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gmbhchef Ausgabe 03-2013 Bonn

Recht & Steuern Private Nutzung des Dienstwagens durch den GmbH-Geschäftsführer Auswüchse eingedämmt Die 1-Prozent-Methode, bei der ein Prozent vom Bruttolistenneupreis des Herstellers versteuert werden muss, gilt auch für gebrauchte Pkw und für Neuwagen, die mit stattlichen Rabatten erworben wurden. Das wurde vom Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil bestätigt. Als Alternative bleibt nur das Fahrtenbuch. 20 | Juni · Juli 2013 chungen gezeigt haben, dass Fahrzeuge im Durchschnitt 19 Prozent unter den von der Automobilindustrie herausgegebenen Bruttolistenpreisen verkauft werden. Die Konsequenzen dieser grob typisierenden Regelung zeigen die folgenden Beispiele: ◆ Geschäftsführer A fährt einen gebrauchten Pkw mit einem Verkehrswert von 32.000 Euro. Der Listenneupreis liegt bei 81.000 Euro. Die 1-Prozent- Methode geht vom Listenneupreis aus, also muss A monatlich für die private Pkw-Nutzung 810 Euro versteuern. ◆ Geschäftsführer B fährt einen neuen Firmenwagen, den seine Gesellschaft geleast hat. B darf den Wagen auch privat nutzen. Der Bruttolistenneupreis des Neuwagens beträgt 32.000 Euro. Nutzt ein GmbH-Geschäftsführer den Firmenwagen auch privat, muss er – wie seine Arbeitnehmer mit Dienstwagen auch – auf diesen geldwerten Vorteil Lohnsteuern zahlen. Dabei kann er den privaten Nutzungsanteil entweder anhand eines Fahrtenbuchs nachweisen oder aber die unkomplizierte 1-Prozent-Methode wählen (§ 8 Abs. 2 Satz 2 EStG in Verbindung mit § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG). Basis für die Berechnung nach der 1-Prozent-Methode ist der Bruttolistenneupreis des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Erstzulassung. Unabhängig davon, wie alt das Fahrzeug ist, muss immer ein Prozent dieses Listenneupreises pro Monat versteuert werden. Dies gilt, obwohl Untersu- Auch B versteuert die Privatnutzung mit einem Prozent, also mit 320 Euro monatlich. Ergebnis: Beide Geschäftsführer nutzen ein Fahrzeug mit identischem Verkehrswert. A muss monatlich 810 Euro, B dagegen nur 320 Euro versteuern. A muss mithin mehr als den doppelten geldwerten Vorteil seinem Lohn hinzurechnen und entsprechend mehr Lohnsteuer zahlen. Mit dieser unterschiedlichen Besteuerung wollte sich der Geschäftsführer einer GmbH nicht abfinden. Seine Gesellschaft hatte ihm einen gebrauchten Pkw zur Verfügung gestellt, den er auch privat nutzen durfte. Der GmbH-Chef begehrte vor dem BFH, dass der 1-Prozent-Methode nicht


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