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gmbhchef Ausgabe 03-2013 Bonn

Telegramm Mittelstand Exportorientierte Unternehmen sind krisenresistenter Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellen in Krisenzeiten einen Stabilitätsanker für die Beschäftigung dar. Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn): So wuchs die Mitarbeiterzahl aller KMUs zwischen 2001 und 2009 um 13,6 Prozent – und selbst in den Krisenjahren 2008/09 noch um 2,9 Prozent. Zum Vergleich: Die Großunternehmen bauten in den beiden wirtschaftlich schwierigen Jahren insgesamt rund 2,3 Prozent ihrer Beschäftigten ab. Für die Studie „Der Beschäftigungsbeitrag mittelständischer Exportunternehmen“ haben die IfM-Wissenschaftler das Umsatzsteuerpanel 2001 bis 2009 der Forschungsdatenzentren der statistischen Ämter des Bundes und der Länder ausgewertet. „Vor allem den Nischenanbietern unter den KMUs ist es in den Krisenjahren 2008/09 erfolgreich gelungen, Nachfrageschwankungen auf den Inlandsmärkten durch Exportaktivitäten zu kompensieren und damit die Beschäftigung zu stabilisieren“, erklärte die IfM-Präsidentin Professor Friederike Welter. „Dabei sind viele von ihnen ohne explizite Strategie in die Exporttätigkeit hineingewachsen: Durch stufenweise Lernprozesse haben sie jedoch sukzessive Auslandserfahrung gewonnen – und anschließend ihre Exportaktivitäten systematisch ausgedehnt.“ ■ Unternehmensfinanzierung Beteiligungen und Kreditkosten im Vergleich Die Anforderungen an Eigenkapitalquoten von Unternehmen steigen mit Basel III. Alternativ oder zusätzlich zum klassischen Hausbankkredit können Mittelständler ihre Eigenkapitalquoten auch durch Beteiligungen der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBGen) verbessern. MBGen unterstützen mit eigenkapitalähnlichen, ty- 6 | Juni · Juli 2013 pisch stillen Beteiligungen neu gegründete oder bestehende Unternehmen. Beteiligungen verbessern die wirtschaftliche Eigenkapitalquote und damit auch das Rating der Unternehmen. Welche Kosten beide Finanzierungswege mit sich bringen, können Betriebe jetzt mit einem neuen Rechner unter www.vdb-info.de vergleichen. Der MBGVorhabensrechner vom handwerk magazin und dem Verband der Bürgschaftsbanken (VDB) errechnet auch, wie sich Bankkredite oder Beteiligungen auf die Eigenkapitalquote auswirken. Neues Förderprogramm Investition Wagniskapital im Mai gestartet Am 15. Mai 2013 startete das neue Förderprogramm „Investition Wagniskapital“. Das Programm soll die Finanzierungsbedingungen junger, innovativer Unternehmen verbessern. Ab Mitte Mai wurde auch die Online-Plattform des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur elektronischen Antragstellung frei geschaltet. Der Investitionszuschuss Wagniskapital hat zum Ziel, die Finanzierungsbedingungen junger, innovativer Unternehmen zu verbessern. Für private Investoren sollen Anreize geschaffen werden, solchen Unternehmen privates Wagniskapital zur Verfügung zu stellen. Gefördert werden private Investoren, die Gesellschaftsanteile an jungen innovativen Unternehmen erwerben. Die Anteile müssen dabei in vollem Umfang an Chancen und Risiken beteiligt sein. Der private Investor erhält 20 Prozent des Kaufpreises für den Anteilserwerb über den Zuschuss zurückerstattet unter der Voraussetzung, dass die Beteiligung für mindestens drei Jahre gehalten wird. ■ Gründungsreport des DIHK Mehr Qualität statt Quantität Angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt entwickelt sich das Interesse am eigenen Unternehmen hierzulande weiter rückläufig. Das zeigt der neue Gründerreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Der Untersuchung zufolge sank die Zahl der Einstiegsgespräche und Beratungen, die die Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit Gründungsinteressierten führten, 2012 gegenüber dem Vorjahr um fast ein Viertel auf das Rekordtief von 252.229. Analog gab es laut demBonner Institut für Mittelstandsforschung im vergangenen Jahr mit 346.000 auch deutlich weniger Unternehmensgründungen als 2011 (401.000). Als Hauptgrund gilt die weiterhin gute Arbeitsmarktlage. In einigen Großstädten etablieren sich junge Web- und IT-Start-ups. Diese machten zwar erst drei Prozent aller Gründungen der vergangenen fünf Jahre aus. Aber sie schaffen mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze wie andere Gründungen. Ein weiterer Trend: Der Rückgang des Interesses am eigenen Unternehmen geht einher mit einer teils deutlich verbesserten Vorbereitung der Gründer. Etliche IHKs berichten von gründlicher durchdachten Konzepten. ■ Unternehmensberatung Mittelstand hat Beratungsbedarf bei Organisationsentwicklung Den Beratungsunternehmen dürfte 2013 nicht langweilig werden – sofern sie sich auf den deutschen Mittelstand konzentrieren: Laut einer Umfrage der compamedia GmbH planen knapp 55 Prozent der befragten Firmen in der Bundesrepublik in den kommenden acht Monaten noch Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Besonders gefragt sind bei den Unternehmen, die für die Untersuchung um ihre Meinung gebeten wurden, Organisationsentwickler: 54,2 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen in nächster Zeit diese Unterstützung in Anspruch nehmen. Beratungsbedarf haben die mittelständischen Unternehmen auch beim Personal (50 Prozent) sowie in der IT und im Coaching (jegmbhchef_


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