehalt des Jahres 2013 einen leichten Rückgang gegeben.

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