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Finanzierung 2.0: Nachhaltigkeit auf dem Kreditmarkt

Finanzierung 2.0: Nachhaltigkeit auf dem Kreditmarkt

Selbstständig zu sein bedeutet, neue Wege zu gehen – womöglich auch bei der Finanzierung. Denn Gründer haben es ungleich schwerer bei der Kreditvergabe und jeder Cent und jedes Prozent sind wichtig, wenn es um Liquidität und Investitionspotenzial geht. Da kommen die neuen Gesichter am Finanzmarkt gerade recht, ganz besonders, wenn diese sich explizit an Unternehmer und Gründer richten.

Faire Kredite – allerdings nur für „faire“ Unternehmen

Nach wie vor gilt, dass Kredite für Selbstständige schwerer zu erhalten sind als für Angestellte. Alternative Finanzierungen wie Asset Based Lending sind bereits auf dem Vormarsch, aber bislang noch nicht im Massenmarkt angekommen. Weitere Optionen sind einige sehr spezielle Modelle aus der Welt der Fonds. So bietet die EthikBank faire Kredite für Selbstständige an, die ein Geschäftskonto bei der EthikBank führen, jedoch müssen zur Vergabe bestimmte Kriterien eingehalten werden. Diese unterscheiden sich ganz wesentlich von den Anforderungen herkömmlicher Banken, denn sie zielen neben der Prüfung der Bonität auch auf ethisch-moralische Werte ab. Die sogenannten Negativkriterien betreffen Themen wie Atomkraft, Waffenhandel, Kinderarbeit, Tierversuche und Genmanipulation, während sich nachhaltiges Wirtschaften, am besten mit Fokus auf Ökologie, Umwelt, Bildung und Integration, positiv auswirken.

Was passiert mit dem Geld?

Dieselbe Unternehmensphilosophie ist auch auf Seiten der Ethikbank erkennbar. Das angelegte Geld wird unter anderem in die Unternehmen des Global Challenges Index (CGX) und des Natur-Aktien-Index (NAI) angelegt. Beide Indizes setzen auf nachhaltige Werte und legen den Fokus auf Trinkwasserversorgung, Bekämpfung des Klimawandels, Verringerung der Armut und Förderung der Waldwirtschaft. Der grüne Gedanke lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: So beträgt alleine das Fondsvolumen des CGX rund 340 Mio. Euro. Verglichen mit anderen Segmenten der Hochfinanz klingt das nach wenig, jedoch kann längst nicht mehr von einem Nischenmarkt gesprochen werden.

Der NAI vereint 30 Unternehmen weltweit, die ihrerseits als ökologische Vorreiter ihrer Branche gelten. Darüber hinaus müssen die ausgewählten Unternehmen um eine weitere Verbesserung ihrer Öko-Bilanz bemüht sein. Dennoch liegt der Mindestjahresumsatz bei 100 Millionen Euro; mit dieser Untergrenze schafft der NAI die Basis für langjährige Konstanz, da erst Unternehmen ab einer gewissen Größe partizipieren können. Das wiederum schafft Vertrauen auf Anlegerseite, denn viele Unternehmen sind trotz ihrer Größe nicht auf dem Bekanntheitsgrad von Namen wie Coca-Cola, Siemens oder Allianz.

Immerhin: Der bislang bekannteste Vertreter des NAI war die Kaffeehaus-Kette Starbucks, die jedoch im Sommer 2013 wegen undurchsichtiger Steuertricks aus dem Index verbannt wurde. Für die verbliebenen Unternehmen war das eine Maßnahme mit Signalwirkung, da sie zeigte, dass die Kriterien dauerhaft eingehalten werden müssen und dass große Namen keine Sonderbehandlung erfahren.

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