Page 37

gmbhchef Ausgabe 03-2013 Bonn

Personal & Weiterbildung abgeschlossen war – was nicht stimmt. Betrug oder Notlüge? Weshalb muss ein Cabrio eigentlich abgeschlossen sein? Weshalb gilt auf einer gut ausgebauten Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Kilometer pro Stunde? Was Unsinn ist oder unsinnig erscheint, wird von den Angesprochenen übergangen. In den Medien sind Fälle bekannt geworden, in denen Angestellte wegen Diebstahls von bereits abgelaufenen, nicht mehr verkäuflichen Waren gekündigt worden sind. Die Kündigung ist für die Betroffenen umso bitterer, weil sie vermutlich nach eigenem Ermessen keine Schuld auf sich geladen haben. Die Ware war aus ihrer Sicht nichts mehr wert. Dann kann man sie ja mitnehmen, nicht? Ein solches Thema muss offen kommuniziert werden, denn es mangelt schlicht an der Einsicht. Fällt doch gar nicht auf: Kleine Beträge Fall 3: Herbstzeit ist Erntezeit. Ein Spaziergänger kommt an einer Plantage mit wunderbar reifen Äpfeln vorbei. Ein oder zwei Früchte zu stibitzen, ist doch nicht so schlimm, oder? Bei 50-Cent-Artikeln erscheint das Vergehen gering, aber die Summe macht's. Jeder Obstbauer kann das bestätigen. Der Apfel auf der Plantage findet sein unternehmerisches Pendant im Büromaterial: Berge von Papier, Stiften und Ordnern verschwinden auf unerklärliche Weise. Wenn Mitarbeiter geringwertige Gegenstände mitnehmen, fehlt in der Regel die Wahrnehmung für den Gegenwert. Je abstrakter der Kontext, desto leichter fallen Diebstahl und Betrug. Eine falsche Angabe bei der Einkommensteuererklärung ist ein weiteres schönes Beispiel dafür: Wer denkt schon an den eigenen Beitrag zur Schließung von Schwimmbädern, Frauenhäusern, Bibliotheken und anderen öffentlichen Einrichtungen? Psychologisch interessant ist ein zweiter Aspekt: Zwei Äpfel mitgehen zu lassen, bedeutet eine kleine Hürde. Anders sieht es mit zwei Euro in Münzen aus. Geld in Form von Münzen oder Scheinen zu stehlen, überschreitet für viele Menschen ein moralisches Tabu. Um den Diebstahl einzuschränken, sollten Unternehmen ihren Mitarbeiter möglichst konkret vor Augen führen, was der Diebstahl in der Summe bedeutet und welche Folgen er hat. Das Gefühl, zu kurz gekommen zu sein Fall 4: Ein Unternehmen hat ein repräsentatives Bürogebäude erworben. Die Eingangshalle ist ein wahres Schmuckstück: Die Architekten haben mit Marmor, viel Glas und Stahl gearbeitet. Alles ist vom Feinsten. In den anderen Etagen setzt sich der Luxus fort. Für seine Geburtstagsfeier braucht ein Mitarbeiter zwei Filzstifte und einen Briefkarton. Darf er sie mitnehmen? Zur Schau gestellter Reichtum weckt Neid. Menschen neigen dazu, sich schadlos zu halten, um die gefühlte Benachteiligung auszugleichen. Ist es sinnvoll, den eigenen Erfolg zur Schau zu stellen? So einfach lässt sich die Frage nicht beantworten: Der Erfolg eines Unternehmens weckt das Vertrauen neuer Kunden. Er ist wichtig für das Image. Unternehmen sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Mitarbeiter ihren Teil vom Kuchen haben wollen. Untertarifliche Entlohnung auf der einen Seite und nicht nachvollziehbarer Reichtum auf der anderen, führen zu Verwerfungen. Unternehmenskultur und Entlohnung zur Prävention Fachleute sehen in Diebstahl ein Zeichen von mangelnder Loyalität. Eine angemessene Bezahlung fördert die Loyalität. Allerdings wird die Loyalität nicht nur von der Entlohnung bestimmt. Studien zeigen, dass Mitarbeiter stehlen, wenn ihre Leistung im Vergleich zu anderen zu wenig gewürdigt wird. Die Unternehmenskultur stellt also eine weitere wichtige Präventionsgröße dar. Laut jüngster Gallup-Studie haben 23 Prozent der Mitarbeiter innerlich gekündigt. Dementsprechend steigt das Risiko für Diebstahl. Unternehmen können an Diebstahl im eigenen Unternehmen ablesen, wie es um die Loyalität der Mitarbeiter bestellt ist. ■ 5. Aufl age, 280 Seiten, 19,80  Steuern sparen... für Kapitalanleger 100 Steuertipps für den Erwerb, die Finanzierung, Verwaltung, Veräußerung und Vererbung von Geldanlagen Zahlreiche Gesetze machen es selbst dem Experten immer schwerer, den heutigen „Steuer-Dschungel“ zu durchblicken. Mit dem Ratgeber „Steuern sparen...für Kapitalanleger“ erfahren Kapitalanleger nicht nur, welche Kapitalerträge unter welchen Voraussetzungen steuerpfl ichtig sind, sondern auch, wie sich die Abgeltungsteuer auf die Besteuerung ausgewirkt hat. Ebenfalls kommen Wege zu einer optimalen Altersvorsorge nicht zu kurz. Die Fülle von geldwerten Steuertipps macht diesen Ratgeber zu einem echten „Sparbuch“. Bestellung per Fax an: 0228 95124-90 ❏ Ja, bitte senden Sie mir gegen Rechnung _______ Exemplar(e) „Steuern sparen...für Kapitalanleger“ zum Preis von 19,80  ✗ Kundennummer (falls vorhanden) ✗ Datum, Unterschrift 13-541 E-Mail: vsrw@vsrw.de Internet: www.vsrw.de Firma/Name Straße/Nr. PLZ/Ort E-Mail Torsten Seelbach Leiter der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement (AFNB), Köln www.afnb.de steuern_kapitalanleger.indd 1 21.08.2012 09:15:14 Juni · Juli 2013 | 37


gmbhchef Ausgabe 03-2013 Bonn
To see the actual publication please follow the link above