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gmbhchef Ausgabe 03-2013 Bonn

Wirtschaft in der Region Vollversammlung der IHK Bonn/Rhein-Sieg Energie, Verkehr und Standort Die Energiewende in Deutschland und regionale Verkehrsprobleme standen im Fokus der diesjährigen Hauptversammlung der IHK Bonn/Rhein-Sieg am 24. April im Rheinhotel Dreesen. 42 | Juni · Juli 2013 te, dieser Mangel wird sich in 15 Jahren verdoppeln. Bildungspolitik, so Grießl, sei auch Sozialpolitik, wie die enorme Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa zeige. Hier sei das duale System der Berufsausbildung ein Exportschlager. Leider würden jedoch alle Aktivitäten zur Anwerbung von ausländischen Auszubildenden und Fachkräften noch nicht von Erfolg gekrönt. Der internationale Standort Bonn sei sehr gut aufgestellt und von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Bei der regionalen Kooperation habe sich die Region auf dem Gebiet des Standortmarketings durch Auflösung der Cologne Bonn Business GmbH zurückentwickelt: „Ein internationales Standortmarketing können wir in Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, hielt die Festrede bei der öffentlichen Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg im Rheinhotel Dreesen. Er äußerte sich vor rund 180 Gästen aus Politik und Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und gesellschaftlichen Leben zur Energiewende in Deutschland. Homann wandte sich dabei gegen Forderungen nach einem Masterplan für die Energiewende: „Kolumbus hatte zwar einen Masterplan für eine Route nach Indien, ist aber in Amerika angekommen. So wird es angesichts der weit in die Zukunft reichenden Ziele der Energiewende – 2050 sollen 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen werden – auch denen gehen, die sich an einem detaillierten Plan für die Energiewende versuchen.“ Homann mahnte eine Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) an, die in einen Gesamtzusammenhang mit dem künftigen Strommarktdesign gehöre und europatauglich sein müsse. Insgesamt sieht Homann in der Energiewende ungeachtet der aktuellen Herausforderungen und Diskussionen eine große Chance für Deutschland. „Deutschland ist ein energiepolitisches Innovationsland, das weltweit in die Rolle eines Technologieführers für nachhaltige Energietechnologien hineinwachsen kann. Die deutsche Energiewende wird aus dem Ausland mit einer Mischung aus Neugier und Zweifel verfolgt. Deutschland ist zum Erfolg verpflichtet.“ Verkehrsprobleme und Standort Regionalpolitisch ging der IHK-Präsident Wolfgang Grießl auf vier Themen ein: Fachkräftemangel, Internationalität, regionale Kooperation und Infrastruktur. Bereits jetzt fehlen in der Region 16.000 Fachkräfder benötigten Form nicht erkennen. Hier bewegt sich leider noch zu wenig.“ Die Stadt Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis rief Grießl auf, über verstärkte Kooperationen etwa auf dem Feld der Wirtschaftsförderung nachzudenken. Dies gelte auch für die großen Verkehrsprojekte in der Region. Die Staus infolge der Reparaturarbeiten an der Südbrücke kurz nach Ostern seien nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. „Land, Stadt und Wirtschaftsorganisationen sprechen und informieren sich mittlerweile zwar regelmäßig und umfangreich – doch an dem Grundproblem – den zu erwartenden Staus – wird das alles nichts ändern“, sagte der IHK-Präsident. „Die Versäumnisse der Vergangenheit holen uns jetzt ein.“ ■ Unternehmen übernehmen Verantwortung Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg hat einstimmig eine Resolution zum Leitbild des ehrbaren Kaufmanns und zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (corporate social responsibility CSR) verabschiedet. „Die IHK bekennt sich darin zum Leitbild des ehrbaren Kaufmanns als tragende Säule der sozialen Marktwirtschaft. Ehrbares Verhalten und gesellschaftliches Engagement rechnen sich nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern dienen auch einem positiven Unternehmerbild“, führte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille aus. Die IHK-Vollversammlung fordert in ihrer Resolution, Landes-, Bundes- und EU-Politiker auf, sich dafür einzusetzen, dass CSR in Deutschland nicht eine gelenkte, strategische oder interventionistische Zwangsverordnung wird, sondern der Grundsatz der Freiwilligkeit festgeschrieben wird. IHK-Präsident Wolfgang Grießl mit Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille auf der Vollversammlung der IHK.


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